BOARD OF PEACE – Teil 2

Teil 2 der Board-of-Peace-Analyse zeigt, wie der angebliche „Friedensplan für Gaza“ tatsächlich aufgebaut ist:
Eine vierstufige Machtarchitektur unter lebenslanger Kontrolle Donald Trumps, dominiert von Immobilienentwicklern, Private-Equity-Managern und politischen Deckfiguren.
Anhand der offiziellen Whitehouse-Primärquelle wird offengelegt, wie Wiederaufbau, Vertreibung, Investitionen und militärische Kontrolle ineinandergreifen – ohne palästinensische Mitsprache, aber mit klaren Gewinnern.

DER RAUB, DEN SIE „FRIEDEN“ NENNEN

von Michael Hollister
Exklusive Veröffentlichung nur bei Michael Hollister am 08.02.2026

4.398 Wörter * 23 Minuten Lesezeit

Den ersten Teil der 3-teiligen Serie finden Sie bitte hier:
BOARD OF PEACE – Teil 1 – DER RAUB, DEN SIE „FRIEDEN“ NENNEN

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Teil 2: Die Struktur

IV. DIE GESCHÄFTSLEUTE: WER PROFITIERT VOM WIEDERAUFBAU?

Am 16. Januar 2026 veröffentlicht das Weiße Haus ein Statement: „President Trump’s Comprehensive Plan to End the Gaza Conflict“. Das Dokument ist auf whitehouse.gov abrufbar. Es ist keine Leak. Keine Verschwörungstheorie. Keine Interpretation. Es ist die offizielle Primärquelle.

Das Statement präsentiert das „Board of Peace“ – eine neue Institution mit vier Ebenen:

  1. Board of Peace (oberste Ebene)
  2. Executive Board (7 Mitglieder)
  3. Gaza Executive Board (11 Mitglieder)
  4. National Committee for Administration of Gaza / NCAG (palästinensische „Technokraten“)

Dazu kommt eine militärische Komponente: Die International Stabilization Force (ISF) unter Kommando eines US-Generals.

Schauen wir uns an, wer dort sitzt. Nicht wer diese Menschen sind – das ist irrelevant. Sondern: Was sie tun. Womit sie ihr Geld verdienen. Und warum genau diese Menschen in einem „Friedens“-Board für Gaza sitzen.

Board of Peace – Die Spitze:

Chairman: Donald J. Trump

Laut Charta des Board: Chairman auf Lebenszeit, solange er es wünscht. Er ernennt Mitglieder. Er kann Mitglieder entfernen. Er genehmigt das Budget. Er interpretiert die Charta.

Das ist keine demokratische Institution. Das ist keine internationale Organisation mit Checks and Balances. Das ist eine Autokratie. Ein Mann hat alle Macht. Auf Lebenszeit.

Vergleichen Sie das mit jeder anderen internationalen Organisation: Die UN, die Weltbank, der IWF, die NATO – alle haben Rotationsprinzipien, Wahlverfahren, begrenzte Amtszeiten. Das Board of Peace hat: Trump. Für immer.

Executive Board – Die sieben Entscheider:

Hier wird es interessant. Denn hier sitzen die Menschen, die tatsächlich Entscheidungen treffen. Schauen wir uns an, wer das ist.

1. Donald J. Trump – Chairman, siehe oben.

2. Marco Rubio – US-Außenminister

Rubio ist derselbe Mann, der im Januar 2026 Kuba öffentlich bedrohte: „Wenn ich in Kuba in der Regierung sitzen würde, würde ich mir ernsthaft Gedanken machen.“ Das ist der „Diplomat“, der jetzt Frieden nach Gaza bringen soll.

3. Steve Witkoff – Special Envoy for Middle East Peace

Hier wird es kritisch.

Steve Witkoff ist Gründer und Chairman der Witkoff Group. Die Witkoff Group ist einer der größten Immobilienentwickler und Bauunternehmen der Vereinigten Staaten. Projekte:

  • Park Lane Hotel, Manhattan – Luxusimmobilie, Milliardenprojekt
  • Woolworth Building, Manhattan – historisches Gebäude, Umbau zu Luxusapartments
  • Miami Worldcenter – eines der größten Stadtentwicklungsprojekte in den USA

Witkoff baut Hotels. Witkoff baut Luxusimmobilien. Witkoff baut Resorts.

Und jetzt sitzt Witkoff im Board, das den „Wiederaufbau“ von Gaza leitet.

Frage: Wer wird die Hotels bauen, die Trump in seinem AI-Video gezeigt hat? Wer wird die Resorts bauen? Wer wird die „Riviera“ entwickeln?

Das ist kein indirekter Interessenkonflikt. Das ist direkter wirtschaftlicher Profit. Witkoff sitzt in einem Gremium, das über Milliarden-Aufträge für genau die Branche entscheidet, in der er sein Geld verdient.

4. Jared Kushner – Senior Advisor

Trumps Schwiegersohn. Immobilieninvestor. Architekt der Abraham Accords – jener Abkommen, die arabische Staaten mit Israel normalisierten, unter Umgehung der Palästinenser-Frage.

Kushner war 2017-2021 bereits Trumps Berater. Sein „Friedensplan“ für den Nahen Osten (2020) wurde von Palästinensern abgelehnt, weil er null Souveränität vorsah. Jetzt ist er zurück. Im Board of Peace.

