Schlagwort Sahel

Hollisters Geopolitik-Kompass * Mai 2026

Der Mai 2026 war der Monat, in dem Versorgung selbst zur Waffe wurde. Was in den Schlagzeilen wie getrennte Krisen wirkte - Hormuz, Ukraine, Europa, Sahel, Kuba, Südkaukasus -, folgt in der Tiefe einer gemeinsamen Logik: Energie, Rohstoffe, Seewege und militärische Macht werden wieder als zusammenhängendes Drucksystem eingesetzt. Der Hollisters Geopolitik-Kompass ordnet die Ereignisse nicht nach Lautstärke, sondern nach Wirkung: Wer gewinnt Spielraum, wer verliert ihn, und welche globalen Ketten reißen, wenn Versorgung, Sicherheit und Geopolitik ineinandergreifen.

UPDATE: Mali-Lagebericht vom 29. Mai 2026

Mali steht Ende Mai 2026 an einem strategischen Kipppunkt. Das russische Africa Corps hat den gesamten Norden geräumt, JNIM blockiert zentrale Versorgungsrouten nach Bamako, der Islamische Staat nutzt das entstandene Vakuum, und die Junta sucht bereits nach neuen Partnern in Ankara, Teheran und Peking. Was als russisches Erfolgsmodell im Sahel verkauft wurde, zerfällt unter realem Druck: Kidal ist gefallen, die Hauptstadt wird wirtschaftlich eingeschnürt, und das Bündnis der Sahel-Staaten erlebt seinen ersten existenziellen Stresstest. Dieser Lagebericht zeigt, warum Mali nicht nur brennt - sondern warum sein Zusammenbruch die Sicherheitsordnung Westafrikas neu sortieren könnte.

Mali brennt, Russland blutet

Mali steht im Frühjahr 2026 nicht nur vor einer inneren Sicherheitskrise. Der koordinierte Angriff von Tuareg-Separatisten und JNIM, der Rückzug des russischen Africa Corps aus Kidal und der Druck auf Bamako zeigen eine neue Qualität des Krieges im Sahel. Was oberflächlich wie eine französische Revanche gegen Russlands Einfluss wirkt, entpuppt sich als komplexere Stellvertreterstruktur: ukrainische Drohnenkompetenz, algerische Rückzugsräume, französische Interessen und ein russisches Sicherheitsmodell, das sichtbar erodiert. Dieser Artikel zeigt, warum Mali zur afrikanischen Nebenfront des Russland-West-Konflikts geworden ist - und warum der Ausgang dieser Krise weit über Bamako hinausreicht.