Minab: Was wirklich in der Shajareh-Tayyebeh-Schule geschah

Am 28. Februar 2026 traf ein US-amerikanischer Tomahawk-Marschflugkörper die Shajareh-Tayyebeh-Mädchenschule im iranischen Minab. Nach iranischen Angaben starben mindestens 156 Schülerinnen, Lehrerinnen und Eltern. Washington spricht von veralteten Zieldaten und einem tragischen Fehler. Doch die verfügbaren Fakten zeichnen ein anderes Bild: Trümmeranalysen, Satellitenbilder, westliche Waffenexperten, Kongressaussagen und völkerrechtliche Bewertungen legen nahe, dass hier nicht eine Waffe versagte, sondern ein Zielsystem. Diese Analyse rekonstruiert, was in Minab geschah, warum die offizielle Erklärung nicht trägt – und weshalb der Fall weit über Iran hinausweist: als Präzedenzfall für KI-gestützte Kriegsführung, veraltete Geheimdienstdaten und die Frage, wer Verantwortung übernimmt, wenn Präzisionswaffen exakt das falsche Ziel treffen.

von Michael Hollister
Exklusive Veröffentlichung nur bei Michael Hollister am 06.06.2026

4.244 Wörter * 22 Minuten Lesezeit
Für einen kompakten Einstieg ins Thema: Das Briefing zu dieser Analyse fasst die vier zentralen Entwicklungen auf zehn Minuten Lesezeit zusammen:
Minab – Was wirklich geschah

Warum die offizielle Erklärung nicht trägt

Am 28. Februar 2026 um 10:23 Uhr Ortszeit schlug der erste Marschflugkörper in der Shajareh-Tayyebeh-Mädchenschule im iranischen Minab ein. Zwei weitere folgten innerhalb von 22 Minuten. Es war der erste Tag der gemeinsamen US-israelischen Angriffe auf Iran – Operation Epic Fury, wie sie in US-Militärdokumenten bezeichnet wird. Zwischen 170 und 264 Schülerinnen befanden sich zu diesem Zeitpunkt auf dem Schulgelände – Mädchen im Alter von sieben bis zwölf Jahren, die auf ihre Eltern warteten, nachdem die Schulleitung den Unterricht wegen der Angriffe abgebrochen hatte. Nach iranischen Angaben kamen mindestens 156 von ihnen ums Leben, dazu Lehrerinnen und Eltern, die ihre Kinder holen wollten. Die Angaben schwanken je nach Quelle zwischen 156 und 175 Toten. Es ist der bis dato schwerste Angriff auf Zivilisten in diesem Krieg – das schwerste Einzelereignis ziviler Opfer seit Beginn des Konflikts am 28. Februar 2026.

In den Wochen danach begann eine Untersuchung, die bis heute zu keinem öffentlichen Abschluss geführt hat. Die offizielle US-Erklärung lautet: veraltete Zieldaten. Ein Irrtum. Bedauerlich, aber militärisch erklärbar.

Diese Erklärung trägt nicht. Was die verfügbaren Fakten – Trümmerbeweise, Satellitenanalysen, Aussagen westlicher Waffenexperten, der Zeugenstand des CENTCOM-Kommandeurs vor dem US-Kongress und die völkerrechtliche Bewertung unabhängiger Juristen – tatsächlich ergeben, ist ein anderes Bild. Kein Bild von Absicht, aber ein Bild von strukturellem Versagen, das Verantwortung begründet. Und ein Bild davon, wie ein Staat, der über die präzisesten Waffen der Welt verfügt und nach eigenen Angaben KI-gestützte Echtzeit-Zielerfassung einsetzt, 80 Tage nach dem Angriff noch keine Verantwortung übernommen hat.

Die Schule

Die Shajareh-Tayyebeh-Schule – der Name bedeutet auf Persisch „der gute Baum“ – war eine staatliche Grundschule für Mädchen im Stadtteil Shahrak-e Al-Mahdi in Minab, Provinz Hormozgan. Das Gebäude hatte früher zum angrenzenden IRGC-Marinekomplex gehört. Zwischen 2013 und 2016 wurde es physisch abgetrennt: Ein Zaun wurde errichtet, Wachtürme entfernt, öffentliche Eingänge geöffnet. Die Außenwände bekamen farbige Wandmalereien – Blau und Rosa. Auf dem ehemaligen Asphalt wurde ein Schulhof markiert. Die Schule bekam eine eigene Website, die jahrelang aktiv war und Fotos von Schulveranstaltungen, Lehrerinnen und Schülerinnen zeigte.

Am Morgen des 28. Februar 2026 hatte die Schule ihren Betrieb bereits nach Beginn der Angriffe kurz nach 10:00 Uhr eingestellt. Die Schulleitung hatte beschlossen, die Kinder nach Hause zu schicken – doch eine landesweite Schulschließung wurde erst um 10:15 Uhr ausgerufen, und viele Eltern konnten das Schulgelände wegen des plötzlichen Verkehrschaos nicht rechtzeitig erreichen. Eltern berichteten später, sie hätten im Stau gestanden, als sie die Explosion hörten. Der Dachstuhl brach über den Schülerinnen zusammen, die im Schulgebäude auf ihre Eltern warteten.