Kushners Geschäftsfeld: Immobilien und Investments. Sein Interesse am „Wiederaufbau“ von Gaza? Nennen wir es: naheliegend.

5. Marc Rowan – CEO Apollo Global Management

Hier wird die finanzielle Dimension sichtbar.

Marc Rowan ist CEO von Apollo Global Management, einem der größten Private-Equity- und Investment-Unternehmen der Welt. Apollo verwaltet über 650 Milliarden US-Dollar. Geschäftsfelder: Private Equity, Infrastruktur-Investments, Immobilienfinanzierung, Unternehmensübernahmen.

Wenn Gaza „wiederaufgebaut“ wird – wer wird das finanzieren? Banken. Investmentfirmen. Private-Equity-Fonds.

Apollo Global Management ist spezialisiert auf genau solche Deals: Große Infrastrukturprojekte in instabilen Regionen, hohe Renditen, langfristige Finanzierungsstrukturen.

Rowan sitzt im Board. Apollo hat 650 Milliarden Dollar zu investieren. Gaza braucht Wiederaufbau-Finanzierung.

Verbinden Sie die Punkte.

6. Sir Tony Blair – Former UK Prime Minister

Blair, ehemaliger britischer Premierminister (1997-2007), führte Großbritannien in den Irak-Krieg 2003. Die Begründung – Massenvernichtungswaffen – war eine Lüge. 500.000 bis 1 Million Iraker starben. Blair wurde nie zur Rechenschaft gezogen.

Nach seiner Amtszeit wurde Blair Nahost-Sondergesandter des Quartetts (UN, USA, EU, Russland) von 2007 bis 2015. Sein Job: Frieden zwischen Israel und Palästina vermitteln. Resultat: keins. Die Situation verschlechterte sich kontinuierlich.

Jetzt ist Blair zurück. Als „Friedensstifter“ für Gaza.

Seine aktuelle Tätigkeit: Berater für Regierungen und Konzerne, Honorare im Millionen-Bereich. Seine Organisation, das Tony Blair Institute for Global Change, berät Regierungen in Afrika, Asien und dem Nahen Osten – oft in Bereichen, die „Governance“ und „Wirtschaftsentwicklung“ umfassen.

Blair im Board ist politische Deckung. Er bringt keine Kompetenz. Er bringt keine Glaubwürdigkeit. Er bringt einen Namen, der westlichen Regierungen erlaubt zu sagen: „Seht, ein ehemaliger europäischer Premier ist dabei, das muss seriös sein.“

7. Ajay Banga – Weltbank-Präsident

Banga ist seit 2023 Präsident der Weltbank. Die Weltbank finanziert Entwicklungsprojekte weltweit – oft mit strikten Auflagen, die Länder in Abhängigkeit halten.

Banga im Board bedeutet: Zugang zu Weltbank-Finanzierung für den Gaza-Wiederaufbau. Das klingt gut. Bis man versteht, was Weltbank-Finanzierung bedeutet: Kredite. Mit Zinsen. Mit Konditionen. Mit Kontrolle.

Die Weltbank hat eine lange Geschichte der Finanzierung von Infrastrukturprojekten, die vor allem westlichen Konzernen nutzen, während die Schuldenlast bei den Empfängerländern bleibt. Gaza hätte keine Verhandlungsmacht. Gaza hätte keine Wahl.

Gaza Executive Board – Die elf Umsetzer:

Jetzt wird es noch dichter. Denn das Gaza Executive Board ist das operative Gremium – jene Menschen, die vor Ort entscheiden.

Von 11 Mitgliedern sitzen drei bereits im Executive Board: Witkoff, Kushner, Rowan. Sie haben also doppelte Macht – strategisch und operativ.

Die vollständige Liste:

  1. Steve Witkoff – schon wieder (Bauunternehmer/Immobilien)
  2. Jared Kushner – schon wieder (Immobilien/Investment)
  3. Marc Rowan – schon wieder (650 Mrd. USD Finanzierung)
  4. Yakir Gabay – israelischer Immobilien-Milliardär
  5. Ali Al-Thawadi – Qatar, Sportmanagement, Golfstaaten-Finanzierung
  6. Minister Reem Al-Hashimy – UAE, Expo 2020 Dubai, Golfstaaten-Finanzierung
  7. Hakan Fidan – Türkei, Außenminister
  8. General Hassan Rashad – Militär/Sicherheit (Details unklar)
  9. Nickolay Mladenov – High Representative für Gaza, Ex-UN
  10. Sir Tony Blair – schon wieder (politische Deckung)
  11. Sigrid Kaag – Niederlande, ehemalige UN-Koordinatorin für Libanon, Ex-Finanzministerin

Analysieren wir das.

Yakir Gabay – israelischer Immobilien-Milliardär. Einer der reichsten Männer Israels. Geschäftsfeld: Bau und Entwicklung von Wohn- und Gewerbeimmobilien.

Gabay sitzt im Gaza Executive Board. Er ist Israeli. Er ist Immobilienentwickler. Gaza soll „wiederaufgebaut“ werden.

Frage: Wer baut? Wer profitiert?

Ali Al-Thawadi und Minister Reem Al-Hashimy – Qatar und UAE.

