Wie Trump die Weltordnung zertrümmert, um Amerika zu retten
von Michael Hollister
Veröffentlicht bei GlobalBridge am 29. Januar 2026
5.302 Wörter * 28 Minuten Lesezeit

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Akt 1: Der Tabubruch
Am 3. Januar 2026, um 4:37 Uhr Ortszeit, bombardierten US-Kampfjets den Präsidentenpalast Miraflores in Caracas. 80 Menschen starben. Spezialkräfte enterten den Palast, entführten den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro samt Ehefrau und flogen sie nach New York. Zwei Tage später stand Maduro vor einem US-Bundesgericht – angeklagt wegen Drogenhandels. Caracas brennt. Die Toten werden in Massengräbern verscharrt. Und Donald Trump verkündet auf Truth Social: „Die USA werden Venezuela regieren, bis eine neue demokratische Regierung eingesetzt ist. Wir werden ihr Öl fördern und verkaufen.“
Kein Kriegsgrund. Keine UN-Resolution. Keine Selbstverteidigung. Nur:
Wir wollen euer Öl, also nehmen wir es uns.
Der Völkerrechtler Markus Krajewski von der Universität Augsburg nennt es beim Namen: „Die klarsten Verstöße gegen die UN-Charta, die ich in meiner Karriere gesehen habe.“ Gewaltverbot verletzt. Interventionsverbot verletzt. Entführung eines Staatsoberhaupts – ein Kriegsverbrechen. Die UNO? Verurteilte die Aktion. Russland und China? Verurteilten die Aktion. Konsequenzen? Null.
Denn niemand kann die USA stoppen. Niemand will es. Niemand traut sich.
Am 7. Januar enterten US-Navy SEALs im Nordatlantik, 190 Seemeilen südlich von Island, den russischen Öltanker Marinera. Spezialhelikopter der „Night Stalkers“, Sturm, Nebel, eiskalte See. Keine Vorwarnung. Das Schiff fuhr unter russischer Flagge – Russland hatte es erst Tage zuvor registriert, um es zu schützen. Die USA scherten sich nicht darum. Sie beschlagnahmten das Schiff, eskortierten es in US-Gewässer. Begründung: „Verstöße gegen US-Sanktionen.“ Dass das Schiff in internationalen Gewässern fuhr? Egal. Dass es eine souveräne Flagge trug? Egal. Seerecht, Völkerrecht, Flaggenrecht – alles irrelevant.
Selber Tag, selbe Operation: US-Küstenwache stoppte den Tanker Sophia in der Karibik. Weitere 12 Tanker verschwanden von den Radarschirmen, Ortung abgeschaltet, panische Flucht vor der US-Blockade. Verteidigungsminister Pete Hegseth – den man nun „Kriegsminister“ nennt – twitterte: „Nur legitimer Energiehandel – wie von den USA festgelegt – wird zugelassen.“
Lesen Sie das nochmal. „Wie von den USA festgelegt.“ Nicht die UNO. Nicht das Seerecht. Nicht internationale Verträge. Die USA entscheiden, wer Öl verkaufen darf. Punkt.
Russland protestierte. China protestierte. Frankreich und Großbritannien? Bereiteten ihre eigenen Tanker-Überfälle vor. Die neue Normalität: Völkerrecht gilt nur noch, wenn Washington es zulässt.
Am 9. Januar sagte Trump der New York Times: „My own morality, my own mind is the only thing that can stop me. I don’t need international law.“ Dann korrigierte er sich grinsend: „I do“ – aber er lasse offen, was das eigentlich bedeute.
Am selben Tag beauftragte Trump laut mehreren Medienberichten, darunter BBC, den Chairman der Joint Chiefs of Staff, Dan Caine, mit der Ausarbeitung von Invasionsplänen für Grönland. Grönland – ein NATO-Territorium. Dänemark – ein NATO-Verbündeter seit 1949. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen warnte: „Wenn der stärkste Verbündete erwägt, uns anzugreifen, dann ist jedes Bündnis hinfällig.“
Trump reagierte, wie Trump reagiert: „It may be a choice“ – entweder NATO oder Grönland. Er könne sich vorstellen, dass die USA sich entscheiden müssten.
Am 22. Januar, auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, unterschrieb Trump die Gründungscharta seines Board of Peace. Ein „Friedensrat“ unter seiner persönlichen, lebenslangen Führung. In Davos unterzeichneten Vertreter von 19 Ländern die Charta – darunter Viktor Orbán, Javier Milei, Vertreter aus Bahrain, Marokko, Pakistan. Insgesamt haben rund 35 Staaten ihre Teilnahme zugesagt, 60 wurden eingeladen. Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kanada fehlten. Sie hatten die Einladung abgelehnt.
Die 11-seitige Charta erwähnt Gaza – das angebliche Ziel des „Friedensrats“ – kein einziges Mal. Stattdessen: Ein globales Konfliktlösungsorgan, das „Stabilität und Frieden in betroffenen Gebieten“ schaffen soll. Trump bleibt Chairman, solange er lebt oder zurücktritt. Absetzbar nur durch einstimmigen Beschluss des Executive Board. Wer 1 Milliarde Dollar zahlt, wird permanentes Mitglied. Die anderen dürfen drei Jahre mitspielen.
Mary Robinson, frühere UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, nannte es „eine Wahnvorstellung von Macht“. Der französische Präsident Emmanuel Macron erklärte, die Charta stelle „die Prinzipien der Vereinten Nationen in Frage“. Trump antwortete in Davos: Die UNO könne bleiben. Das Board of Peace werde „mit ihr zusammenarbeiten“. Oder sie ersetzen. „Might.“
Das ist kein Strategiewechsel. Das ist kein Ausrutscher. Das ist kein 4D-Schach.
Das ist ein Mann, der am Büffet steht, furzen muss – und furzt. Weil er kann. Weil es ihm egal ist, was die anderen denken. Weil er sein Leben lang gelernt hat: Regeln gelten nicht für mich. Und weil niemand ihn jemals dafür zur Rechenschaft gezogen hat.
Venezuela war der Testballon. Das Tabu ist gebrochen. Die Welt hat zugeschaut. Und nichts getan.
Jetzt kommt der Rest.
Akt 2: Vier Fronten, ein Würgegriff
Was nach Chaos aussieht, folgt einer Logik. Einer brutalen, eiskalten, realpolitischen Logik. Trump führt keinen Krieg gegen Venezuela, Grönland oder russische Tanker. Trump führt Krieg gegen die De-Dollarisierung. Und er weiß: Er hat nicht mehr viel Zeit.
