Wenn die NATO sich nicht gegen die USA verteidigen kann
von Michael Hollister
Exklusive Veröffentlichung nur bei Michael Hollister am 18.01.2026
2.381 Wörter * 13 Minuten Lesezeit

I. Der Präzedenzfall – Venezuela war erst der Anfang
Am 3. Januar 2026 entführten US-Streitkräfte den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro. Wenige Tage später beschlagnahmten sie mehrere russische Öltanker auf hoher See. Und am 15. Januar 2026 berichtete die Daily Mail, Donald Trump habe das US Joint Special Operations Command (JSOC) angewiesen, einen Invasionsplan für Grönland auszuarbeiten.
Diese Analyse ist frei zugänglich – aber gute Recherchen kosten Zeit, Geld, Energie und Nerven. Unterstützen Sie mich, damit diese Arbeit weitergehen kann.
Oder unterstützen Sie mich auf Substack – schon ab 5 USD pro Monat.
Gemeinsam bauen wir eine Gegenöffentlichkeit auf.
Was zunächst wie eine bizarre Aneinanderreihung unzusammenhängender Ereignisse wirkte, offenbart bei näherer Betrachtung ein strategisches Muster: Die Vereinigten Staaten testen systematisch, wie weit sie gehen können – ohne UN-Mandat, ohne Rücksicht auf Völkerrecht, ohne Konsequenzen.
Venezuela war der Testlauf. Ein souveräner Staat, dessen Präsident entführt, dessen Rohstoffe beschlagnahmt, dessen Souveränität missachtet wurde. Die internationale Gemeinschaft protestierte – aber tat nichts. Russland und China verurteilten – aber griffen nicht ein. Die UNO debattierte – aber blieb handlungsunfähig.
Grönland ist die nächste Eskalationsstufe. Denn während Venezuela außerhalb westlicher Allianzen stand, ist Grönland Teil Dänemarks – und Dänemark ist NATO-Mitglied. Ein US-Angriff auf Grönland wäre damit nicht nur ein Völkerrechtsbruch, sondern ein Angriff auf die NATO selbst. Die Frage lautet nicht mehr: „Kann die NATO ihre Mitglieder verteidigen?“ Sondern: „Kann die NATO ihre Mitglieder vor den USA verteidigen?“
Die Antwort könnte das Ende der transatlantischen Allianz bedeuten – oder den Beginn einer neuen, multipolaren Weltordnung, in der BRICS, SCO und regionale Bündnisse die Rolle einnehmen, die die NATO nicht mehr erfüllen kann.
II. Grönland – Warum diese Insel die Weltordnung entscheidet
Grönland ist die größte Insel der Erde – 2,2 Millionen Quadratkilometer, dreimal so groß wie Texas, aber mit nur 56.000 Einwohnern. Auf den ersten Blick: ein arktischer Außenposten, geopolitisch randständig. Auf den zweiten Blick:
Der strategisch wichtigste Punkt der künftigen Weltordnung.
A. Rohstoffe: Das neue Saudi-Arabien der seltenen Erden
Grönland verfügt über geschätzte Vorkommen von:
- 38,5 Millionen Tonnen seltene Erden (25% der weltweiten Reserven) – essentiell für Smartphones, Elektroautos, Militärelektronik
- Uran, Thorium, Graphit – kritisch für Nukleartechnologie und Batterieproduktion
- Geschätzte 31 Milliarden Barrel Öl und 86 Billionen Kubikfuß Erdgas (US Geological Survey) – bisher weitgehend unerschlossen
- Zink, Blei, Gold, Diamanten, Rubine – kommerzielle Vorkommen bereits kartiert
China kontrolliert derzeit 70% der weltweiten Produktion seltener Erden. Grönland könnte diese Monopolstellung brechen – oder, wenn China zuerst Zugriff erhält, zementieren. Für die USA ist das eine Frage nationaler Sicherheit: Wer seltene Erden kontrolliert, kontrolliert die Technologie des 21. Jahrhunderts.