Die Golfstaaten. Reich an Öl, Gas und Geld. Sie sollen den Wiederaufbau finanzieren. Das ist ihre Rolle im Board: Geld geben.

Aber Geld kommt nie ohne Bedingungen. Qatar und UAE finanzieren nicht aus Nächstenliebe. Sie finanzieren, um Einfluss zu kaufen. Um Kontrolle zu haben. Um ihre Interessen durchzusetzen.

Gaza würde von Golfstaaten-Geld abhängig. Golfstaaten, die enge Verbündete der USA und Israels sind. Golfstaaten, die die Abraham Accords unterstützen. Golfstaaten, die kein Interesse an einem souveränen palästinensischen Staat haben.

Hakan Fidan – Türkei, Außenminister.

Die Türkei als NATO-Mitglied, als regionaler Akteur, als Land mit historischen Verbindungen zu Palästina. Fidan bringt politische Legitimität. Seine Anwesenheit soll signalisieren: „Seht, es sind nicht nur USA und Israel. Die Türkei ist dabei.“

Aber was kann Fidan entscheiden? Kann er Witkoff stoppen? Kann er Rowan stoppen? Kann er das Budget kontrollieren? Nein. Er ist eine Stimme unter elf. Und Trump kontrolliert das gesamte Board.

General Hassan Rashad – Militär/Sicherheit.

Details über Rashad sind spärlich im Statement. Aber seine Rolle ist klar: Sicherheit. Ordnung. Kontrolle. Die militärische Komponente im Board.

Nickolay Mladenov – Ex-UN, jetzt „High Representative für Gaza“.

Mladenov war UN-Sonderkoordinator für den Nahen Osten. Er kennt die Region. Er hat Erfahrung. Er soll Legitimität bringen – die UN-Verbindung.

Aber Mladenov arbeitet nicht für die UN. Er arbeitet für das Board. Für Trump. Seine frühere UN-Position ist nur Dekoration.

Sigrid Kaag – Niederlande, Ex-UN-Koordinatorin für Libanon.

Ähnliche Funktion wie Mladenov: Internationale Erfahrung, UN-Hintergrund, europäisches Gesicht. Kaag soll westlichen Regierungen zeigen: „Seht, eine europäische Politikerin ist dabei. Das muss seriös sein.“

Kaag war niederländische Finanzministerin. Sie versteht Budgets, Finanzierung, Wirtschaft. Ihre Rolle im Board: die „vernünftige Europäerin“, die sicherstellt, dass Gelder „korrekt verwendet“ werden.

Aber auch sie: eine Stimme unter elf. Und Trump kontrolliert alles.

Die Analyse: Wer profitiert?

Von 11 Mitgliedern im Gaza Executive Board haben mindestens vier direkte wirtschaftliche Interessen am Wiederaufbau:

  • Steve Witkoff – Bauunternehmer, Immobilienentwickler
  • Marc Rowan – 650 Mrd. USD Investmentkapital
  • Jared Kushner – Immobilien, Investments
  • Yakir Gabay – israelischer Immobilien-Milliardär

Zwei weitere sind Golfstaaten-Finanziers:

  • Qatar (Al-Thawadi)
  • UAE (Al-Hashimy)

Der Rest sind politische Deckmäntel:

  • Blair (UK, Ex-Premier)
  • Fidan (Türkei, Außenminister)
  • Kaag (Niederlande, Ex-UN)
  • Mladenov (Ex-UN)
  • Rashad (Militär)

Das Muster ist glasklar:

  1. Erst zerstören (Israel bombardiert Gaza mit US-Waffen – 26 Monate, 80.000 Tote)
  2. Dann „übernehmen“ (Trump: „We have it“)
  3. Dann Board gründen (Januar 2026)
  4. Mit Leuten besetzen, die am Aufbau verdienen
  5. Finanzierung durch Golfstaaten (gegen Einfluss)
  6. Politische Legitimation durch Blair, Kaag, Mladenov
  7. Militärische Kontrolle durch US-General

Das ist kein Wiederaufbau-Plan. Das ist ein Geschäftsmodell.

Jack the Ripper gründet das Frauenhaus. Er besitzt die Baufirma, die es errichtet (Witkoff). Er besitzt die Bank, die es finanziert (Rowan). Er bestimmt, welche Frauen reinkommen (NCAG unter Board-Kontrolle). Er stellt die Wachleute (ISF unter US-General). Und er ist auf Lebenszeit Chef.

Und jetzt stellen wir die Frage, die niemand stellt:

Wurden die Palästinenser gefragt?

Lesen Sie das gesamte Whitehouse.gov-Statement. Alle 2.500 Wörter. Suchen Sie nach palästinensischer Beteiligung an der Entscheidung, dieses Board zu gründen.

Sie werden nichts finden.

Null palästinensische Vertreter im Executive Board. Null palästinensische Vertreter im Gaza Executive Board (es sei denn, man zählt das NCAG – dazu gleich mehr). Null Hinweis darauf, dass irgendeine palästinensische Organisation – die Palestinian Authority, die PLO, irgendein palästinensisches Gremium – konsultiert wurde.

Das Board wurde von Trump gegründet. Die Mitglieder wurden von Trump ernannt. Die Struktur wurde von Trump entworfen.

Die 2,3 Millionen Menschen, um die es angeblich geht? Nicht gefragt.

