Michael Hollister

Michael Hollister

Insiderhandel vor Caracas

Donald Trump räumte live vor laufenden Kameras ein, Ölkonzerne vorab über eine bevorstehende Militäroperation informiert zu haben. Ein Hedgefonds-Milliardär hatte sechs Wochen zuvor eine venezolanische Raffineriegruppe für die Hälfte des Schätzwerts gekauft. Ein Special-Forces-Soldat wettete mit Insider-Wissen auf den Maduro-Sturz - und wurde verhaftet. Drei Spuren, ein Muster: Wie außenpolitische Entscheidungen und privater Vermögensaufbau in den USA zur selben Architektur verschmelzen.

Zeitgewinn um jeden Preis – Teil 8

Die USA verfügen noch über militärische Überlegenheit - doch das Zeitfenster schließt sich. China holt auf, Russland sucht Verbündete, Europa rüstet auf. Ist das historischer Zufall oder Baustein einer Gesamtstrategie? Eine Analyse der strukturellen Zwänge, die Washington dazu treiben könnten, mehrere Konfliktherde gleichzeitig zu steuern - und wer am Ende die Rechnung zahlt.

Der Krieg vor dem Krieg – Teil 7

Kriege beginnen nicht mit dem ersten Schuss. Sie beginnen mit der Beseitigung aller Hindernisse, die ihn bislang verhindert haben. Verträge werden gekündigt, Infrastruktur wird angepasst, Industrien werden umgestellt, Sprache wird verschoben. Sechzehn konkrete Veränderungen zwischen 2014 und 2026 haben Europa von einer Friedensordnung in eine Kriegsbereitschaft transformiert - ohne formelle Entscheidung, ohne parlamentarische Zustimmung, ohne dass die Öffentlichkeit es als Ganzes wahrgenommen hätte. Vom Ende des INF-Vertrags über das „Military Schengen", die Umstellung auf Kriegswirtschaft und die Auflösung der Befehlsketten bis zum Rückbau internationaler Krisenkommunikation: Jeder Schritt für sich plausibel. Alle zusammen ein Muster. Eine Bestandsaufnahme dessen, was geschehen ist, bevor das Wort Krieg überhaupt fällt.

Israel: Was der UN-Ausschuss gegen Folter zu Israel festgestellt hat – Teil 2

Am 22. Dezember 2025 veröffentlichte der UN-Ausschuss gegen Folter sein Abschlussdokument zur sechsten Periodischen Überprüfung Israels. Was darin steht, ist stärker als das, was die meisten Berichte darüber wiedergeben: Der Ausschuss sieht Berichte auf eine de-facto-Staatspolitik organisierte und verbreitete Folter - und verweist auf Feststellungen, die Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und den actus reus eines Genozids benennen.

Epstein: Geldwäsche, Drogen, geschwärzte Namen – und keine Anklage

Ein 69-seitiges DEA-Memo, jahrelang im Verborgenen, im Januar 2026 schwer geschwärzt veröffentlicht: Jeffrey Epstein war seit 2010 Ziel einer Ermittlung auf dem Niveau transnationaler organisierter Kriminalität - wegen Drogenhandel und Geldwäsche, mit Bankkonten in vier Jurisdiktionen und 14 namentlich geschwärzten Mitbeschuldigten. Keine einzige Anklage folgte. Die Staatsanwälte, die Epstein 2018 wegen Sex Trafficking anklagten, wussten nichts davon. Heute kämpft Senator Ron Wyden gegen aktiven Widerstand des Justizministeriums um die ungeschwärzten Akten - während zwei Großbanken Milliardentransaktionen erst nach Epsteins Tod meldeten. Eine Spurensuche im Geld, in den Strukturen, in dem, was nicht passierte.

Israel: Das System hinter den Gittern – Teil 1

Folter in israelischen Hafteinrichtungen ist kein Kontrollverlust - sie ist das Produkt eines rechtlichen und institutionellen Rahmens, der Misshandlung ermöglicht, verdeckt und straffrei hält. Drei Sonderrechtsgesetze, drei Behörden, null Anklagen in zwei Jahren: Eine Rekonstruktion der Haftarchitektur, die seit dem 7. Oktober 2023 systematisch ausgebaut wurde.

EU-„Kriegsbereit in drei Wochen“ – Teil 5

Europa hat keine Armee beschlossen – es hat sie gebaut. Unter dem technokratischen Namen PESCO entstand im Schatten der Öffentlichkeit eine einsatzfähige militärische Struktur, bereit innerhalb weniger Wochen. Dieser Artikel zeigt, wie die EU eine Kriegsfähigkeit etablierte, ohne demokratische Debatte, ohne Mandat – und warum der entscheidende Befehl nur noch eine Frage des Moments ist.

Georgien: Der Mechanismus, den niemand kennt…

Ein Instrument, das in 35 Jahren nur 16 Mal ausgelöst wurde - und dessen bisherige Zielstaaten Belarus, Tschetschenien und Turkmenistan heißen. Jetzt steht Georgien auf dieser Liste. Ein EU-Beitrittskandidat, dessen Regierung Oppositionsführer inhaftiert, Zivilgesellschaft per Gesetz zerstört und Demonstranten möglicherweise mit einem Kampfmittel aus dem Ersten Weltkrieg besprüht hat. Was der Moskauer Mechanismus ist, warum er so selten eingesetzt wird - und was sein Einsatz gegen Georgien über den Zustand eines Landes aussagt, das noch vor drei Jahren als postsowjetische Erfolgsgeschichte galt.

Israel: Agronomische Kriegsführung

Am 1. Februar 2026 wies die israelische Armee UN-Friedenstruppen an, sich in Deckung zu begeben - dann sprühten Militärflugzeuge über neun Stunden Glyphosat in 20- bis 30-facher landwirtschaftlicher Konzentration über zivile Felder im Südlibanon. Dasselbe Muster, dieselben Flugzeuge, dieselben Substanzen: dokumentiert in Syrien, im Libanon, in Gaza - über mehr als ein Jahrzehnt. Was Bomben beginnen, vollenden Herbizide. Kein Waffenstillstand entgiftet einen Boden.