Die iranische Regierung veröffentlichte Passfotos der Opfer. Luftaufnahmen von der Beerdigungszeremonie, die wenige Tage später stattfand, zeigten das Ausmaß: Reihe um Reihe frisch ausgehobener Gräber auf dem Friedhof von Minab.

Minab: Keine Peripherie, kein Einzelfall

Wer die geografische Lage der Shajareh-Tayyebeh-Schule verstehen will, muss wissen, wo in Minab sie stand. Die Koordinaten sind öffentlich: 27°6′35.4″N, 57°5′05.1″E. Satellitenaufnahmen von Planet Labs, die unter anderem von der New York Times und CBC News ausgewertet wurden, zeigen unmissverständlich: Das Schulgelände liegt inmitten eines dicht besiedelten Wohngebiets. Keine Pufferzone. Keine Industriebrache. Keine isolierte Randlage. Wohnhäuser, Straßen, zivile Infrastruktur auf allen Seiten. Minab ist eine Kleinstadt mit rund 70.000 Einwohnern im südlichen Hormozgan, nahe der Straße von Hormuz. Die Schule befand sich im Stadtteil Shahrak-e Al-Mahdi – einem gewöhnlichen Wohnviertel, kein Militärgelände, kein Sperrbereich.

Unmittelbar angrenzend befindet sich ein Komplex der IRGC-Marine – ein legitimes militärisches Ziel nach humanitärem Völkerrecht. Daran besteht kein Zweifel. Aber die räumliche Nähe zweier Objekte macht das zivile nicht zum militärischen. Sie erhöht im Gegenteil die Sorgfaltspflicht: Je enger Militär und Zivilbevölkerung räumlich verzahnt sind, desto höher sind die Anforderungen an die Zielprüfung.

Wer in einem aktiven Kriegseinsatz in Europa gewesen ist, kennt diese Konstellation. Kasernen in deutschen Städten – Koblenz, Augusta, Mainz – liegen seit Jahrzehnten am Rand von Wohngebieten, teilweise direkt daran angrenzend. Der Truppenübungsplatz liegt draußen. Die Kaserne liegt im Stadtrandgebiet, manchmal noch enger. Kein Planungsoffizier, der seinen Befehlsstand für Präzisionsangriffe in solchen urbanen Kontexten vorbereitet, würde ohne aktualisierte Lageinformation und detaillierte No-Strike-Prüfung auf den Auslöser drücken. Das ist keine moralische Forderung. Das ist militärische Standardprozedur – und sie existiert aus gutem Grund. Gerade weil moderne Waffensysteme technisch in der Lage sind, ein einzelnes Gebäude aus großer Entfernung zu treffen, trägt der Angreifer die volle Verantwortung dafür, dass das getroffene Gebäude auch tatsächlich das richtige ist.

Das humanitäre Völkerrecht unterscheidet streng zwischen militärischen Zielen und zivilen Objekten. Diese Unterscheidung hängt nicht daran, ob ein Gebäude früher einmal militärisch genutzt wurde. Sie hängt daran, was das Gebäude zum Zeitpunkt des Angriffs ist. Eine Schule, die seit einem Jahrzehnt als Schule genutzt wird, ist kein militärisches Ziel – auch dann nicht, wenn sie an einem Militärkomplex liegt. Und die räumliche Nähe zu einem legitimen Ziel erhöht nicht die Zulässigkeit eines Angriffs auf das danebenliegende zivile Objekt. Sie erhöht die Pflicht zur Sorgfalt.

Die Shajareh-Tayyebeh-Schule lag nicht am Rand einer Militärbrache. Sie lag im städtischen Gewebe von Minab, eingefasst von Wohnhäusern, Straßen, dem alltäglichen Leben einer iranischen Provinzstadt. Mitten in der Stadt – und mitten im Zielpaket.

Der Beweis aus den Trümmern

Noch am Tag des Angriffs verbreiteten sich Videoaufnahmen in den sozialen Netzwerken, die einen Marschflugkörper kurz vor dem Einschlag zeigen. CBS News ließ das Material von Dr. N.R. Jenzen-Jones, Direktor von Armament Research Services (ARES), einem der führenden unabhängigen Rüstungsanalyseinstitute, auswerten. Sein Befund war eindeutig: Es handelt sich um einen US-amerikanischen Tomahawk-Marschflugkörper. Jenzen-Jones fügte hinzu, dass angesichts der beteiligten Kriegsparteien kein anderer Akteur in diesem Konflikt Tomahawks besitze oder einsetze – weder Iran, noch Israel, noch die Golfstaaten.