Das ist keine Partnerschaft. Das ist Paternalismus. Das ist Kolonialismus. Das ist: „Wir wissen, was gut für euch ist.“

V. DIE KOLONIALVERWALTUNG: ANALYSE DER PRIMÄRQUELLE

Das Whitehouse.gov-Statement vom 16. Januar 2026 ist ein Meisterwerk der Verschleierung. Es benutzt Corporate-Speak – jene saubere, technokratische Sprache, die Machtverhältnisse unsichtbar macht.

Lesen wir gemeinsam. Satz für Satz.

„President Trump’s Comprehensive Plan to End the Gaza Conflict“

Schon der Titel ist eine Lüge. Das ist kein „Plan to End the Conflict“. Das ist ein Plan zur Verwaltung eines annektierten Gebiets.

Der Konflikt endet nicht dadurch, dass man eine Kolonialverwaltung installiert. Der Konflikt endet durch Verhandlungen, durch Selbstbestimmung, durch Gerechtigkeit. Das Board bietet nichts davon.

„The Board of Peace will coordinate international efforts to rebuild Gaza and ensure long-term stability.“

„Coordinate international efforts“ – klingt kooperativ. Klingt multilateral. Ist es nicht.

Trump ist Chairman auf Lebenszeit. Trump ernennt alle Mitglieder. Trump kontrolliert das Budget. Das ist keine Koordination. Das ist Diktatur.

„Ensure long-term stability“ – Stabilität für wen? Für die Palästinenser, die ihr Land verloren haben? Oder für die Investoren, die dort Profit machen wollen?

„The Executive Board will oversee policy direction and resource allocation.“

„Resource allocation“ – welche Ressourcen? Wessen Ressourcen?

Gaza hat Gas. Vor der Küste Gazas liegen geschätzte 1 Billion Kubikmeter Erdgas (Gaza Marine Field). Entdeckt 2000. Nie gefördert – weil Israel die Förderung blockiert hat.

Wer wird nach dem „Wiederaufbau“ entscheiden, ob dieses Gas gefördert wird? Wer wird die Förderlizenzen vergeben? Wer wird profitieren?

Das Board. Unter Trump. Mit Rowan (650 Mrd. USD Investment-Kapital) und Golfstaaten-Finanziers im Executive Board.

„The Gaza Executive Board will implement reconstruction projects and humanitarian assistance.“

„Implement“ – umsetzen. Nicht „entscheiden“. Nicht „gemeinsam planen mit Palästinensern“. Sondern: umsetzen, was das Executive Board beschließt.

Die Palästinenser sind nicht Subjekt. Sie sind Objekt. Sie sind Empfänger von „humanitarian assistance“. Sie sind nicht Entscheider.

„The National Committee for Administration of Gaza (NCAG) will manage day-to-day governance under the supervision of the Board.“

Hier kommt das NCAG – das einzige Gremium mit palästinensischer Beteiligung.

Aber lesen Sie genau: „under the supervision of the Board“.

Das NCAG hat keine Souveränität. Es hat keine Unabhängigkeit. Es ist eine Verwaltung unter Aufsicht. Eine Kolonialverwaltung.

Wer sitzt im NCAG? Laut Statement: „Dr. Ali Sha’ath and other technocratic leaders“.

„Technocratic leaders“ – nicht gewählte Vertreter. Nicht demokratisch legitimiert. Technokraten. Experten. Menschen, die „kompetent“ sind, aber kein politisches Mandat haben.

Warum Technokraten? Weil Technokraten keine politische Agenda haben. Sie setzen um. Sie verwalten. Sie gehorchen.

Eine gewählte palästinensische Regierung würde Forderungen stellen. Würde Souveränität einfordern. Würde Nein sagen zu Deals, die Palästina ausverkaufen.

Technokraten tun das nicht. Das ist ihre Funktion.

„The International Stabilization Force (ISF), led by Major General Jasper Jeffers (US), will ensure security and facilitate demilitarization.“

Militärische Kontrolle. Ein US-General. Keine UN-Truppen. Keine internationale Force unter UN-Kommando. Sondern: ISF unter US-Führung.

„Facilitate demilitarization“ – wessen Demilitarisierung? Hamas, Islamischer Jihad – ja, das ist klar. Aber auch jeglicher palästinensischer Widerstand. Jegliche bewaffnete Selbstverteidigung. Jegliche Fähigkeit, sich gegen Übergriffe zu wehren.

Gaza wird entmilitarisiert. Unter Kontrolle eines US-Generals. Während Israel die stärkste Militärmacht der Region bleibt, nuklear bewaffnet, unberührt.

Das ist keine „Stabilisierung“. Das ist Entwaffnung eines besetzten Volkes.

„The Board will work in alignment with UN Security Council Resolution 2803 (2025).“

Hier kommt die UN ins Spiel – aber nur als Feigenblatt.

Resolution 2803 wird referenziert, um Legitimität zu suggerieren. Aber das Board ist keine UN-Institution. Es ist eine Trump-Institution.

Die UN hat keine Kontrolle über das Board. Die UN kann keine Mitglieder ernennen oder entfernen. Die UN kann das Budget nicht kontrollieren. Die UN kann nur zuschauen.

Das ist UN-Washing: Die UN-Referenz wird benutzt, um internationale Legitimität zu suggerieren, ohne dass die UN irgendeine tatsächliche Macht hätte.

