Kategorie Geopolitik

Was Trump und Hegseth als nächstes greifen

Der Werkzeugkasten der Trump-Administration ist nicht leer. Was bisher gegriffen wurde - Venezuela, Iran, Hormuz, Panama - sind die schnellen Werkzeuge. Die schweren liegen noch obenauf: Kuba, Kharg Island, Taiwan. Wer die Auswahllogik von Trump und Hegseth kennt, weiß, in welcher Reihenfolge sie greifen werden - und warum die eigentliche Triebfeder nicht Geopolitik ist, sondern eine Währung, die noch nicht existiert.

12 Denkfabriken, 30 Studien – ein Auftrag

Was die Trump-Administration seit Januar 2025 in Venezuela, Iran, der Straße von Hormus und dem Indo-Pazifik exekutiert, wirkt wie Improvisation eines unberechenbaren Präsidenten. Es ist das Gegenteil: die systematische Abarbeitung einer Empfehlungsliste, die zwölf amerikanische Denkfabriken zwischen 2014 und 2026 in mehr als 30 Studien niedergeschrieben haben. Eine Analyse darüber, wie Think-Tank-Sprache zur Pentagon-Doktrin wird – und warum das Zeitfenster 2026 schließt.

Mali brennt, Russland blutet

Mali steht im Frühjahr 2026 nicht nur vor einer inneren Sicherheitskrise. Der koordinierte Angriff von Tuareg-Separatisten und JNIM, der Rückzug des russischen Africa Corps aus Kidal und der Druck auf Bamako zeigen eine neue Qualität des Krieges im Sahel. Was oberflächlich wie eine französische Revanche gegen Russlands Einfluss wirkt, entpuppt sich als komplexere Stellvertreterstruktur: ukrainische Drohnenkompetenz, algerische Rückzugsräume, französische Interessen und ein russisches Sicherheitsmodell, das sichtbar erodiert. Dieser Artikel zeigt, warum Mali zur afrikanischen Nebenfront des Russland-West-Konflikts geworden ist - und warum der Ausgang dieser Krise weit über Bamako hinausreicht.

Welt in Flammen – Teil 9

Was geschieht, wenn die Welt nicht durch einen großen Krieg zerbricht, sondern durch viele kleinere Brände, die niemand mehr löscht?
Im abschließenden Teil der Serie „Europa bereitet sich auf Krieg vor“ untersucht Michael Hollister ein Szenario, das nicht auf Fantasie beruht, sondern auf bereits existierenden Konfliktlinien: Korea, Taiwan, Indien und Pakistan, Iran und Israel, Türkei und Griechenland, Balkan, Kaukasus, Myanmar, Südchinesisches Meer, Afrika.
Bisher wurden viele dieser Konflikte durch Supermächte eingedämmt - durch Druck, Vermittlung, Abschreckung oder militärische Präsenz. Doch was passiert, wenn USA, China und Russland gleichzeitig durch eigene Großkonflikte gebunden sind? Dann entsteht ein globales Machtvakuum. Und in Machtvakuen handeln Staaten nicht nach Moral, sondern nach Gelegenheit.

Drei Hebel, vier Konter

Am 24. April 2026 sanktionierte Washington einen chinesischen Fortune-Global-500-Konzern wegen iranischer Ölkäufe - und löste damit eine Eskalation aus, die weit über Iran hinausgeht. Drei US-Hebel, drei Wochen vor einem geplanten Trump-Xi-Gipfel: Marineblockade, OFAC-Designierung, Hormus-Mautfalle. Pekings Antwort kam ohne Pressekonferenz - dafür auf vier strukturellen Ebenen gleichzeitig. Eine Analyse der unsichtbaren Eskalation zwischen Washington und Peking, die Iran als Schauplatz benutzt, ohne von Iran zu handeln.

Zeitgewinn um jeden Preis – Teil 8

Die USA verfügen noch über militärische Überlegenheit - doch das Zeitfenster schließt sich. China holt auf, Russland sucht Verbündete, Europa rüstet auf. Ist das historischer Zufall oder Baustein einer Gesamtstrategie? Eine Analyse der strukturellen Zwänge, die Washington dazu treiben könnten, mehrere Konfliktherde gleichzeitig zu steuern - und wer am Ende die Rechnung zahlt.

Der Krieg vor dem Krieg – Teil 7

Kriege beginnen nicht mit dem ersten Schuss. Sie beginnen mit der Beseitigung aller Hindernisse, die ihn bislang verhindert haben. Verträge werden gekündigt, Infrastruktur wird angepasst, Industrien werden umgestellt, Sprache wird verschoben. Sechzehn konkrete Veränderungen zwischen 2014 und 2026 haben Europa von einer Friedensordnung in eine Kriegsbereitschaft transformiert - ohne formelle Entscheidung, ohne parlamentarische Zustimmung, ohne dass die Öffentlichkeit es als Ganzes wahrgenommen hätte. Vom Ende des INF-Vertrags über das „Military Schengen", die Umstellung auf Kriegswirtschaft und die Auflösung der Befehlsketten bis zum Rückbau internationaler Krisenkommunikation: Jeder Schritt für sich plausibel. Alle zusammen ein Muster. Eine Bestandsaufnahme dessen, was geschehen ist, bevor das Wort Krieg überhaupt fällt.

Georgien: Der Mechanismus, den niemand kennt…

Ein Instrument, das in 35 Jahren nur 16 Mal ausgelöst wurde - und dessen bisherige Zielstaaten Belarus, Tschetschenien und Turkmenistan heißen. Jetzt steht Georgien auf dieser Liste. Ein EU-Beitrittskandidat, dessen Regierung Oppositionsführer inhaftiert, Zivilgesellschaft per Gesetz zerstört und Demonstranten möglicherweise mit einem Kampfmittel aus dem Ersten Weltkrieg besprüht hat. Was der Moskauer Mechanismus ist, warum er so selten eingesetzt wird - und was sein Einsatz gegen Georgien über den Zustand eines Landes aussagt, das noch vor drei Jahren als postsowjetische Erfolgsgeschichte galt.

INTRO – Der vorbereitete Krieg – Serie

Kriege entstehen nicht aus dem Nichts. Sie werden vorbereitet - in Haushaltsdebatten, Vertragsklauseln, Industriekonferenzen und Rechtsdokumenten, die kaum jemand liest. Michael Hollister hat sie gelesen. In neun Teilen rekonstruiert er, wie Deutschland und Europa systematisch auf Krieg umgestellt werden: die Kriegswirtschaft, die EU-Militärarchitektur, die juristischen Automatismen, die keiner abstimmen muss. Jeder Teil ist ein Stein. Erst wer alle sieht, erkennt das Mosaik - und begreift, was als nächstes kommen könnte.