Wenige Tage später zeigten iranische Staatsmedien Trümmerfragmente, die am Angriffsort sichergestellt worden waren. Unabhängige Verifikation durch westliche Experten und Medienorganisationen bestätigte die Echtheit und Herkunft der Teile. Was die Fragmente zeigen, ist bemerkenswert präzise:

Ein Typenschild von Ball Aerospace & Technologies Corp., Boulder, Colorado, mit lesbarer Government Contract Number N00019-14-C-0075 – ein US-Navy-Vertragsformat – identifiziert das Fragment als AN0779A SDL-Antenne: die Satellitendatenlink-Antenne des Tomahawk, die für Echtzeit-Kommunikation und präzise Zielführung zuständig ist. Stellmotoren von Globe Motors Inc., Dayton, Ohio, mit dem Aufdruck „Made in USA“ und lesbaren DoD-Vertragsnummern – diese Aktuatoren bewegen die Steuerflossen, die einen Tomahawk auf Kurs halten. Eine Steuerplatine mit der Aufschrift „Copyright RMI 1999 Raytheon Company“, Assembly 726460-801 – Raytheon ist der Hersteller des Tomahawk. Das ist das Herzstück der Zielführungselektronik. Und eine hydraulische Komponente mit lesbarer US-Vertragsnummer und Seriennummer, ebenfalls mit Herstellungsort USA.

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Diese Fragmente wurden nicht von iranischen Behörden allein präsentiert. Die Washington Post analysierte ein Video, das einen Tomahawk-Marschflugkörper beim Einschlag in den IRGC-Komplex nahe der Schule zeigt. Die Associated Press wertete weiteres Bildmaterial aus. Dr. Jenzen-Jones von ARES fasste den Befund zusammen: Angesichts der beteiligten Kriegsparteien und der eingesetzten Munitionstypen gibt es keine plausible alternative Erklärung zur US-Urheberschaft.

Jedes dieser Teile für sich genommen wäre ein Indiz. Zusammen, verifiziert durch unabhängige westliche Experten, ergeben sie eine Beweiskette, die keine alternative Deutung offen lässt. Ein US-Tomahawk hat die Shajareh-Tayyebeh-Schule getroffen.

Präzision als Argument – und als Problem

Die US-Erklärungslinie lautet: veraltete Zieldaten, tragischer Fehler. Doch ausgerechnet die Präzision der übrigen Treffer in Minab macht diese Erklärung zum Problem.

Die New York Times beauftragte neue Satellitenaufnahmen von Planet Labs. Was die Bilder zeigen: Mindestens sechs Gebäude des IRGC-Marinekomplexes wurden von Präzisionsgeschossen getroffen – mit Einschlagpunkten nahezu exakt auf den Dachmittelpunkten. Vier Gebäude waren vollständig zerstört. Wes J. Bryant, ehemaliger US-Luftwaffen-Zielexperte und früherer Senior Adviser on Civilian Harm im Pentagon, analysierte das Bildmaterial und bezeichnete die Treffer als „picture perfect“ – bilderbuchhaft präzise. Er bewertete die wahrscheinlichste Erklärung als Zielidentifikationsfehler: Die Schule sei getroffen worden, ohne dass die Angreifer wussten, dass sie von Zivilisten genutzt wurde.

Bryants Formulierung ist wichtig zu lesen. Er sagt nicht: Es war ein zufälliger Streuer. Er sagt: Das System hat präzise getroffen – aber das falsche Ziel. Die Präzision selbst ist kein Entlastungsargument. Sie ist der Befund. Ein System, das sechs Ziele mit Einschlägen auf Dachmitte trifft, hat keine technischen Probleme. Es hat ein Dateiproblem.

CBC News, Channel 4 und die BBC kamen in unabhängigen visuellen Untersuchungen zu ähnlichen Schlüssen: Der Angriff war gezielt, nicht zufällig. CBC fasste es so zusammen: Der Beschuss der Schule war Teil eines Präzisionsangriffs auf den angrenzenden Militärkomplex – kein Versehen, sondern entweder ein Waffensystemfehler oder ein gravierender Geheimdienstfehler bei der Zielerfassung. Die BBC notierte, dass die räumliche Nähe der Einschlagstellen zwischen IRGC-Basis und Schule dafür spreche, dass die gesamte Fläche als Zielgebiet behandelt wurde.

Die Frage ist nicht ob, sondern warum die Schule im Zielpaket stand.

Was der Satellit sieht – und was er schon 2016 gesehen hätte

Hier liegt der Kern der Frage.

Die US-Seite erklärt, die Defense Intelligence Agency habe das Schulgebäude noch als Teil des IRGC-Komplexes klassifiziert – eine Einstufung, die auf Daten basierte, die mindestens zehn Jahre alt waren. Denn die Umwandlung des Gebäudes zur Schule fand nachweislich zwischen 2013 und 2016 statt. Satellitenbilder, ausgewertet von der New York Times und Just Security, dokumentieren die Veränderungen im Einzelnen: Ein Zaun wurde errichtet und trennte das Gebäude von der Militärbasis. Wachtürme wurden entfernt. Drei öffentliche Eingänge wurden geöffnet. Ein Sportplatz wurde auf dem Asphalt markiert. Die Außenwände erhielten farbige Wandmalereien in Blau und Rosa. Die Schule hatte eine eigene Website mit jahrelanger Online-Präsenz.

Ab 2016 war dieses Gebäude nicht mehr militärisch. Es war sichtbar, öffentlich, eindeutig zivil.