Vergleichen Sie das mit echten UN-Missionen: UNIFIL im Libanon, UNMIK im Kosovo, UNAMA in Afghanistan. Die UN leitet diese Missionen. Die UN kontrolliert das Mandat. Die UN ist rechenschaftspflichtig gegenüber dem Sicherheitsrat.

Das Board? Rechenschaftspflichtig gegenüber Trump.

Die vier Ebenen der Kontrolle:

Fassen wir die Struktur zusammen:

Ebene 1 – Board of Peace:

  • Chairman: Trump (auf Lebenszeit)
  • Macht: Ernennt Mitglieder, entfernt Mitglieder, genehmigt Budget, interpretiert Charta
  • Rechenschaftspflicht: keine

Ebene 2 – Executive Board (7 Mitglieder):

  • Entscheidet über Strategie, Budget, Politik
  • Besetzt mit: US-Regierung (Trump, Rubio), Investoren (Witkoff, Rowan, Kushner), politischer Deckung (Blair, Banga)
  • Palästinensische Beteiligung: null

Ebene 3 – Gaza Executive Board (11 Mitglieder):

  • Setzt Projekte um
  • Besetzt mit: denselben Investoren (Witkoff, Rowan, Kushner nochmal), Golfstaaten-Finanziers, politischer Deckung
  • Palästinensische Beteiligung: null

Ebene 4 – NCAG:

  • Verwaltet „day-to-day governance“
  • Unter Aufsicht des Board
  • Palästinensische Technokraten – keine gewählten Vertreter
  • Keine Souveränität

Dazu: ISF (International Stabilization Force)

  • Militärische Kontrolle
  • Kommandant: US-General Jasper Jeffers
  • Aufgaben: „security“, „demilitarization“, „humanitarian access control“

Das ist keine Partnerschaft. Das ist keine Selbstverwaltung. Das ist Kolonialherrschaft im 21. Jahrhundert.

Die Palästinenser haben null Kontrolle über:

  • Wer im Board sitzt
  • Welche Projekte finanziert werden
  • Wie das Budget ausgegeben wird
  • Ob und wann sie selbst regieren dürfen
  • Ihre eigenen Ressourcen (Gas, Wasser, Land)
  • Ihre eigene Sicherheit (ISF unter US-Kommando)

Sie haben: ein paar Technokraten im NCAG, die „day-to-day governance“ unter Aufsicht verwalten.

Das ist Apartheid mit anderem Namen.

VI. DIE PALÄSTINENSER: ENTMÜNDIGTE IM EIGENEN LAND

Während das Board of Peace gegründet wird, während Milliardäre und Investoren über die Zukunft Gazas entscheiden, stellt sich eine Frage: Was sagen eigentlich die Menschen, um die es gehen sollte?

Die Antwort ist simpel: Man hat sie nicht gefragt. Und als sie trotzdem sprachen, hat man sie ignoriert.

Wassel Abu Yousuf, Mitglied des PLO Executive Committee, sagte im Februar 2025 zu Trumps Plänen:

„Das ist ein Clown-Gag. Es wird keine Resorts geben, keine Riviera im Nahen Osten. Was Trump machen will, sollte er woanders machen, aber nicht auf dem Rücken des palästinensischen Volkes. Das ist das Land unserer Vorfahren und Eltern, und viel Blut wurde vergossen, um es zu verteidigen.

Das ist keine Rhetorik. Das ist Realität. Palästinensische Familien leben seit Generationen in Gaza. Ihre Großeltern wurden 1948 aus ihren Dörfern in dem Gebiet vertrieben, das heute Israel ist (die Nakba – die Katastrophe). Sie flohen nach Gaza. Sie dachten, es wäre temporär. Es wurden 76 Jahre.

Jetzt will Trump sie wieder vertreiben. Diesmal mit dem Versprechen von „Resorts“ und „Entwicklung“.

Hamas Government Media Office, 28. Februar 2025:

„Indem Gaza dargestellt wird, als wäre es ein Land ohne Volk, zielt dieser verzweifelte Versuch darauf ab, die laufende ethnische Säuberung zu legitimieren, die von der israelischen Besatzung mit klarer amerikanischer Unterstützung durchgeführt wird.“

„Ein Land ohne Volk“ – das war die zionistische Propaganda im 19. und frühen 20. Jahrhundert: „Ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Land.“ Es war damals eine Lüge. Palästina war bewohnt. Von Palästinensern.

Jetzt wird dieselbe Lüge für Gaza recycelt. Trumps AI-Video zeigt palästinensische Kinder, die durch Trümmer auf glänzende Hochhäuser zulaufen – als wären sie Statisten in einem Immobilien-Werbefilm. Nicht als Menschen mit Rechten, mit Geschichte, mit Anspruch auf ihr eigenes Land.

Dr. Mustafa Barghouti, Generalsekretär der Palestinian National Initiative, März 2025:

„Trump behandelt Gaza wie ein Stück Immobilie, das er kaufen oder verkaufen kann. Aber Gaza gehört nicht ihm. Gaza gehört nicht den USA. Gaza gehört nicht Israel. Gaza gehört den Palästinensern, die dort seit Jahrhunderten leben. Was Trump vorschlägt, ist Diebstahl. Raub. Kolonialismus im 21. Jahrhundert.“

Barghouti benennt es klar: Das ist Diebstahl.