B. Militärisch: Der Vorposten für ICBM-Frühwarnung
Die Pituffik Space Base (ehemals Thule Air Base) liegt 1.200 km südlich des Nordpols und ist seit 1951 eine der wichtigsten US-Militäranlagen weltweit. Sie beherbergt:
- Ballistic Missile Early Warning System (BMEWS) – erkennt russische/chinesische ICBM-Starts über den Nordpol innerhalb von Sekunden
- Space Surveillance Network – überwacht Satelliten und Weltraumschrott
- Luftwaffenstützpunkt für F-35-Kampfjets und strategische Bomber
Ohne Pituffik wäre die USA bei einem nuklearen Erstschlag praktisch blind. Die Basis ist Teil der nuklearen Abschreckungsarchitektur – nicht verhandelbar aus US-Sicht. Doch rechtlich gehört sie zu Dänemark, das theoretisch den Zugang sperren könnte.
C. Seewege: Die neue Seidenstraße – durch Eis
Der Klimawandel öffnet zwei Routen, die seit Jahrhunderten gesucht wurden:
- Nordwestpassage (Kanada/Grönland): Verbindet Atlantik und Pazifik, verkürzt Schifffahrt Europa-Asien um 7.000 km (40% schneller als Panama-Kanal)
- Nordostpassage (Russland/Arktis): Verbindet Europa mit Asien, verkürzt Route um 6.500 km (35% schneller als Suez-Kanal)
Bis 2040 könnten beide Routen sommers eisfrei sein. China hat bereits 2018 seine „Polar Silk Road“ als Teil der Belt-and-Road-Initiative ausgerufen. Russland baut systematisch Eisbrecherflotten aus (aktuell 40 Eisbrecher, USA haben 2). Wer Grönland kontrolliert, kontrolliert den Zugang zur Nordwestpassage – und damit einen der wichtigsten Handelswege des 21. Jahrhunderts.
Zwischenfazit: Grönland ist kein peripherer Eisklumpen, sondern der Knotenpunkt künftiger Rohstoffkriege, Handelsrouten und militärischer Abschreckung. Wer Grönland kontrolliert, definiert die Spielregeln der kommenden Weltordnung.
III. Völkerrechtliche Bewertung – Androhung ist Bruch
Donald Trumps öffentliche Erklärung, Grönland „notfalls auch militärisch“ zu sichern, ist kein diplomatisches Säbelrasseln. Es ist ein formaler Bruch des Völkerrechts.
A. Das Gewaltverbot – Artikel 2(4) UN-Charta
Artikel 2(4) der UN-Charta lautet:
„Alle Mitglieder unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede Androhung oder Anwendung von Gewalt gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates.“
Nicht nur die Gewaltanwendung ist verboten – bereits die Androhung stellt einen Rechtsbruch dar. Trumps Anweisung an JSOC, Invasionspläne auszuarbeiten, ist dokumentiert, öffentlich, wiederholt. Damit befindet sich die US-Regierung formal im Bruch mit geltendem Völkerrecht.
B. Grönland gehört zu Dänemark – und Dänemark zur NATO
Grönland ist kein Niemandsland. Es ist ein autonomes Territorium des Königreichs Dänemark. Politisch verfügt Grönland über eine eigene Regierung (Naalakkersuisut), rechtlich jedoch ist Kopenhagen weiterhin zuständig für Außen- und Verteidigungspolitik.
Ein Angriff auf Grönland ist ein Angriff auf dänisches Staatsgebiet. Und Dänemark ist seit 1949 Gründungsmitglied der NATO.
C. Keine Rechtfertigung durch Selbstverteidigung
Artikel 51 der UN-Charta erlaubt militärische Gewalt ausschließlich zur Selbstverteidigung gegen einen bewaffneten Angriff. Dänemark hat die USA nicht angegriffen. Grönland stellt keine militärische Bedrohung dar. Selbst wenn China oder Russland auf Grönland Einfluss ausüben würden, rechtfertigte das keine präventive Invasion.
Ergebnis: Die Berufung auf Artikel 51 ist völkerrechtlich nicht haltbar.
Zwischenfazit: Ein US-Angriff auf Grönland wäre ein klarer, kumulativer Bruch des Völkerrechts – Art. 2(4) UN-Charta, Souveränität Dänemarks, NATO-Vertrag. Es gibt keinen juristischen Graubereich.
IV. Die NATO-Falle – Wenn der Aggressor Mitglied ist
Artikel 5 des NATO-Vertrags ist das Herzstück des Bündnisses:
„Ein bewaffneter Angriff auf ein Mitglied wird als Angriff auf alle gewertet.“
Diese Formel funktioniert perfekt – solange der Angreifer außerhalb der NATO steht. Doch was passiert, wenn der Angreifer selbst Mitglied ist?