Nun zur entscheidenden Frage: Was kann ein militärischer Aufklärungssatellit heute sehen?

Die Antwort aus öffentlichen Quellen ist ernüchternd. Kommerzielle Satelliten wie die von Planet Labs – deren Aufnahmen in dieser Analyse mehrfach zitiert werden – erreichen Bodenauflösungen von etwa 30 Zentimetern. Das bedeutet: Objekte mit einer Grundfläche von 30 mal 30 Zentimetern sind unterscheidbar. Ein Schulrucksack auf einem Schulhof ist sichtbar. Ein aufgemalter Sportplatz ist sichtbar. Wandmalereien sind sichtbar. Das sind kommerzielle Systeme, die jeder Journalist kaufen kann – und die in dieser Analyse tatsächlich von NYT und CBC News eingekauft wurden, um den Angriff zu dokumentieren.

Militärische Aufklärungssatelliten liegen nach übereinstimmenden Einschätzungen von Rüstungsexperten deutlich darunter – Auflösungen im einstelligen Zentimeterbereich gelten als realistisch für aktuelle US-Systeme. Das ist kein Geheimnis: Es ist in der Fachliteratur dokumentiert, und westliche Geheimdienste haben keinen Anlass, diese Fähigkeit kleinzureden.

Ein Vergleich macht das greifbar. Schon im Jahr 2000 – vor einem Vierteljahrhundert – erreichte die westliche Aufklärung über dem Balkan ein Niveau, das Personen und Fahrzeuge auf Identifikationsebene erfasste. Eine Kombination aus satellitengestützter und luftgestützter Aufklärung – Letztere über tieffliegende Drohnen- und Flugzeugsensoren mit weit höherer Auflösung – machte es möglich, einzelne Fahrzeuge auf bekannten Routen zu verfolgen, Kennzeichen abzugleichen und gesuchte Personen zu identifizieren. Aufklärungspersonal arbeitete mit Bildmaterial, das zur Personenidentifikation ausreichte. Das war der technische Stand in einem Konfliktumfeld, das ungleich weniger Mittel band als ein aktiver Großkrieg mit mehreren Flugzeugträgern, durchgehender Drohnenpräsenz und vollständiger SIGINT-Abdeckung.

Im Februar 2026, während des dichtesten ISR-Einsatzes, den die US-Streitkräfte seit Jahren durchführten – zwei bis drei Flugzeugträger im Persischen Golf und im Arabischen Meer, Aufklärungsdrohnen über dem gesamten iranischen Operationsgebiet, vollständige SIGINT-Abdeckung -, war der Raum Hormozgan unter dauerhafter Beobachtung. Minab liegt keine 80 Kilometer östlich von Bandar Abbas, dem zentralen Marinestützpunkt der IRGC und einem der Primärziele der US-Operationen. Die Aufklärungsdichte in diesem Korridor war nicht peripher – sie war maximal.

Wer unter diesen Bedingungen behauptet, man habe nicht gewusst, dass das Gebäude eine Schule ist, der muss erklären, warum ein System, das einen Tomahawk auf 1.000 Kilometer präzise durch ein militärisches Dach steuert, gleichzeitig nicht in der Lage war, farbige Wandmalereien, einen aufgemalten Schulhof und eine jahrelang aktive Website als Signal einer zivilen Nutzung zu verarbeiten.

Das ist keine rhetorische Frage. Es ist eine Systemfrage – und sie bleibt bisher unbeantwortet.

Der Zeitfaktor: Das Argument, das niemand bringt

Es gibt einen Umstand, unter dem ein Angriff trotz unvollständiger Zielklärung militärisch vertretbar sein könnte: zeitkritische Bedrohung. Wenn Geheimdienstinformationen belegen, dass auf einem Ziel gerade Waffen verladen werden, die in einer Stunde abgeschossen sein werden und dann möglicherweise Tausende Menschen töten – dann entsteht ein Zieldilemma. Dann kann die Zeit für vollständige Verifikation fehlen.

Das ist kein abstraktes Szenario. Es ist die Realität moderner Kriegsführung, und kein seriöser Militäranalyst würde bestreiten, dass es solche Konstellationen gibt. In diesem Fall wäre Eile ein Argument – und es wäre ein Argument, das man ernsthaft prüfen müsste.

Aber: Es gibt keine dokumentierte Evidenz, dass eine solche zeitkritische Bedrohungslage am Morgen des 28. Februar 2026 für den IRGC-Komplex in Minab vorlag. Keine bekannte Geheimdienstmeldung, kein Kongress-Briefing, keine interne Untersuchungsaussage deutet darauf hin, dass in dem angrenzenden Komplex gerade Cruise Missiles verladen wurden, die unmittelbar abschussbereit waren. Cooper hat diesen Aspekt vor dem House Armed Services Committee mit keinem Wort erwähnt. Die öffentliche Untersuchungslinie lautet: veraltete Daten. Nicht: Zeitdruck.