Wenn A das Haus von B zerstört, dann sagt „Ich nehme es“, dann baut A dort sein eigenes Haus und sagt „Das gehört jetzt mir“ – wie nennt man das?

Raub. Diebstahl. Enteignung.

Das Völkerrecht nennt es: Annexion. Artikel 2(4) UN-Charta verbietet „die gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates gerichtete Gewalt“.
Das Römische Statut (Artikel 8) nennt „Aneignung von Eigentum in besetztem Gebiet“ ein Kriegsverbrechen.

Aber das Board wird trotzdem gegründet. Ohne palästinensische Zustimmung. Ohne palästinensische Beteiligung an der Entscheidung. Mit palästinensischen „Technokraten“ in einer Verwaltungsrolle, kontrolliert von oben.

Die Realität in Zahlen:

Während Trump im Februar 2025 sein AI-Video postet, während er von „Riviera“ und „Diamanten“ spricht, sieht Gaza so aus:

  • 80.000 tote Zivilisten seit Oktober 2023 (konservative Schätzung; manche Quellen sprechen von über 100.000)
  • 86-90% aller Gebäude zerstört oder schwer beschädigt
  • Alle fünf Universitäten in Gaza vollständig zerstört
  • 80% aller Schulen zerstört oder unbenutzbar
  • Alle Krankenhäuser außer Betrieb oder stark beschädigt – keine funktionierende Gesundheitsversorgung
  • Kein funktionierendes Wasser- oder Abwassersystem – Seuchengefahr
  • Keine kontinuierliche Stromversorgung außer Generatoren mit knappem Treibstoff
  • 2,3 Millionen Menschen ohne permanente Unterkunft – in Zelten, Ruinen, Notunterkünften
  • Hungersnot: UN warnt vor Hungerkatastrophe, Kinder sterben an Unterernährung
  • Keine Wirtschaft: Arbeitslosigkeit über 95%, keine Geschäfte, keine Produktion, keine Einkommen

Das ist die Realität, über die das Board of Peace entscheiden wird.

Das sind keine abstrakten Zahlen. Das sind 2,3 Millionen Menschen. Familien. Kinder. Alte. Kranke. Menschen, die alles verloren haben – Zuhause, Angehörige, Zukunft.

Und jetzt kommen Milliardäre und sagen: „Wir bauen hier Resorts.“

Die nicht gestellten Fragen:

Das Whitehouse.gov-Statement beantwortet viele Fragen. Aber es stellt die wichtigsten nicht.

Frage 1: Haben die Palästinenser Rückkehrrecht?

2,3 Millionen Menschen in Gaza. Viele von ihnen wollen zurück in ihre Häuser – die Häuser, die zerstört wurden. Werden sie entschädigt? Werden sie wiederaufbauen dürfen? Oder werden ihre Grundstücke an Investoren vergeben?

Das Statement schweigt.

Frage 2: Wem gehört das Land?

Wenn Witkoff Hotels baut, wenn Gabay Wohnungen errichtet, wenn Rowan Infrastruktur finanziert – auf wessen Land stehen diese Gebäude? Wer hat die Rechte an dem Land verkauft? Wer hat die Palästinenser gefragt, deren Familien seit Generationen dort leben?

Das Statement schweigt.

Frage 3: Wer kontrolliert die Ressourcen?

Gaza hat Gas. Das Gaza Marine Field vor der Küste wird auf 1 Billion Kubikmeter geschätzt. Wer wird Förderlizenzen vergeben? Wer wird profitieren?

Das Statement schweigt.

Frage 4: Wann endet die Besatzung?

Das Board ist „permanent“. Trump ist Chairman „auf Lebenszeit“. Die ISF „stabilisiert“ unbefristet. Wann werden die Palästinenser selbst regieren? Wann endet die Fremdkontrolle?

Das Statement schweigt.

Frage 5: Was passiert mit denen, die sich weigern?

Nicht alle Palästinenser werden kooperieren. Nicht alle werden akzeptieren, dass Fremde über ihr Land entscheiden. Was passiert mit Widerstand? Was macht die ISF mit Menschen, die sich weigern, ihre Häuser zu verlassen? Die sich weigern, Land an Investoren zu verkaufen?

Das Statement schweigt. Aber wir kennen die Antwort: Militärische „Stabilisierung“. „Demilitarization“. „Security“.

Das bedeutet: Gewalt.

Nakba 1948 vs. Trump-Plan 2025:

Es gibt eine historische Parallele. Sie ist nicht perfekt, aber sie ist unübersehbar.

1948, während der Gründung Israels, flohen oder wurden vertrieben etwa 750.000 Palästinenser aus ihren Häusern. Sie flohen in den Gazastreifen, ins Westjordanland, nach Libanon, Syrien, Jordanien. Sie dachten, es wäre temporär. Sie nahmen die Schlüssel ihrer Häuser mit. „Wir kommen zurück.“

Sie kamen nie zurück. Israel erklärte sie zu „Abwesenden“ und konfiszierte ihr Eigentum. Das Rückkehrrecht, verankert in UN-Resolution 194 (1948), wurde nie umgesetzt.

Das nennen Palästinenser die Nakba – die Katastrophe.