2016 veröffentlichte die RAND Corporation die Studie „War with China: Thinking Through the Unthinkable“. Die zentrale Warnung: Die USA haben 8 bis 10 Jahre, um Chinas Aufstieg einzudämmen. Danach wird China militärisch, wirtschaftlich und technologisch so dominant sein, dass Eindämmung unmöglich wird. 2016 plus 10 Jahre? 2026. Jetzt. Dieses Jahr.
Die Brookings Institution formulierte es 2015 noch deutlicher: China positioniere sich strategisch so, dass Washington von „einigen chinesischen Beobachtern als containment-orientierte Strategie wahrgenommen wird“. Übersetzung: Entweder die USA handeln jetzt, oder sie verlieren ihre Hegemonialstellung – für immer.
Trump weiß das. Seine National Security Strategy (November 2025) und die National Defense Strategy (Januar 2026) sind keine diplomatischen Absichtserklärungen. Sie sind Schlachtpläne. Und der Schlachtplan hat vier Fronten.
Front 1: Venezuela – Abgeschlossen
Venezuela war nie das Ziel. Venezuela war die Versicherungspolice.
Die USA haben am 3. Januar nicht nur Maduro entführt. Sie haben sich 303 Milliarden Barrel nachgewiesene Ölreserven unter den Nagel gerissen – die größten der Welt. Größer als Saudi-Arabien. Größer als Kanada. Und sie liegen 2.200 Kilometer vor der US-Küste, nicht 11.000 Kilometer entfernt wie die Golfstaaten.
Trump verkündete am 8. Januar, die USA würden eigene Sanktionen gegen Venezuela aufheben, um den Ölverkauf auf dem Weltmarkt zu ermöglichen. Energieminister Chris Wright präzisierte: „Die USA übernehmen den Verkauf venezolanischen Öls auf unbestimmte Zeit.“ Übersetzung: Wir haben euch das Öl geklaut, und jetzt verkaufen wir es selbst.
Aber Venezuela war nicht nur Öl. Venezuela war auch eine Enteignung Chinas. Peking hatte über 70 Milliarden Dollar in venezuelanische Infrastruktur, Ölfelder und Kredite investiert. Mit Maduros Sturz? Alles weg. China protestierte scharf – aber tat nichts. Keine Sanktionen. Keine Flotte. Keine militärische Antwort.
Das war der eigentliche Test. Und China hat ihn nicht bestanden.
Drittens: Venezuela liegt 30 Flugminuten von Florida entfernt. Mit Maduro an der Macht und chinesischen Milliarden im Land hätte Venezuela binnen zwei Jahren eine militärische Bedrohung werden können – Raketen, Basen, Überwachung. Trump hat das Risiko eliminiert, bevor es entstand.
Und viertens, der entscheidende Punkt: Hormuz-Versicherung. Wenn – nicht falls, sondern wenn – die USA den Iran angreifen, wird Teheran die Straße von Hormuz schließen. Garantiert. 21% des weltweiten Öls fließen durch diese 54 Kilometer breite Meerenge. Die USA können eine Blockade nicht verhindern – zu viele Schnellboote, zu viele Raketen, zu wenig Raum. Der Ölpreis würde explodieren. Europa würde kollabieren. Die Weltwirtschaft in Panik verfallen.
Außer: Die USA haben ihr eigenes Öl. Venezolanisches Öl. Billiges, nahes, kontrollierbares Öl.
Venezuela war nicht der Hauptkrieg. Venezuela war die logistische Vorbereitung für den Hauptkrieg.
Front 2: Iran – In Vorbereitung, Q1/Q2 2026
Seit Dezember 2025 brennt der Iran. Proteste in Teheran, Isfahan, Mashhad. Die Regierung spricht von „ausländischer Einmischung“. Sie hat recht. Der CIA hat seine Hausaufgaben gemacht.
Trump sagte am 5. Januar: „Wenn sie Leute töten, werden sie von den USA sehr hart getroffen.“ Das war keine Warnung. Das war eine Ankündigung.
Der Iran muss fallen, bevor die USA China angreifen. Nicht weil der Iran gefährlich ist – sondern weil der Iran Israels Existenzbedrohung darstellt. Solange Teheran steht, kann Israel von Hisbollah-Raketen aus dem Libanon, von Hamas-Tunneln aus Gaza, von iranischen Drohnen aus Syrien angegriffen werden. Wenn die USA im Pazifik beschäftigt sind – Flugzeugträger vor Taiwan, Marines auf den Philippinen, Cyberangriffe auf Shanghai – kann Iran Israel angreifen. Und die USA müssten Truppen aus dem Pazifik abziehen, um Tel Aviv zu retten.
Das ist ein strategisches Dilemma. Also eliminiert Trump es.
Die NSS formuliert es kryptisch: „We will stand ready to take focused, decisive action that concretely advances U.S. interests.“ Übersetzung: Wir schlagen zu, wann wir wollen, wo wir wollen, ohne euch zu fragen.
Der Zeitplan? Wochen, nicht Monate. Seit 25. Januar 2026 steht die USS Abraham Lincoln Carrier Strike Group vor dem Iran – ein kompletter Flugzeugträger-Kampfverband mit drei Arleigh-Burke-Zerstörern, F-35C-Stealth-Jets, F/A-18E/F Super Hornets und EA-18G Growler-Elektronikkampfflugzeugen. F-15E-Kampfjets wurden nach Jordanien verlegt. RC-135-Aufklärungsflugzeuge sammeln Echtzeitdaten über iranische Kommunikation. The War Zone beschreibt es als „U.S. forces massing in Middle East“ – Anhäufung, Sammlung. The Guardian meldet „multi-day aerial military drills“ – mehrtägige Luftwaffenübungen.
Das ist keine Abschreckung. Das ist Präpositionierung.
Ein Flugzeugträger-Kampfverband wird nicht monatelang „in Stellung gehalten“. Er ist zu teuer, zu verwundbar, zu logistisch aufwendig. Flugzeugträger sind Angriffswaffen – wenn sie vor Ort sind, werden sie benutzt. Die militärische Aufstellung entspricht exakt der vor der Irak-Invasion 2003, der Libyen-Bombardierung 2011 und den Syrien-Luftschlägen 2017.
Vermutlich Februar bis März 2026 werden US-Bomber und Tomahawk-Marschflugkörper iranische Atomanlagen, Raketenfabriken und Revolutionsgarden-Stützpunkte pulverisieren. Teheran wird die Straße von Hormuz schließen. Die Ölpreise werden durch die Decke gehen.
Aber die USA? Schwimmen in venezolanischem Öl.
Europa, China, Indien? Nicht.