Der IRGC-Marinekomplex in Minab bestand seit Jahren. Die dort stationierten Einheiten und Waffen waren dort stationiert – und wären auch in drei Stunden noch dort stationiert gewesen. Militäranlagen dieser Art sind per Definition ortsfeste Ziele. Sie laufen nicht davon. Der Unterschied zwischen einem Angriff um 10:23 Uhr und einem Angriff um 15:00 Uhr wäre militärisch vernachlässigbar gewesen. Der Unterschied für die Zielprüfung wäre erheblich gewesen: Zeit für einen Abgleich mit aktuellen Satellitenaufnahmen. Zeit für eine No-Strike-List-Prüfung. Zeit für die schlichte Frage, was sich neben dem Ziel befindet und wer sich dort zwischen 8:00 und 13:00 Uhr aufhält.

Diese Prüfschritte existieren nicht ohne Grund. Sie sind Teil der Zielvalidierungsprozedur, die US-Streitkräfte nach eigenem Regelwerk vor Präzisionsschlägen in urbanem Gelände durchführen müssen. Das DoD Law of War Manual, das die USA selbst herausgegeben haben, beschreibt diese Pflichten explizit. Es ist nicht ein externes Regelwerk, das den USA von außen auferlegt wird. Es ist ihr eigenes. Und es gilt auch dann, wenn der politische Wille fehlt, sich daran erinnern zu lassen.

Das Argument der zeitkritischen Bedrohung – das einzige Argument, das nach humanitärem Völkerrecht eine Umgehung der Vorsichtspflicht rechtfertigen könnte – fehlt vollständig in der öffentlichen Dokumentation. Wer es trotzdem vorbringen möchte, muss belegen, was bisher niemand belegt hat.

KI im Cockpit: Die Frage, die Cooper nicht beantwortet hat

Am 11. März 2026 bestätigte CENTCOM-Kommandeur Admiral Brad Cooper öffentlich, dass die US-Streitkräfte im Iran-Einsatz fortschrittliche KI-Systeme zur Verarbeitung großer Datenmengen für die Zielerfassung einsetzten. Die Aussage war knapp, aber sie hat Gewicht – denn sie öffnet eine Frage, die seitdem nicht gestellt worden ist.

KI-gestützte Targeting-Systeme sind keine Zukunftstechnologie. Sie sind im aktiven Einsatz – nicht nur bei den USA, sondern auch bei Israel, dessen KI-gestütztes Zielsystem „Lavender“ im Gaza-Krieg zu erheblicher internationaler Kritik geführt hatte. Diese Systeme versprechen schnellere Verarbeitung größerer Datenmengen, höhere Trefferquoten, reduzierte Kollateralschäden. Die Realität ist komplizierter.

Wenn ein KI-gestütztes Targeting-System in Echtzeit große Datenmengen verarbeitet – darunter offene Quellen, Satellitenaufnahmen, OSINT-Feeds, kommerzielle Bildanbieter -, wie kommt es dann zu einer Zielklassifizierung, die auf zehn Jahre alten Daten basiert? Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder hat das System die öffentliche Online-Präsenz der Schule, ihre Website, ihre Open-Source-Sichtbarkeit in kommerziellen Satellitenbildern schlicht nicht verarbeitet – weil diese Datenquellen nicht eingespeist wurden oder weil das Trainingsprofil des Systems sie nicht angemessen gewichtete. Oder es hat sie verarbeitet und trotzdem das Gebäude als militärisches Ziel geführt, weil die historische Klassifizierung der DIA im Systemmodell höher gewichtet war als aktuelle OSINT-Signale.

Beides ist aus völkerrechtlicher Sicht problematisch. Das erste Szenario würde bedeuten, dass ein Kriegsführungssystem mit bewusst oder fahrlässig unvollständiger Datenbasis betrieben wurde. Das zweite – und das ist das strukturell beunruhigendere – würde bedeuten, dass ein System, das als Werkzeug zur Reduzierung ziviler Opfer vermarktet wird, intern so kalibriert ist, dass es historische militärische Klassifizierungen gegen aktuelle Zivilnutzungssignale abwägt und die historische Klassifizierung gewinnen lässt. In beiden Fällen ist die Frage nach der Verantwortung dieselbe: Ein System kann keine Entscheidung verantworten. Aber die Menschen, die es programmiert, trainiert, mit Daten versorgt und in einem aktiven Kriegsszenario eingesetzt haben, können es.

Amnesty International formulierte in seiner Untersuchung präzise: Die offensichtliche Abhängigkeit der USA von veralteten Informationen, die den langjährigen Status des Gebäudes als ziviles Objekt nicht widerspiegelten, würde einen schwerwiegenden Verstoß gegen den Grundsatz der Vorsicht darstellen – insbesondere gegen die Pflicht, alles Zumutbare zu tun, um zu verifizieren, dass ein Ziel kein ziviles Objekt ist.

KI-Systeme ändern diese Pflicht nicht. Sie verschieben sie: von menschlichen Analysten auf die Frage, wie das System programmiert, trainiert und mit Daten versorgt wurde. Und auf die Frage, wer politisch und rechtlich verantwortlich ist, wenn das System falsch liegt.

