Schlagwort US-Außenpolitik

Steve Witkoff: Der Dealmaker

Steve Witkoff ist kein Karrierediplomat – und genau das macht ihn zur Schlüsselfigur der amerikanischen Außenpolitik unter Donald Trump. Vom Immobilienentwickler aus der Bronx zum Sondergesandten für die schwierigsten Verhandlungen der Welt: Gaza, Moskau, Teheran, Genf. Dieser Text analysiert, wie persönliche Loyalität, transaktionales Denken und unternehmerische Risikobereitschaft ein neues Modell der Diplomatie formen – mit Chancen, Risiken und offenen Fragen für die globale Ordnung.

BOARD OF PEACE – Teil 1

Donald Trump präsentiert sich als Friedensstifter für Gaza – mit einem neu gegründeten „Board of Peace“. Doch was wie eine humanitäre Initiative klingt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als etwas völlig anderes.
In Teil 1 dieser dreiteiligen Serie zerlege ich die Entstehung, den historischen Kontext und die moralische wie völkerrechtliche Absurdität dieses Gremiums. Wer Frieden verspricht, nachdem er Zerstörung ermöglicht hat, verdient keine wohlwollende Interpretation, sondern eine präzise Analyse.
Dieser erste Teil legt offen, warum das „Board of Peace“ kein Neubeginn ist, sondern der institutionelle Endpunkt einer langen Kette von Gewalt, Straflosigkeit und Machtpolitik. Teil 2 und Teil 3 werden zeigen, wer wirklich profitiert – und warum Gaza nur der Anfang ist.

Von der RAND-Studie zur Nationalen Sicherheitsstrategie

Die National Security Strategy der USA vom November 2025 konzentriert sich auf den Pazifik, erklärt Russland für irrelevant und die EU faktisch zum Gegner. Was wie Trump-Willkür erscheint, ist die wortwörtliche Umsetzung von RAND-Studien aus den Jahren 2016 und 2017. Die einflussreichste US-Denkfabrik rechnete damals einen Krieg mit China durch und definierte ein "Zeitfenster bis 2035" für militärische Überlegenheit. Heute stehen diese Empfehlungen Wort für Wort in der offiziellen Sicherheitsstrategie. RAND plant – Washington führt aus.

Die USA erklären Europa den Krieg

Die neue National Security Strategy der USA markiert einen geopolitischen Bruch: Europa gilt nicht länger als Partner, sondern als Risiko. Energetisch entkoppelt, wirtschaftlich geschwächt und politisch abgewertet, wird der Kontinent strategisch fallengelassen. Was hier stattfindet, ist kein Zerwürfnis – es ist eine stille Kriegserklärung.

Venezuela: Eskalation mit Ansage

Die Bombardierung von Caracas und die Entführung von Präsident Maduro wirken wie ein Tabubruch – doch sie waren geplant. US-Thinktanks skizzierten das Szenario Jahre im Voraus. Venezuela zeigt, wie offen Regimewechsel, Völkerrechtsbruch und militärische Gewalt inzwischen betrieben werden – und warum die sogenannte regelbasierte Ordnung endgültig zerbricht.