Front 3: Panama – In Vorbereitung, Q3/Q4 2026
Trump hat am 7. Januar gesagt: „Wir haben Panama den Kanal geschenkt. Das war ein Fehler. Wir werden ihn zurücknehmen.“
Das ist keine Rhetorik. Das ist Ankündigung.
Der Panama-Kanal ist die zweitwichtigste maritime Chokepoint der Welt nach Malakka. 14.000 Schiffe pro Jahr. 6% des weltweiten Seehandels. Und: China ist der zweitgrößte Nutzer nach den USA. Chinesische Firmen betreiben Häfen an beiden Enden des Kanals – Balboa im Pazifik, Cristóbal im Atlantik.
Wenn die USA den Kanal kontrollieren, kontrollieren sie Chinas Handelsroute zwischen Pazifik und Atlantik. Sie können chinesische Schiffe stoppen, durchsuchen, verzögern – oder einfach nicht durchlassen. Ohne Schuss. Ohne Krieg. Einfach: „Tut uns leid, Kanal ist für eure Flagge geschlossen.“
Die US-Flotte steht bereits vor Ort. Sie haben Venezuela gerade überfallen – Panama liegt 1.500 Kilometer weiter westlich. Ein halber Tag Fahrt. Die Truppen sind da. Die Schiffe sind da. Die Logistik läuft.
Trump wird vermutlich die gleiche Methode anwenden wie in Venezuela: Ein „Zwischenfall“. Vielleicht ein angeblicher Terroranschlag. Vielleicht „chinesische Spionage“ im Kanal. Vielleicht einfach: „Wir brauchen ihn für nationale Sicherheit.“
Panama hat 60.000 Soldaten. Keine Luftwaffe. Keine Marine. Die USA haben 1,3 Millionen aktive Soldaten, 11 Flugzeugträger und die beste Luftwaffe der Welt.
Das wird kein Krieg. Das wird ein Spaziergang.
Timing: Vermutlich nach Iran, aber vielleicht auch davor. Trump ist flexibel. Wenn die CIA-Aufstände im Iran noch drei Monate brauchen, nimmt er sich Panama zuerst. Die Flotte ist ohnehin in der Karibik. Warum warten?
Mit Venezuela-Öl und Panama-Kanal hat Trump zwei der drei globalen Energie-Chokepoints unter Kontrolle. Fehlt nur noch einer.
Front 4: Malakka – Ausbau läuft, Kontrolle bis 2027
Die Straße von Malakka ist Chinas Halsschlagader. 73% aller chinesischen Seefracht fließt durch diese 800 Kilometer lange, an der engsten Stelle nur 2,8 Kilometer breite Meerenge zwischen Malaysia und Indonesien. Öl aus dem Nahen Osten. Rohstoffe aus Afrika. Container aus Europa.
Wenn Malakka schließt, erdrosselt China binnen Wochen.
Die USA haben keine Militärbasen in Malaysia oder Indonesien. Sie brauchen sie auch nicht. Sie haben etwas Besseres: Ein perfekt abgestimmtes Macht- und Zugriffssystem.
Erstens: Singapur. Die Changi Naval Base ist der operative Schlüssel. Dort liegen US-Kriegsschiffe, U-Boote, Versorgungsschiffe. Singapur erlaubt der US-Navy „rotierenden Zugang“ – Übersetzung: Die Schiffe sind immer da, aber offiziell nicht stationiert. Ein bürokratisches Feigenblatt.
Zweitens: Diego Garcia. 3.500 Kilometer südlich, mitten im Indischen Ozean, liegt die US-Militärbasis Diego Garcia. Von dort starten B-52-Bomber, Tankflugzeuge, Drohnen. Reichweite: Malakka in 90 Minuten.
Drittens: Kooperationen. Malaysia und Indonesien haben keine formellen Militärbündnisse mit den USA. Aber sie haben Intelligence-Sharing-Abkommen, gemeinsame Marineübungen und Radarsysteme, die direkt mit US-Pazifikkommando verbunden sind.
Die USA können Malakka nicht dauerhaft blockieren – dafür ist die Meerenge zu groß, der internationale Widerstand zu stark. Aber sie können sie im Ernstfall für chinesische Schiffe schließen. Selektiv. „Verdacht auf Waffenschmuggel.“ „Terrorwarnung.“ „Inspektionsmaßnahme wegen Sanktionsverstößen.“
Malakka plus Panama = China sitzt in der Falle.
Ihre Schiffe kommen weder durch den Pazifik-Atlantik-Korridor (Panama zu) noch durch den Indischen Ozean (Malakka zu). Bleibt nur die Nordroute über Russland – die Arktis, durch die Beringstraße. Das dauert 50% länger und ist im Winter unpassierbar.
Die NDS (Januar 2026) macht die Priorität glasklar: „China pacing challenge“. Alles – Truppenbewegungen, Waffensysteme, Budgets – richtet sich nach China. Die zweite „Line of Effort“ lautet: „Integrated Deterrence in the Indo-Pacific“. Übersetzung: China abschrecken, China einkreisen, China erdrosseln.
Europa? Russland? Im NDS kommt „Demokratie“ null Mal vor. Russland wird als „persistent but manageable threat“ beschrieben. Manageable. Beherrschbar. Europa soll sich um Russland selbst kümmern – die USA haben Wichtigeres zu tun.
Die NSS formuliert es noch deutlicher: „Wir werden die Sicherheitslücken verbündeter Staaten aufgrund unverantwortlicher Entscheidungen ihrer Führungskräfte nicht ausgleichen.“ Das ist keine Partnerschaft. Das ist eine Kündigung.
Europa ist auf sich allein gestellt. Chinas Handelsrouten sind umzingelt. Venezuelas Öl fließt nach Norden. Und Trump sitzt auf drei von vier globalen Chokepoints.
Fehlt nur noch der letzte Schritt.
Akt 3: Der Dollar-Krieg
Warum tut Trump das alles? Warum riskiert er die NATO, die Weltordnung, das Völkerrecht? Warum jetzt?
Weil der Dollar stirbt. Und mit ihm die amerikanische Macht.
Die USA sind nicht die größte Volkswirtschaft der Welt, weil sie die besten Produkte herstellen. Sie sind es, weil die Welt in Dollar zahlt. Öl? Dollar. Rohstoffe? Dollar. Internationale Kredite? Dollar. Der globale Handel läuft über ein System namens SWIFT – kontrolliert vom Westen, denominiert in Dollar. Wer den Dollar kontrolliert, kontrolliert den Welthandel.
Das ist keine Übertreibung. Das ist die Grundlage amerikanischer Macht seit 1944, seit Bretton Woods. Die USA können Geld drucken, Schulden machen, Kriege führen – und die Welt zahlt die Rechnung. Weil jeder Dollar braucht. Weil jeder in Dollar spart. Weil der Dollar die Reservewährung ist.