A. Das juristische Vakuum
Der NATO-Vertrag kennt keinen Mechanismus für interne Aggressoren. Artikel 5 greift nur bei einem „bewaffneten Angriff gegen eine oder mehrere Vertragsparteien“ – er sagt nichts darüber, was passiert, wenn dieser Angriff von einer Vertragspartei selbst ausgeht.
Das Dilemma:
- Der Bündnisfall müsste im Nordatlantikrat einstimmig festgestellt werden
- Die USA hätten dort Vetorecht
- Der Aggressor könnte also selbst erklären, dass kein Angriff vorliegt
Mit anderen Worten: Der Schutzmechanismus kollabiert genau in dem Moment, in dem er gebraucht würde.
B. Dänemarks unmögliche Wahl
Dänemarks Premierministerin Mette Frederiksen hat bereits klargestellt: „Ein US-Angriff auf Grönland würde die NATO von innen zerstören.“ Doch was könnte Dänemark tatsächlich tun?
Option 1: Kapitulation. Dänemark akzeptiert die US-Aktion als „Sicherheitsmaßnahme“ und verzichtet auf Widerstand. Folge: Dänemark verliert Glaubwürdigkeit, Europa verliert Vertrauen in die NATO.
Option 2: Bündnisfall ausrufen. Dänemark fordert NATO-Hilfe. Doch die USA blockieren die Abstimmung im Nordatlantikrat. Folge: Dänemark steht allein da, die NATO ist handlungsunfähig.
Option 3: NATO verlassen. Dänemark erklärt den Austritt aus einem Bündnis, das es nicht schützen kann. Folge: Erste Blocksprengung seit NATO-Gründung, Dominoeffekt möglich.
Alle drei Optionen sind politisch zerstörerisch.
C. Blockspaltung: Alt-Europa vs. Neu-Europa
Ein US-Angriff auf Grönland würde Europa in zwei Lager spalten:
Alt-Europa (Frankreich, Deutschland, Spanien, Belgien): Versucht, das Völkerrecht zu retten. Fordert UN-Vermittlung, droht mit Sanktionen, sucht diplomatische Lösung. Emmanuel Macron würde vermutlich fordern: „Europäische strategische Autonomie – jetzt!“
Neu-Europa (Baltikum, Polen, Teile Osteuropas): Steht vor einem Loyalitätsdilemma. Angst vor Russland auf der einen Seite, Abhängigkeit von den USA auf der anderen. Viele würden schweigen – aus Angst, selbst zur Zielscheibe zu werden.
Das Ergebnis: Kein Bündnis mehr, sondern ein hierarchisches Sicherheitsgebilde, in dem Loyalität wichtiger ist als Recht und Geografie wichtiger als Prinzipien.
Zwischenfazit: Die NATO wurde gegründet, um äußere Feinde abzuwehren – nicht, um sich gegen den Hegemon im eigenen Haus zu verteidigen. Grönland würde offenlegen, dass Artikel 5 nur eine Kulisse ist, die nur solange trägt, wie Washington sich an die Rolle des Beschützers hält.
V. Trumps Grönland-Obsession – Von 2019 bis 2026
Im August 2019 sorgte Donald Trump für internationales Entsetzen, als er öffentlich erklärte, die USA wollten Grönland kaufen. Er nannte es einen „großartigen Deal“ – strategisch wertvoll, wirtschaftlich sinnvoll. Dänemarks Premierministerin Mette Frederiksen lehnte ab und nannte das Angebot „absurd“. Trump sagte daraufhin einen Staatsbesuch in Kopenhagen beleidigt ab.
Was 2019 wie eine diplomatische Groteske wirkte, erscheint heute in einem anderen Licht:
- 2019: Kaufangebot – abgelehnt
- 2025: Erneutes Kaufangebot + wirtschaftlicher Druck (Zollandrohungen)
- 2026: Militärische Option (JSOC-Invasionspläne)
Die Logik ist dieselbe geblieben – nur die Mittel haben sich verschärft. Was 2019 noch als Kaufangebot formuliert war, wird 2026 zur militärischen Drohung. Und erneut lautet das Argument: Sicherheit, Kontrolle, Abschreckung gegen China und Russland.