Der Kongress fragt – CENTCOM antwortet nicht

Am 19. Mai 2026, fast drei Monate nach dem Angriff, sagte Admiral Brad Cooper, Kommandeur von US Central Command, vor dem House Armed Services Committee aus. Die Anhörung war öffentlich, das Protokoll zugänglich. Es war das erste Mal, dass sich der ranghöchste US-Militäroffizier im iranischen Operationsgebiet direkt zu Minab äußerte.

Adam Smith, der ranghöchste Demokrat im Ausschuss, drängte Cooper direkt, die US-Verantwortung für den Angriff anzuerkennen. Cooper verweigerte eine klare öffentliche Stellungnahme. Er bezeichnete die Untersuchung als „komplex“, verwies darauf, dass die Schule sich an einem „aktiven IRGC-Cruise-Missile-Komplex“ befunden habe, und sagte, die Untersuchung nähere sich dem Abschluss. Einen Zeitplan nannte er nicht. Auf die direkte Frage nach einer öffentlichen Verantwortungsübernahme antwortete Cooper ausweichend.

Smiths Reaktion war protokolliert: Es sei ziemlich klar, was passiert sei – aber 80 Tage nach dem Angriff hätten die USA noch immer keine Verantwortung übernommen.

Bemerkenswert ist, was Cooper am Rande der Anhörung sagte: Die Untersuchung sei komplex, weil die Schule auf dem Gelände oder in unmittelbarer Nähe eines aktiven IRGC-Raketenstützpunkts gelegen habe. Das ist die offiziell kommunizierte Begründung für die Komplexität – nicht fehlende Beweise, nicht technische Unklarheiten, sondern die räumliche Nähe der Schule zur Militärbasis. Das ist bemerkenswert, weil genau diese räumliche Nähe das völkerrechtliche Problem begründet: Ein Militärziel in einem zivilen Umfeld erhöht die Sorgfaltspflicht, es entkräftet sie nicht.

Die interne Untersuchung läuft als sogenannte 15-6-Untersuchung – eine formelle administrative Untersuchung nach US-Militärrecht, die auch disziplinarische Konsequenzen haben kann. Das Pentagon hob sie auf eine höhere Ebene: Ein General von außerhalb von CENTCOM wurde damit betraut, womit formal der Vorwurf entkräftet werden soll, CENTCOM untersuche sich selbst. Einen öffentlich zugänglichen Abschlussbericht gab es bis zum Redaktionsschluss dieser Analyse nicht.

Die Kommunikationsstrategie ist erkennbar: nicht leugnen, aber verzögern. Die Komplexität der Lage – Schule an Militärbasis – als Puffer nutzen, bis das öffentliche Interesse nachlässt oder ein Bericht erscheint, der Verantwortung technisch so verwässert, dass sie juristisch schwer greifbar bleibt. 46 US-Senatoren hatten bereits im März 2026 in einem Schreiben Antworten eingefordert. Auch Rep. Sara Jacobs und andere Mitglieder des Ausschusses haben öffentlich Klarheit verlangt. Die Antworten stehen weiterhin aus.

Es gibt eine Systematik in dieser Strategie, die historischen Präzedenzfällen folgt. Nach dem Massaker von My Lai in Vietnam dauerte es über ein Jahr, bis ein erster Bericht erschien – und die strafrechtliche Aufarbeitung blieb weitgehend aus. Nach dem Kunduz-Bombardement 2009, bei dem die Bundeswehr einen US-Luftangriff auf einen Tanklaster angefordert hatte und über 90 Zivilisten starben, zog sich die politische Aufarbeitung Jahre hin. Das Muster ist bekannt: Eine interne Untersuchung läuft, ein Abschlussbericht erscheint, der Verfahrensfehler benennt ohne Verantwortliche zu nennen, das öffentliche Interesse ebbt ab. Formal wurde untersucht. Materiell wurde nichts aufgeklärt.

Die Frage, die über Minab hinausweist, ist diese: Ob der US-Kongress, der in diesem Fall ungewöhnlich früh und parteiübergreifend Druck gemacht hat, diesmal eine andere Antwort erzwingt. 46 Senatoren, Rep. Adam Smith, Rep. Sara Jacobs – das ist kein marginaler Protest. Es ist eine institutionelle Reaktion. Ob sie anhält oder sich in der nächsten Nachrichtenlage auflöst, wird darüber entscheiden, ob Minab ein Präzedenzfall für Rechenschaft wird – oder ein Präzedenzfall dafür, wie man einen solchen vermeidet.

Der völkerrechtliche Befund

Just Security, eine US-amerikanische Fachpublikation für Sicherheitsrecht und internationales Recht, veröffentlichte Ende März 2026 eine detaillierte Zielrechtsanalyse zum Angriff auf Minab. Autor ist Joseph N. Orenstein, Spezialist für humanitäres Völkerrecht. Die Schlussfolgerungen sind nüchtern.