Bis jetzt.
BRICS: Die existenzielle Bedrohung
Die BRICS-Staaten – Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika plus mittlerweile Ägypten, Äthiopien, Iran, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate – repräsentieren 45% der Weltbevölkerung. Ihr Bruttoinlandsprodukt, gemessen in Kaufkraftparität, liegt mittlerweile höher als das der G7. Sie sind keine „aufstrebenden Märkte“ mehr. Sie sind die Mehrheit.
Und sie wollen raus aus dem Dollar.
Seit 2023 arbeiten die BRICS an einer eigenen Währung: der Unit. Eine goldgedeckte, blockchain-basierte Verrechnungseinheit für den Handel zwischen BRICS-Staaten. Kein Dollar nötig. Kein SWIFT nötig. Keine US-Kontrolle.
Der chinesische Präsident Xi Jinping sagte beim BRICS-Gipfel 2024 in Kasan: „Wir müssen die Dominanz des Dollars brechen, um echte wirtschaftliche Souveränität zu erreichen. „Das ist keine antiwestliche Propaganda. Das ist eine Feststellung: Solange der Dollar herrscht, können die USA jedes Land mit Sanktionen erdrosseln. Kuba. Venezuela. Iran. Nordkorea. Russland. Einfach: Ihr seid vom Dollar abgeschnitten. Eure Banken können nicht mit westlichen Banken handeln. Eure Unternehmen können nichts kaufen, nichts verkaufen. Ihr seid tot.
Es sei denn, ihr habt eine Alternative.
Die Unit soll 2026 bis 2027 kommen. Erste Pilotprojekte laufen bereits. Russland und China handeln Öl und Gas bereits in Yuan. Indien kauft russisches Öl in Rupien. Saudi-Arabien – seit 50 Jahren der treueste Dollar-Verbündete – erklärte 2023 erstmals öffentlich, offen für Handel in anderen Währungen zu sein. Der saudische Finanzminister Mohammed al-Jadaan sagte im Januar 2023: ‚Wir sind offen dafür, Handel auch in anderen Währungen als dem US-Dollar abzuwickeln.‘ Ein Currency-Swap-Abkommen mit China wurde im November 2023 unterzeichnet. Konkrete Yuan-Ölverkäufe sind noch nicht bestätigt – aber das Signal ist gesetzt. Die Saudis wissen: China ist mittlerweile ihr größter Abnehmer. Peking zahlt in Yuan. Und Riad überlegt, ob Washington noch der wichtigste Partner ist.
Wenn Saudi-Arabien den Petrodollar aufgibt – wenn das größte Ölexportland der Welt nicht mehr in Dollar abrechnet – dann ist der Dollar nicht mehr die Leitwährung. Dann ist er eine Währung unter vielen.
Und dann ist die amerikanische Ära vorbei.
Das Kreditkartenhaus bricht zusammen
Die USA haben 36 Billionen Dollar Staatsschulden. 36.000.000.000.000 Dollar. Das sind 120% des Bruttoinlandsprodukts. Jedes Jahr kommen 2 Billionen neue Schulden dazu. Die Zinsen allein kosten mittlerweile 1 Billion Dollar pro Jahr – mehr als das Pentagon-Budget.
Wie finanzieren die USA das? Indem die Welt US-Staatsanleihen kauft. China kauft sie. Japan kauft sie. Die Golfstaaten kaufen sie. Warum? Weil US-Staatsanleihen sicher sind. Weil sie in Dollar denominiert sind. Weil der Dollar die Reservewährung ist.
Aber: Wenn die Welt den Dollar nicht mehr braucht, kauft niemand mehr US-Staatsanleihen. Dann müssen die USA ihre Schulden selbst finanzieren – mit echtem Geld, echten Ressourcen, echter Arbeit.
Das können sie nicht. Die US-Wirtschaft ist auf Pump gebaut. Seit 1971, seit Nixon den Goldstandard aufgab, leben die USA auf Kredit. Sie importieren billige Produkte aus China, drucken Dollar, und China investiert die Dollar zurück in US-Anleihen. Ein perfekter Kreislauf.
Es sei denn, China steigt aus.
Peking hat seit 2022 massiv US-Anleihen verkauft. Von 1,3 Billionen Dollar Bestand auf 800 Milliarden. Japan ebenfalls. Saudi-Arabien ebenfalls. Sie diversifizieren – Gold, Yuan, Euro, Unit.
Wenn die BRICS-Unit kommt, bricht der Kreislauf. Dann braucht China keine Dollar mehr. Dann kauft Saudi-Arabien keine US-Anleihen mehr. Dann können die USA ihre Schulden nicht mehr finanzieren.
Dann sind sie bankrott.
Die RAND-Studie von 2016 warnte genau davor: Die USA haben 8 bis 10 Jahre, um ihre Hegemonie zu sichern. Danach ist China wirtschaftlich so stark, dass Eindämmung unmöglich wird. 2016 plus 10 Jahre? 2026.
Dieses Jahr.
Trump weiß das. Seine Berater wissen das. Die Think Tanks wissen das. Die Heritage Foundation veröffentlichte 2023 den Bericht „Winning the New Cold War: A Plan for Countering China“. Die Empfehlung: Wirtschaftlich, technologisch und militärisch gegen Chinas Aufstieg vorgehen. Jetzt. Bevor es zu spät ist.
In fünf Jahren ist es zu spät. Die Unit läuft. Der Dollar ist irrelevant. Die USA werden wie Großbritannien nach 1945: Nominal eine Großmacht, faktisch ein Mitspieler. Eine Insel mit Atomwaffen, die der Welt erklärt, wie großartig sie mal war.
Trump will nicht in die Geschichte eingehen als der Präsident, der Amerika zur Zweitklassmacht gemacht hat. Also schlägt er zu. Jetzt. Überall. Gleichzeitig.
Venezuela = Öl-Kontrolle. Iran = Israel-Sicherheit, Hormuz-Kontrolle. Panama = Handelsrouten-Kontrolle. Malakka = China-Blockade.
Wenn diese vier Fronten gesichert sind, kontrollieren die USA die globalen Chokepoints. Sie können entscheiden, wer Öl bekommt, wer handeln darf, wer seine Waren verschiffen kann. Sie brauchen den Dollar nicht mehr als Waffe – sie haben die physische Kontrolle über die Infrastruktur.
Das ist kein Wirtschaftskrieg mehr. Das ist ein Ressourcenkrieg. Ein Geografie-Krieg. Ein Würgegriff um die Weltwirtschaft.
Und die Uhr tickt.