Jetzt, 2025/2026, soll es wieder geschehen. Trump will 2,1 Millionen Menschen aus Gaza „umsiedeln“. Nach Ägypten, nach Jordanien, irgendwohin. Er verspricht „Entwicklung“ und „Resorts“. Aber die Menschen sollen weg.

Das ist Nakba 2.0.

Der Unterschied: 1948 wurde die Vertreibung nachträglich als humanitäre Tragödie dargestellt. 2025 wird sie im Voraus als „Friedensplan“ verkauft.

Aber das Ergebnis ist dasselbe: Ein Volk verliert sein Land.

VII. DAS VÖLKERRECHT: WAS JURISTEN SAGEN

Das Board of Peace bricht internationales Recht. Das ist keine Meinung. Das ist keine politische Interpretation. Das ist die Einschätzung der weltweit führenden Völkerrechtsexperten.

International Bar Association (IBA), März 2025:

Die IBA ist die größte internationale Organisation von Rechtsanwälten und Rechtsanwaltskammern. Sie repräsentiert über 80.000 Anwälte in mehr als 170 Ländern. Ihre Stellungnahmen zu Völkerrecht haben Gewicht.

Sara Elizabeth Dill, Co-Vice Chair des IBA War Crimes Committee:

„Die Vorstellung, dass dauerhafte Vertreibung irgendetwas Positives für die Menschen in Gaza bewirkt, ist eine absolute Farce und völlig im Widerspruch zum internationalen Recht.“

Kirsty Sutherland, Co-Chair desselben Komitees:

„Die internationale Gemeinschaft kann nicht akzeptieren, dass staatliche Behörden ein fremdes Territorium zerstören – die Häuser der Menschen, die Krankenhäuser – und es dann verkaufen oder den ‚Kauf‘ durch einen anderen Staat erleichtern, da dies einen unerträglichen Präzedenzfall schaffen würde.“

Die IBA benennt konkrete Verstöße:

1. Römisches Statut, Artikel 7(1)(d) – Verbrechen gegen die Menschlichkeit:

„Deportation oder zwangsweise Überführung der Bevölkerung“ ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Trumps Plan sieht vor, 2,1 Millionen Menschen aus Gaza zu „umsiedeln“. Das ist Zwangsumsiedlung. Das ist Deportation. Das ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

2. Römisches Statut, Artikel 8(2)(a)(iv) – Kriegsverbrechen:

„Weitgehende, rechtswidrige und willkürliche Zerstörung und Aneignung von Eigentum, die nicht durch militärische Erfordernisse gerechtfertigt ist“ ist ein Kriegsverbrechen.

Gaza wurde zerstört. Jetzt soll das Land „wiederaufgebaut“ werden – von Investoren, die dort profitieren. Das Land gehört Palästinensern. Ihre Häuser wurden zerstört. Jetzt sollen fremde Akteure dort bauen und besitzen.

Das ist Aneignung von Eigentum. Das ist ein Kriegsverbrechen.

3. Vierte Genfer Konvention, Artikel 49:

„Zwangsweise Einzel- oder Massenumsiedlungen sowie Deportationen von geschützten Personen aus besetztem Gebiet […] sind unabhängig von ihrem Beweggrund verboten.“

Trump will 2,1 Millionen Menschen umsiedeln. Die Genfer Konvention verbietet das. Explizit. Ohne Ausnahme.

4. Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, Artikel 13(2):

„Jeder hat das Recht, jedes Land, einschließlich seines eigenen, zu verlassen und in sein Land zurückzukehren.“

Das Rückkehrrecht. Palästinenser haben das Recht, in ihre Heimat zurückzukehren. Trump will sie davon abhalten. Das verletzt Menschenrechte.

UN-Generalsekretär António Guterres:

Guterres warnte im März 2025 vor „Risiko ethnischer Säuberung“ in Gaza.

Ethnische Säuberung ist definiert als: Systematische Vertreibung einer ethnischen oder religiösen Gruppe aus einem Gebiet.

Das ist genau, was Trump vorschlägt.

UN-Experten, 28. Februar 2025:

Ein Statement von UN-Sonderberichterstattern:

„Schockierende Drohungen, Gaza zu ‚übernehmen‘, würden fundamentale Regeln der internationalen Ordnung zerschmettern. Es ist offenkundig illegal, ein fremdes Territorium mit Gewalt zu besetzen und zu annektieren und seine Bevölkerung zwangsweise zu deportieren.“

„Offenkundig illegal“ – nicht „problematisch“, nicht „sollte geprüft werden“, sondern: illegal.

Die drei völkerrechtlichen Dimensionen:

Trumps Plan und das Board of Peace brechen internationales Recht in drei Dimensionen:

Dimension 1 – Annexion:

Artikel 2(4) UN-Charta verbietet „die gegen die territoriale Unversehrtheit eines Staates gerichtete Gewalt“.

Trump sagt: „Gaza would be owned by the United States.“

Das ist Annexion. Das ist illegal.

Dimension 2 – Zwangsumsiedlung:

Vierte Genfer Konvention, Römisches Statut – beide verbieten Zwangsumsiedlung.

Trump will 2,1 Millionen Menschen „umsiedeln“.

Das ist illegal.

Dimension 3 – Aneignung von Eigentum:

Römisches Statut, Artikel 8(2) – Aneignung von Eigentum in besetztem Gebiet ist ein Kriegsverbrechen.