Das humanitäre Völkerrecht, konkret Artikel 57 des Zusatzprotokolls I zur Genfer Konvention, verpflichtet alle, die einen Angriff planen oder anordnen, alles Zumutbare zu tun, um zu verifizieren, dass das geplante Ziel weder Zivilisten noch zivile Objekte sind. Der Machbarkeitsstandard ist nicht absolut – er berücksichtigt die operativen Realitäten, die verfügbare Zeit und die vorhandenen Ressourcen. Aber er verlangt mindestens, dass die Zieldaten angemessen aktuell sind. Eine Klassifizierung, die auf dem Stand von 2013 basiert und ein seitdem physisch umgebautes, öffentlich als Schule genutztes Gebäude weiterhin als militärisches Ziel führt, ist nach diesem Standard nicht vertretbar.

Orenstein benennt die gesamte Genehmigungskette als verantwortlich: Targeting-Offiziere, Operationsrechtsberater, der Kommandeur, der den finalen Freigabebefehl erteilte. Jeder Schritt in dieser Kette hätte die Gelegenheit geboten, die Klassifizierung zu prüfen. Das US-Militär kennt das Instrument des sogenannten „No-Strike-List“-Abgleichs – eine Datenbank ziviler Schutzobjekte, die vor jedem Präzisionsschlag geprüft werden muss. Ob die Shajareh-Tayyebeh-Schule darin verzeichnet war, ist öffentlich nicht bekannt. Ob die Prüfung stattfand, ist öffentlich nicht bekannt. Keine der folgenden Fragen ist bisher öffentlich beantwortet worden: Wer hat das Zielpaket erstellt? Wann wurden die Koordinaten zuletzt validiert? Welche ISR-Mittel wurden vor dem Schlag genutzt oder nicht genutzt? Fand ein No-Strike-List-Abgleich statt? War die Schule in einer Schutzdatenbank für Zivilinfrastruktur erfasst? Wurde eine Pattern-of-Life-Analyse durchgeführt, die Schulbetrieb und Kinderaufenthalt hätte erkennen lassen?

Amnesty International, das drei Personen mit Ortskenntnissen in Minab interviewte und offizielle Statements sowie unabhängige Medienberichte auswertete, kam im März 2026 zu dem Befund: Der Angriff war rechtswidrig. Die Organisation forderte, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen – einschließlich der Befehlskette bis zur politischen Führung.

Der UN-Menschenrechtsrat befasste sich ebenfalls mit dem Vorfall. Volker Türk, UN-Hochkommissar für Menschenrechte, äußerte sich öffentlich. Die Einordnung des Angriffs als möglichen Verstoß gegen humanitäres Völkerrecht ist damit nicht allein auf iranische oder russische Quellen zurückzuführen, sondern auf westliche Rechtsinstitutionen, US-amerikanische Fachpublikationen und internationale Menschenrechtsorgane.

Strategische Schlussfolgerung

Minab ist kein Einzelfall. Es ist ein Präzedenzfall – in beide Richtungen.

Die Fakten sind, soweit sie öffentlich zugänglich sind, konsistent: Ein US-Tomahawk hat die Shajareh-Tayyebeh-Schule getroffen. Die Waffe ist durch Trümmeranalyse westlicher Experten – ARES, CBS News, Reuters, BBC, Washington Post – unabhängig identifiziert. Die Präzision der übrigen Treffer schließt einen technischen Fehlschlag aus: Sechs bilderbuchhaft präzise Einschläge sind kein Muster eines Streuers. Das Gebäude war seit mindestens zehn Jahren öffentlich sichtbar als Schule genutzt – dokumentiert durch kommerzielle Satellitenbilder, eine eigene Website, öffentliche Einträge. Eine zeitkritische Bedrohungslage, die eine Umgehung der Vorsichtspflicht rechtfertigen würde, ist nicht dokumentiert. Die interne US-Untersuchung hat nach fast hundert Tagen keine öffentliche Verantwortungsübernahme produziert.

Der völkerrechtliche Befund – erarbeitet von Just Security, Amnesty International und dem UN-Menschenrechtsrat, also nicht von iranischer oder russischer Seite – lautet: Die verfügbaren Fakten legen einen schwerwiegenden Verstoß gegen die Vorsichtspflicht nahe. Das bedeutet nicht automatisch ein Kriegsverbrechen im strafrechtlichen Sinne – der Nachweis vorsätzlichen Handelns ist dafür erforderlich, und dieser liegt nicht vor. Es bedeutet aber, dass die Fragen, die eine seriöse Untersuchung beantworten muss, öffentlich gestellt und öffentlich beantwortet werden müssen. Wer das Zielpaket erstellt hat. Wann die Koordinaten zuletzt validiert wurden. Welche ISR-Mittel genutzt wurden. Wer den finalen Freigabebefehl gab. Ob eine Pattern-of-Life-Analyse die Schulnutzung hätte erkennen lassen. Keine dieser Fragen ist öffentlich beantwortet worden.

Moderne westliche Kriegsführung hat sich ein Präzisionsversprechen gegeben: Je genauer die Waffe, desto kleiner der Kollateralschaden. Das Tomahawk-Programm ist der Ausdruck dieses Versprechens – eine Waffe, die auf 1.000 Kilometer einen Einschlag auf Dachmitte erzeugt. Doch Präzision bei der Waffe ersetzt keine Präzision bei den Daten. Ein Tomahawk, der exakt das falsche Ziel trifft, ist präzise und falsch zugleich.