Akt 4: NSS/NDS als Blaupause
Das alles ist keine Improvisation. Das steht schwarz auf weiß in den offiziellen Strategiedokumenten der USA. Wer wissen will, was Trump plant, muss nicht raten. Er hat es aufgeschrieben.
Die National Security Strategy (November 2025) und die National Defense Strategy (Januar 2026) sind die Blaupausen für das, was wir gerade erleben. Keine diplomatischen Floskeln. Keine Lippenbekenntnisse zu „Demokratie“ und „Menschenrechten“. Sondern knallharte Machtpolitik, formuliert mit der Subtilität eines Vorschlaghammers.
NSS: „Primacy of Nations“ – Das Ende der regelbasierten Ordnung
Die NSS beginnt mit einer Kampfansage. Nicht an China. Nicht an Russland. Sondern an die internationale Ordnung selbst.
„The Trump Corollary to the Monroe Doctrine“ – so nennt die NSS Trumps außenpolitische Doktrin. Die Monroe-Doktrin von 1823 besagte: Die westliche Hemisphäre gehört den USA, europäische Mächte sollen sich raushalten. Die „Trump Corollary“ geht weiter: Die westliche Hemisphäre gehört den USA. Punkt. Keine Einmischung von außen. Keine chinesischen Investitionen. Keine russischen Militärberater. Und erst recht keine „demokratischen Wahlen“, wenn das Ergebnis Washington nicht passt.
Venezuela war die erste Anwendung. Kolumbien, Nicaragua und Kuba sind gewarnt. Marco Rubio sagte am 5. Januar: „Wenn ich in Kubas Regierung säße, würde ich mir jetzt ernsthaft Sorgen machen.“
Das ist keine Drohung. Das ist eine Terminankündigung.
Die NSS führt ein neues Konzept ein: „Primacy of Nations“. Übersetzung: Nationalstaaten sind wichtiger als internationale Institutionen. Die UNO? Nett, aber irrelevant. Die NATO? Nur nützlich, wenn sie tut, was Washington will. Das Völkerrecht? Ein Vorschlag, keine Verpflichtung.
Wörtlich heißt es: „We will stand ready to take focused, decisive action that concretely advances U.S. interests.“ Nicht: „im Einklang mit internationalem Recht“. Nicht: „in Absprache mit Verbündeten“. Sondern: Wenn es amerikanischen Interessen dient, schlagen wir zu.
Die NSS erwähnt „Demokratie“ genau zweimal – beide Male kritisch. Einmal, um zu erklären, dass „demokratische Ideale“ kein Exportprodukt mehr sind. Und einmal, um klarzustellen, dass die USA „demokratische Verbündete“ nicht mehr finanziell oder militärisch stützen, wenn diese „unverantwortliche Entscheidungen“ treffen.
Übersetzung: Wenn Deutschland nicht 5% seines BIP für Verteidigung ausgibt, ist Deutschland allein. Wenn Frankreich Trumps Board of Peace ablehnt, ist Frankreich allein. „We will not compensate for security gaps created by irresponsible decisions of allied leaders.“
Das ist keine Partnerschaft. Das ist ein Ultimatum.
NDS: China, China, China – und Europa ist egal
Die National Defense Strategy macht die Prioritäten glasklar. Vier „Lines of Effort“:
- Homeland Defense – Die USA vor Angriffen schützen
- China Pacing Challenge – China militärisch abschrecken und eindämmen
- Burden Sharing – NATO-Staaten sollen 5% ihres BIP für Verteidigung ausgeben
- Defense Industrial Base – US-Rüstungsindustrie stärken
Beachten Sie, was nicht in dieser Liste steht: Demokratie. Menschenrechte. Multilateralismus. Russland.
Russland wird in der NDS exakt einmal substantiell erwähnt: Als „persistent but manageable threat“. Beharrlich, aber beherrschbar. Eine Bedrohung zweiter Klasse. Europa soll sich darum kümmern.
Die NDS formuliert es unmissverständlich: „Europe taking primary responsibility for its own conventional defense is the answer.“ Europa soll Russland allein abwehren. Die USA haben Wichtigeres zu tun: China.
Das Wort „Demokratie“ kommt in der 48-seitigen NDS null Mal vor. Nicht einmal als Floskel. Das ist kein Versehen. Das ist Absicht. Die USA führen keinen Wertekampf mehr. Sie führen einen Machtkampf.
Die zweite „Line of Effort“ – China – wird auf 15 Seiten ausgebreitet. „Integrated Deterrence in the Indo-Pacific.“ Was heißt das konkret?
- First Island Chain ausbauen: Japan, Philippinen, Taiwan militärisch aufrüsten
- Malakka-Kontrolle durch Kooperationen mit Singapur, Malaysia, Indonesien
- Cyberangriffe auf chinesische Lieferketten und kritische Infrastruktur vorbereiten
- Wirtschaftskrieg: Technologie-Embargo, Sanktionen gegen chinesische Banken, Blockade chinesischer Schiffe
Und dann, auf Seite 34, der entscheidende Satz: „We will not allow adversaries to exploit sea lines of communication.“ Übersetzung: Wenn wir entscheiden, dass Chinas Schiffe nicht mehr durch Malakka oder Panama fahren dürfen, dann fahren sie nicht.
Das ist keine Abschreckung. Das ist die Androhung einer Blockade.
Völkerrecht? „Persistent but manageable“
Die NSS und NDS erwähnen „internationales Recht“ zusammen genau drei Mal. Jedes Mal in demselben Kontext: „Wir respektieren internationales Recht – aber es definiert nicht unsere Handlungen.“
Trump sagte es am 9. Januar der New York Times noch deutlicher: „I don’t need international law.“ Dann korrigierte er sich grinsend: „I do“ – ließ aber offen, was das bedeutet.
Die NSS gibt die Antwort: Völkerrecht gilt, wenn es nützt. Es gilt nicht, wenn es stört. Venezuela? Gewaltverbot verletzt. Egal. Tanker im Nordatlantik? Seerecht verletzt. Egal. Grönland? Territorialität verletzt. Egal.
„My own morality, my own mind is the only thing that can stop me“, sagte Trump. Das ist keine Drohung. Das ist seine Verfassung. Er hat sein Leben lang erlebt, dass Regeln für andere gelten. Nicht für ihn. Sechs Bankrotte. Null Konsequenzen. Zwei Amtsenthebungsverfahren. Null Konsequenzen. Ein Strafprozess wegen Geheimnisdokumenten. Präsident geworden.
Warum sollte er glauben, dass Völkerrecht für ihn gilt?