Das Board vergibt Wiederaufbau-Projekte an Investoren. Auf Land, das Palästinensern gehört.

Das ist illegal.

Die Straflosigkeit:

Das Tragische: All diese Rechtsverstöße haben keine Konsequenzen.

Venezuela, 3. Januar 2026: Dreifacher Völkerrechtsbruch. Konsequenzen: keine.

Iran, Juni 2025: Bombardierung ohne Mandat. Konsequenzen: keine.

Tanker-Kaperungen, Januar 2026: Piraterie auf hoher See. Konsequenzen: keine.

Grönland, Januar 2026: Invasionsdrohung gegen NATO-Partner. Konsequenzen: keine.

Board of Peace, Januar 2026: Annexion, Zwangsumsiedlung, Aneignung. Konsequenzen: ?

Die Antwort ist vorhersehbar: keine.

Warum? Weil die USA Vetomacht im UN-Sicherheitsrat sind. Weil kein Land bereit ist, Sanktionen gegen die USA zu verhängen. Weil Militär und Wirtschaft der USA so dominant sind, dass niemand es wagt, sie zur Rechenschaft zu ziehen.

Das ist die post-legale Weltordnung: Recht gilt nur für die Schwachen. Die Starken tun, was sie wollen.

Michael Hollister war sechs Jahre Bundeswehrsoldat (SFOR, KFOR) und blickt hinter die Kulissen militärischer Strategien. Nach 14 Jahren im IT-Security-Bereich analysiert er primärquellenbasiert europäische Militarisierung, westliche Interventionspolitik und geopolitische Machtverschiebungen. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf dem asiatischen Raum, insbesondere Südostasien, wo er strategische Abhängigkeiten, Einflusszonen und Sicherheitsarchitekturen untersucht. Hollister verbindet operative Innensicht mit kompromissloser Systemkritik – jenseits des Meinungsjournalismus. Seine Arbeiten erscheinen zweisprachig auf www.michael-hollister.com , bei Substack unter https://michaelhollister.substack.com sowie in kritischen Medien im deutsch- und englischsprachigen Raum.

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QUELLENLISTE

Primärquellen:

  1. Whitehouse.gov – Offizielles Board of Peace Statement: „Statement on President Trump’s Comprehensive Plan to End the Gaza Conflict“ (16. Januar 2026) https://www.whitehouse.gov/briefings-statements/2026/01/statement-on-president-trumps-comprehensive-plan-to-end-the-gaza-conflict/
  2. Board of Peace – Berichterstattung & Analyse:

Hintergrundinformationen Board-Mitglieder:

  1. Steve Witkoff:
    • Witkoff Group: Immobilienentwickler
    • Projekte: Park Lane Hotel, Woolworth Building, Miami Worldcenter
  2. Marc Rowan:
    • CEO Apollo Global Management
    • 650+ Milliarden USD verwaltetes Vermögen
  3. Jared Kushner:
    • Immobilien/Investment
    • Architekt der Abraham Accords
  4. Yakir Gabay:
    • Israelischer Immobilien-Milliardär
  5. Ajay Banga:
    • Weltbank-Präsident seit 2023
  6. Sir Tony Blair:
    • UK Premierminister 1997-2007
    • Irak-Krieg 2003

Völkerrechtliche Bewertungen:

  1. IBA – Detaillierte Analyse: https://www.ibanet.org/Trump-Gaza-Riviera-scheme-utterly-contrary-to-international-law
  2. Römisches Statut – Volltext: https://www.icc-cpi.int/sites/default/files/RS-Eng.pdf
  3. Vierte Genfer Konvention – Volltext: https://www.icrc.org/en/doc/resources/documents/treaty/geneva-convention-iv.htm
  4. Just Security: „Trump’s Gaza Plan is Absurd and an Affront to International Law“ https://www.justsecurity.org/108050/trump-gaza-plan-absurd-international-law/
  5. Newsweek: „Trump’s Gaza plan ‚worst idea since Iraq‘: experts“ https://www.newsweek.com/trumps-gaza-plan-palestinians-foreign-policy-iraq-2026604

Gaza-Kontext und Zerstörung:

  1. Humanitäre Lage in Gaza (Stand Januar 2026):
    • 80.000+ tote Zivilisten
    • 86-90% Zerstörung
    • Quellen: UN OCHA, WHO, palästinensisches Gesundheitsministerium

Palästinensische Stimmen:

  1. Wassel Abu Yousuf (PLO)
  2. Hamas Government Media Office
  3. Dr. Mustafa Barghouti (Palestinian National Initiative)

UN-Dokumente:

  1. UN Security Council Resolution 2803 (2025):
    • Vom Board referenziert
  2. UN-Resolution 194 (1948):
    • Rückkehrrecht für palästinensische Flüchtlinge

Historischer Kontext:

  1. Nakba 1948:
    • 750.000 palästinensische Flüchtlinge

Gaza Marine Gasfeld:

  1. Erdgas-Reserven vor Gaza-Küste:
    • 1 Billion Kubikmeter geschätzt

Eigene Artikel:

  1. „Palästina-Anerkennung“ https://www.michael-hollister.com/de/2025/11/16/palaestina-anerkennung-fuenf-staaten-erklaeren-staatlichkeit-waehrend-sie-den-krieg-finanzieren-der-sie-zerstoert/

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