Wenn moderne Kriegsführung zudem auf KI-gestützte Targeting-Systeme setzt, die nach eigener Darstellung große Datenmengen in Echtzeit verarbeiten, und wenn gleichzeitig eine jahrelang öffentlich sichtbare Schule im Zielpaket verbleibt – weil die zugrundeliegenden Klassifizierungen nicht aktualisiert wurden -, dann ist das kein bedauerlicher Einzelfehler. Dann ist das eine Systemeigenschaft. Eine Systemeigenschaft, die in urbanen Kriegsgebieten von Minab über Gaza bis zu jedem zukünftigen Konfliktschauplatz dieselbe Konsequenz produziert: Zivile Objekte, die historisch militärisch klassifiziert wurden, bleiben im Zielpaket – unabhängig davon, was ein Satellit heute sieht, was eine Website dokumentiert, wer gerade auf dem Schulhof steht.

Am 28. Februar 2026 standen dort Mädchen zwischen sieben und zwölf Jahren. Die Frage, wer das hätte wissen müssen und warum es trotzdem nicht die Entscheidung veränderte, ist keine technische. Sie ist eine des Rechts, der Führungsverantwortung und – letztlich – der Rechenschaft.

Über den Autor

Michael Hollister war sechs Jahre Bundeswehrsoldat (SFOR, KFOR) und blickt hinter die Kulissen militärischer Strategien. Nach 14 Jahren im IT-Security-Bereich analysiert er primärquellenbasiert europäische Militarisierung, westliche Interventionspolitik und geopolitische Machtverschiebungen. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf dem asiatischen Raum, insbesondere Südostasien, wo er strategische Abhängigkeiten, Einflusszonen und Sicherheitsarchitekturen untersucht. Hollister verbindet operative Innensicht mit kompromissloser Systemkritik – jenseits des Meinungsjournalismus. Seine Arbeiten erscheinen zweisprachig auf www.michael-hollister.com sowie in kritischen Medien im deutsch- und englischsprachigen Raum.

Quellenverzeichnis

  1. Reuters – US investigation points to likely US responsibility in Iran school strike https://www.reuters.com/world/middle-east/us-investigation-points-likely-american-role-iran-school-bombing-2026-03-06/
  2. Reuters – US may have struck Iranian girls‘ school after using outdated targeting data https://www.reuters.com/world/middle-east/us-may-have-struck-iranian-girls-school-after-using-outdated-targeting-data-2026-03-11/
  3. Reuters – Bombed Iranian girls school had vivid website and yearslong online presence https://www.reuters.com/world/middle-east/bombed-iranian-girls-school-had-vivid-website-yearslong-online-presence-2026-03-11/
  4. Reuters – Pentagon elevates investigation into Iran school strike https://www.reuters.com/world/middle-east/pentagon-elevates-investigation-into-iran-school-strike-2026-03-13/
  5. Reuters – US probe into strike on Iran girls‘ school near conclusion, US admiral says https://www.reuters.com/world/middle-east/us-probe-into-strike-iran-girls-school-near-conclusion-us-admiral-says-2026-05-19/
  6. The New York Times – Evidence suggests U.S. struck girls‘ school in Minab, Iran https://www.nytimes.com/2026/03/11/us/politics/iran-school-missile-strike.html
  7. CBS News – Iran says a girls‘ school was hit by a deadly air strike. Here’s what we know. https://www.cbsnews.com/news/iran-girls-school-alleged-strike/
  8. CBC News – Who bombed a girls‘ school in Iran? A visual investigation https://www.cbc.ca/news/world/iran-school-bombing-investigation-9.7114994
  9. Channel 4 FactCheck – Iran school satellite imagery shows evidence of targeted strike, says expert https://www.channel4.com/news/factcheck/factcheck-iran-school-satellite-imagery-shows-evidence-of-targeted-strike-says-expert
  10. Just Security – When Intelligence Fails: A Legal Targeting Analysis of the Minab School Strike https://www.justsecurity.org/134350/legal-analysis-minab-school-strike/
  11. Amnesty International – USA/Iran: Those responsible for deadly and unlawful US strike on school must be held accountable https://www.amnesty.org/en/latest/news/2026/03/usa-iran-those-responsible-for-deadly-and-unlawful-us-strike-on-school-that-killed-over-100-children-must-be-held-accountable/
  12. Middle East Monitor – US lawmakers press CENTCOM chief on deadly Iran school strike https://www.middleeastmonitor.com/20260519-us-lawmakers-press-centcom-chief-on-deadly-iran-school-strike/
  13. The Guardian – Minab school bombing: how the worst mass-casualty event of the Iran war unfolded https://www.theguardian.com/global-development/2026/mar/03/minab-school-bombing-how-the-worst-mass-casualty-event-of-the-iran-war-unfolded-a-visual-guide
  14. RT.com – US behind strike on Iranian school – NYT https://www.rt.com/news/633995-us-iran-school-strike/

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