Die NDS formuliert es bürokratischer, aber nicht weniger brutal: Völkerrecht ist ein „persistent but manageable threat“. Beharrlich – es existiert, es wird zitiert, es nervt. Aber beherrschbar – es kann ignoriert werden, wenn nötig.
Genau wie Russland.
Europa: Zahlmeister ohne Mitsprache
Die NSS hat eine eigene Sektion über Europa. Überschrift: „Transatlantic Burden Sharing.“ Das Wort „Partnership“ kommt nicht vor.
Kern der Botschaft: Europa soll zahlen. 5% des BIP für Verteidigung. Sofort. Nicht 2%, wie bisher vereinbart. Nicht „langfristig anstreben“. Sondern: Jetzt.
Deutschland mit 5% BIP? Das wären 250 Milliarden Euro pro Jahr. Aktuell gibt Deutschland 90 Milliarden aus. Faktor 2,7 mehr. Wo soll das Geld herkommen? Uns egal. Eure Sicherheit, eure Kosten.
Die NSS weiter: „We will not compensate for security gaps of allied states due to irresponsible decisions.“ Wenn Europa Russland nicht allein abwehren kann, ist das Europas Problem.
Friedrich Merz hat verstanden. Er fordert 3,5% des BIP für Verteidigung – mehr als jeder Kanzler vor ihm. Aber selbst das reicht Trump nicht. Er will 5%. Und er bekommt es. Weil Europa keine Wahl hat.
Die Alternative? Trump zieht die US-Truppen ab. Die NATO löst sich auf. Und Europa steht Russland allein gegenüber – ohne Atomwaffen, ohne gemeinsame Armee, ohne Strategie.
Europa ist nicht Washingtons Partner. Europa ist Washingtons Vasall. Zahlt, gehorcht, haltet die Klappe.
Und das Board of Peace? Das ist Trumps Alternative zur UNO. Eine Organisation, die er persönlich führt. Auf Lebenszeit. Wo Mitglieder Milliarden zahlen, um dabeizusein. Wo 19 von 62 eingeladenen Staaten unterschrieben haben – und Deutschland, Frankreich, UK, Kanada fehlen.
Die Charta erwähnt Gaza kein einziges Mal. Stattdessen: Ein globales Konfliktlösungsorgan. Mit Trump als Chairman. Für immer.
Das ist keine Friedensinitiative. Das ist eine Machtkonsolidierung. Trump baut sich seine eigene internationale Ordnung – ohne Europa, ohne die UNO, ohne Völkerrecht.
Und die NSS/NDS sind die Gebrauchsanweisung.
Akt 5: 2027 – Das Raubtier springt
Das Zeitfenster schließt sich. Nicht in Jahren. In Monaten.
Die BRICS-Unit soll 2026 bis 2027 eingeführt werden. Erste Pilotprojekte laufen. Russland und China handeln bereits in Yuan. Indien kauft russisches Öl in Rupien. Saudi-Arabien überlegt öffentlich, ob es weiter in Dollar abrechnen will. Wenn die Unit kommt – eine goldgedeckte, blockchain-basierte Verrechnungseinheit für 45% der Weltbevölkerung – ist der Dollar nicht mehr die Reservewährung. Dann können die USA ihre 36 Billionen Dollar Staatsschulden nicht mehr finanzieren. Dann ist Amerika bankrott.
Trump weiß das. Seine Berater wissen das. Die RAND Corporation hat es 2016 vorgerechnet: 8 bis 10 Jahre, dann ist China uneinholbar. 2026 ist Jahr 10. Jetzt oder nie.
Deshalb Venezuela im Januar. Deshalb die Tanker-Überfälle. Deshalb die Grönland-Drohungen. Deshalb das Board of Peace. Das ist keine chaotische Außenpolitik. Das ist ein Countdown.
Iran fällt vermutlich im Frühjahr oder Sommer 2026. Die CIA-gestützten Aufstände laufen. Trump hat am 5. Januar angekündigt, dass Teheran „sehr hart getroffen“ wird, wenn es „Leute tötet“. Das war keine Warnung. Das war eine Terminankündigung.
Panama folgt im Herbst 2026. Die US-Flotte steht vor Ort. Trump hat bereits gesagt: „Wir haben ihnen den Kanal geschenkt. Das war ein Fehler. Wir nehmen ihn zurück.“ Kein Witz. Keine Metapher. Ein Plan.
Und dann, 2027, kommt China.
Nicht als heißer Krieg. Nicht als Invasion Taiwans. Sondern als permanente Blockade. Malakka geschlossen für chinesische Schiffe. Panama geschlossen für chinesische Schiffe. Venezuelanisches Öl nur noch für US-Verbündete. Iranisches Öl vom Markt verschwunden. Hormuz unter US-Kontrolle.
China sitzt in der Falle. Ihre Importe erdrosselt. Ihre Exporte blockiert. Ihre Wirtschaft kollabiert – nicht durch Bomben, sondern durch Logistik.
Und die USA? Schwimmen in venezolanischem Öl, kontrollieren die globalen Chokepoints, diktieren die Handelsbedingungen. Der Dollar wird vielleicht nicht mehr die einzige Reservewährung sein – aber die USA kontrollieren die physische Infrastruktur. Wer handeln will, braucht Washingtons Erlaubnis.
Das ist das Spiel. Das ist Trumps „Operation Pivot“. Von der Dollar-Hegemonie zur Infrastruktur-Hegemonie. Von Finanzkrieg zu Ressourcenkrieg.
Das Raubtier in der Ecke
Trump ist 80 Jahre alt. Das ist seine letzte Amtszeit. Er weiß es. Seine Berater wissen es. JD Vance, sein Vizepräsident, wird aufgebaut als Nachfolger – als der Mann, der den 10-Jahres-Plan zu Ende führt.
Das ist kein 4-Jahres-Zyklus. Das ist eine Kontinuitätsstrategie. Trump bricht die Tabus. Vance macht weiter. 2029, 2033, 2037 – die USA werden nicht mehr zur „regelbasierten Ordnung“ zurückkehren. Die Ordnung ist vorbei.
Und Trump? Trump ist das Raubtier in der Ecke. Ausgehungert, bedroht, verzweifelt – aber noch immer das stärkste Tier im Raum. Er weiß: Entweder er springt jetzt, oder er verhungert. Amerika verhungert.
Also springt er.
Venezuela. Iran. Panama. China. Vier Fronten, ein Ziel: Die amerikanische Hegemonie retten, koste es, was es wolle.
Völkerrecht? Irrelevant. NATO? Verhandelbar. Europa? Zahlmeister. Die UNO? Ersetzbar.
Trump furzt am Büffet, weil er muss. Und weil niemand ihn stoppen kann.
Der Preis
Was kostet das die Welt?
Venezuela: 80 Tote, ein Land in Trümmern, 28 Millionen Menschen unter Besatzung.
Iran: Vermutlich Zehntausende Tote, wenn die US-Bomber kommen. Eine Region im Chaos. Hormuz geschlossen, Ölpreise explodieren.
Panama: Ein souveräner Staat annektiert. Lateinamerika schaut zu, kann nichts tun.
China: Eine Milliarde Menschen von globalen Lieferketten abgeschnitten. Wirtschaftskollaps. Hungersnöte. Vielleicht Krieg.
Europa: Allein gelassen mit Russland. Keine US-Truppen mehr. Keine Sicherheitsgarantien. 5% BIP für Verteidigung – oder Unterwerfung.
Und die USA? In fünf Jahren entweder wieder die unangefochtene Supermacht – oder das, was Großbritannien nach 1945 war: Eine Insel mit Atomwaffen, die der Welt erzählt, wie großartig sie mal war.
Trump hat gewählt. Er springt. 2027 wird das Jahr sein, in dem die Weltordnung zerbrach – oder in dem Amerika sie rettete.
Die Geschichte wird entscheiden, welche Version stimmt.
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Michael Hollister war sechs Jahre Bundeswehrsoldat (SFOR, KFOR) und blickt hinter die Kulissen militärischer Strategien. Nach 14 Jahren im IT-Security-Bereich analysiert er primärquellenbasiert europäische Militarisierung, westliche Interventionspolitik und geopolitische Machtverschiebungen. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf dem asiatischen Raum, insbesondere Südostasien, wo er strategische Abhängigkeiten, Einflusszonen und Sicherheitsarchitekturen untersucht. Hollister verbindet operative Innensicht mit kompromissloser Systemkritik – jenseits des Meinungsjournalismus. Seine Arbeiten erscheinen zweisprachig auf www.michael-hollister.com, bei Substack unter https://michaelhollister.substack.comsowie in kritischen Medien im deutsch- und englischsprachigen Raum.
QUELLENVERZEICHNIS – OPERATION PIVOT
Primärdokumente USA
National Security Strategy (November 2025)
- Offizielle Website: https://www.whitehouse.gov/wp-content/uploads/2025/12/2025-National-Security-Strategy.pdf
National Defense Strategy (Januar 2026)
- Offizielle Website: https://www.defense.gov/National-Defense-Strategy/
Board of Peace – White House Statement (Januar 2026)
Think Tank Studien
RAND Corporation: „War with China: Thinking Through the Unthinkable“ (2016)
- PDF: https://www.rand.org/content/dam/rand/pubs/research_reports/RR1100/RR1140/RAND_RR1140.pdf
- Synopsis: https://www.rand.org/content/dam/rand/pubs/research_reports/RR1100/RR1140/RAND_RR1140.synopsis.pdf
- Katalog: https://www.rand.org/pubs/research_reports/RR1140.html
Brookings Institution: „The Strategic Chain: Linking Pakistan, India, China, and the United States“ (2015)
Heritage Foundation: „Winning the New Cold War: A Plan for Countering China“ (2023)
Venezuela – Operation Absolute Resolve (3. Januar 2026)
Hauptquellen zum US-Angriff und Maduro-Entführung
- Wikipedia (deutsch): https://de.wikipedia.org/wiki/US-amerikanischer_Angriff_auf_Venezuela_2026
- Wikipedia (englisch): https://en.wikipedia.org/wiki/2026_United_States_strikes_in_Venezuela
- ABC News: https://abcnews.go.com/International/explosions-heard-venezuelas-capital-city-caracas/story?id=128861598
- CNN: https://edition.cnn.com/2026/01/03/americas/venezuela-explosions-intl-hnk
- CBS News (Live Updates): https://www.cbsnews.com/live-updates/venezuela-us-military-strikes-maduro-trump/
Deutsche Medienberichte
- ZDF Liveblog: https://www.zdfheute.de/politik/ausland/liveblog-venezuela-explosionen-102.html
- ZDF Hauptartikel: https://www.zdfheute.de/politik/ausland/venezuela-caracas-explosionen-100.html
- Tagesanzeiger: https://www.tagesanzeiger.ch/venezuela-praesident-maduro-festgenommen-2-554756872855
- Perspektive Online: https://perspektive-online.net/2026/01/usa-greifen-venezuela-an-praesident-maduro-von-us-militaer-entfuehrt/
- Junge Welt: https://www.jungewelt.de/artikel/515467.venezuela-us-angriffskrieg-gegen-venezuela.html
Trump-Statements
- Truth Social Posts (dokumentiert in allen Medienberichten)
- Mar-a-Lago Pressekonferenz (3. Januar 2026)
- „Wir werden Venezuela regieren“ – dokumentiert in ABC, CNN, CBS, ZDF
Tanker-Beschlagnahmungen
Marinera (Nordatlantik, 7. Januar 2026)
- ZDF: https://www.zdfheute.de/politik/ausland/usa-russland-oeltanker-schattenflotte-100.html
- t-online: https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/internationale-politik/id_101072186/putins-schattenflotte-us-armee-entert-russischen-oeltanker.html
- Der Freitag (Guardian): https://www.freitag.de/autoren/the-guardian/usa-beschlagnahmen-oeltanker-unter-russischer-flagge-konfrontation-mit-putin
- Tagesspiegel: https://www.tagesspiegel.de/internationales/spannungen-zwischen-moskau-und-washington-russland-setzt-offenbar-u-boot-zum-schutz-von-ol-tanker-ein-15110225.html
Sophia (Karibik, 7. Januar 2026)
- US Southern Command: https://www.southcom.mil/Media/News/Article/4024315/
Schattenflotte – Gesamtanalyse
- Xpert Digital: https://xpert.digital/en/russia-in-distress/
- Tagesanzeiger: https://www.tagesanzeiger.ch/russland-schickt-u-boot-schattenflotten-tanker-eskaliert-910174964305
Grönland
Trump Invasionspläne und Joint Chiefs Auftrag
- Perspektive Online: https://perspektive-online.net/2026/01/groenland-us-invasionsplaene-und-bundeswehrsoldatinnen/
- Wikipedia Greenland Crisis: https://en.wikipedia.org/wiki/Greenland_crisis
- 20 Minuten: https://www.20min.ch/story/trumps-invasionsplan-fuer-groenland-experte-skeptisch-103484274
Trump-Zitat „I don’t need international law“
- Euronews: https://www.euronews.com/2026/01/09/it-may-be-a-choice-between-nato-and-greenland-trump-says
Völkerrechtliche Einordnung
- Legal Tribune Online: https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/trump-plaene-kauf-annexion-groenland-selbstbestimmung-voelkerrecht
US-Kongress Widerstand
Europa-Reaktionen
- taz: https://taz.de/Wenn-sich-Trump-Groenland-holt-ist-das-Europas-Ende/!6140084/
- Tagesspiegel (Europa-Antworten): https://www.tagesspiegel.de/internationales/von-us-militarbasen-bis-fussball-wm-diese-antworten-auf-trumps-mogliche-gronland-eroberung-diskutieren-europaische-politiker-15144911.html
Trump zu Gaza – „Buying and Owning“ (Februar/März 2025)
Trump-Statements „US will own Gaza“
- Al Jazeera (10. Feb 2025): https://www.aljazeera.com/news/2025/2/10/us-committed-to-buying-and-owning-gaza-trump-says
- Al Jazeera (5. Feb 2025): https://www.aljazeera.com/news/2025/2/5/trump-says-us-will-take-over-and-own-gaza-in-redevelopment-plan
- NPR (4. Feb 2025): https://www.npr.org/2025/02/04/nx-s1-5287012/trump-netanyahu-ceasefire-gaza
- NPR (5. Feb 2025): https://www.npr.org/2025/02/05/nx-s1-5287576/trump-gaza-takeover
- NPR (5. Feb 2025): https://www.npr.org/2025/02/05/nx-s1-5287534/during-news-conference-with-netanyahu-trump-says-u-s-should-take-ownership-of-gaza
- NPR (12. Feb 2025): https://www.npr.org/2025/02/12/1230862336/trump-says-the-us-will-own-gaza-what-that-could-mean-for-the-middle-east
- NPR (12. Feb 2025): https://www.npr.org/2025/02/12/nx-s1-5276145/trumps-gaza-proposal-has-rattled-the-middle-east-more-surprises-are-likely
„Riviera of the Middle East“ / Displacement Plans
- Euronews (10. Feb 2025): https://www.euronews.com/2025/02/10/trump-doubles-down-on-plan-to-take-over-gaza
- Wikipedia: https://en.wikipedia.org/wiki/2025_Donald_Trump_Gaza_Strip_takeover_proposal
- Brookings Institution: https://www.brookings.edu/articles/trumps-proposal-to-take-over-gaza-would-put-americans-at-risk-of-prosecution/
AP News Coverage
- AP News Archive: https://www.ap.org/news-highlights/spotlights/2025/ (Trump Gaza plan dokumentiert)
Board of Peace
White House Official Statement
Davos Signing Ceremony & Mitglieder
- CNBC: https://www.cnbc.com/2026/01/22/who-is-on-trumps-gaza-board-of-peace.html
- TIME Magazine: https://time.com/7357067/trump-gaza-board-of-peace-members-davos/
- NPR: https://www.npr.org/2026/01/22/g-s1-106799/board-of-peace-gaza-trump
Charter Analysis & Europa-Widerstand
- Al Jazeera: https://www.aljazeera.com/news/2026/1/21/trumps-board-of-peace-who-has-joined-who-hasnt-and-why
- NBC News: https://www.nbcnews.com/world/europe/trump-board-of-peace-countries-davos-cost-nato-what-know-rcna255433
Kritische Analysen
- Washington Post: https://www.washingtonpost.com/world/2026/01/26/trump-new-world-order-board-of-peace/
- Responsible Statecraft: https://responsiblestatecraft.org/trump-board-of-peace/
Wikipedia & Hintergrund
- Wikipedia Board of Peace: https://en.wikipedia.org/wiki/Board_of_Peace
- Wikipedia Gaza Peace Plan: https://en.wikipedia.org/wiki/Gaza_peace_plan
Weitere Details
- CBS News: https://www.cbsnews.com/news/trump-board-of-peace-countries/
- Jerusalem Post: https://www.jpost.com/middle-east/article-883624
Saudi-Arabien und Öl-Yuan
Saudi-Finanzminister Statement (2023)
Reuters – Yuan-Swap mit China
Straße von Malakka – US-Kontrolle
Singapur Changi Naval Base
Diego Garcia
Völkerrecht Venezuela
Krajewski-Analyse (Universität Augsburg)
- Legal Tribune Online: https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/venezuela-maduro-entfuehrung-voelkerrecht-un-charta-usa-trump
BRICS und De-Dollarisierung
BRICS Unit – Aktueller Stand
- Financial Times: https://www.ft.com/content/brics-currency-unit-gold-backed
CFR Report: „Implementing Grand Strategy Toward China“ (Blackwill & Tellis, 2020)
Trump Zitate & Statements
„My own morality is the only thing that can stop me“ / „I don’t need international law“
- Euronews (New York Times Interview): https://www.euronews.com/2026/01/09/it-may-be-a-choice-between-nato-and-greenland-trump-says
- Original NYT Interview dokumentiert in: Euronews, TIME, Washington Post
„It may be a choice“ (NATO vs Grönland)
- Euronews: https://www.euronews.com/2026/01/09/it-may-be-a-choice-between-nato-and-greenland-trump-says
Marco Rubio zu Kuba-Warnung
- Dokumentiert in: Washington Post, CNN, Fox News Berichte zu Venezuela-Operation
Pete Hegseth „Kriegsminister“ / „Nur legitimer Energiehandel“
- ZDF Berichterstattung: https://www.zdfheute.de/politik/ausland/usa-russland-oeltanker-schattenflotte-100.html
- X/Twitter @SecDef (offizielle Statements dokumentiert)
Erweiterung zu Akt 2, Front 2 – Angriffsvorbereitung auf den Iran
- Iran-Truppenbewegungen (Januar 2026)
Flugzeugträger USS Abraham Lincoln im Nahen Osten
- Military.com: https://www.military.com/daily-news/2026/01/26/us-aircraft-carrier-arrives-middle-east-tensions-iran-remain-high.html
- CBS News: https://www.cbsnews.com/news/us-carrier-strike-group-middle-east-region-iran/
- Al Jazeera: https://www.aljazeera.com/news/2026/1/25/us-military-moves-navy-air-force-assets-to-the-middle-east-what-to-know
„Massing“ / Truppenverstärkung
- The War Zone: https://www.twz.com/news-features/destroyer-electronic-surveillance-jet-joins-u-s-forces-massing-in-middle-east
Luftwaffenübungen und F-15E-Verlegung
- The Guardian: https://www.theguardian.com/us-news/2026/jan/27/us-announces-multi-day-aerial-military-drills-in-the-middle-east-amid-iran-tensions
- Der Kurier (Österreich): https://kurier.at/politik/ausland/uss-lincoln-usa-trump-iran-luftschlag-f-15e-israel/403124149
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