Die entscheidende Frage lautet also nicht mehr: „Hat Trump Grönland ernsthaft kaufen wollen?“ Sondern: „Hat er je etwas anderes im Sinn gehabt als Kontrolle – egal, wie?“
VI. Russland und China beobachten – und ziehen Schlüsse
Während westliche Medien Trumps Grönland-Pläne als außenpolitischen Skandal diskutieren, reagiert Moskau mit einem deutlich kühleren, aber strategisch weitreichenderen Blick: Was passiert hier eigentlich wirklich?
Für den Kreml ist die Antwort klar: Die USA verschieben die roten Linien – systematisch. Erst Venezuela (Präsident entführt), dann Öltanker (auf hoher See beschlagnahmt), nun Grönland (NATO-Territorium bedroht). Das ist keine Kaskade von Zufällen, sondern ein Testlauf.
A. Russlands Reaktionsoptionen – asymmetrisch, kalkuliert
Ein direkter Gegenschlag gegen die USA ist unwahrscheinlich. Stattdessen könnte Moskau auf drei Ebenen agieren:
1. Tanker gegen Tanker: Russland könnte beginnen, amerikanische oder westlich registrierte Tanker im Schwarzen Meer, in der Arktis oder im Südchinesischen Meer durch „Sicherheitsüberprüfungen“ zu verzögern oder festzusetzen – als Vergeltung im gleichen Format.
2. Syrien & Mali als Signalzonen: Russland könnte gezielt UN-Einsätze behindern, Logistikabkommen aufkündigen oder die Präsenz westlicher Soldaten im Nahen Osten und in Afrika untergraben – um den USA ihre weltweiten Verwundbarkeiten vor Augen zu führen.
3. Arktis-Manöver: Eine russische Machtdemonstration nahe Spitzbergen oder Franz-Josef-Land – etwa durch U-Boot-Manöver oder militärische Flugübungen – könnte als symbolische Antwort auf die US-Aktivitäten in Grönland gedeutet werden: „Wir sehen euch. Wir können das auch.“
Russlands Ziel ist dabei nicht der Krieg – sondern das Signal, dass jeder Regelbruch des Westens eine asymmetrische Rechnung nach sich zieht.
B. Chinas Kalkül – „Watch and Wait“, aber nicht tatenlos
China würde keine offenen Drohungen aussprechen – aber genau beobachten, wie der Westen mit einem eigenen Regelbruch umgeht. Denn dieser Fall wäre ein Präzedenzfall, der Chinas künftiges Verhalten im Südchinesischen Meer oder gegenüber Taiwan direkt beeinflusst.
Wenn die USA Grönland ohne UN-Mandat nehmen können, kann China Taiwan ohne UN-Mandat nehmen.
Chinas Strategie:
- Still und strategisch: China würde im Hintergrund diplomatisch mobilisieren, wirtschaftliche Allianzen vertiefen und beobachten, wie sich Europa im Falle eines US-Völkerrechtsbruchs positioniert
- Neue Legitimation: Sollte Washington in Grönland oder anderswo ohne UN-Mandat eingreifen, könnte Peking später dieselbe Logik anwenden – etwa zur „Schutznahme“ chinesischer Minderheiten im Ausland
- Symbolischer Schulterschluss mit Russland: Ohne offene Allianz, aber mit stiller Unterstützung – gemeinsame Marineübungen, Energielieferungen, Vetos im UN-Sicherheitsrat
Fazit: Grönland ist für Moskau und Peking nicht bloß eine Insel im Eis, sondern ein Gradmesser für die Zukunft der globalen Ordnung. Und wenn der Westen diese rote Linie nicht selbst verteidigt, werden Russland und China daraus ihre eigenen Schlüsse ziehen.
VII. Drei Szenarien 2026-2028 – Wohin führt Grönland?
Die Grönland-Krise ist kein abgeschlossenes Ereignis, sondern ein sich entwickelnder Konflikt. Drei Szenarien zeichnen sich ab:
Szenario 1: De-Eskalation durch Diplomatie (Wahrscheinlichkeit: 20%)
Was passiert:
- USA ziehen militärische Drohungen zurück
- Dänemark/USA einigen sich auf erweiterte Nutzungsrechte für Pituffik Base
- NATO bestätigt Dänemarks Souveränität über Grönland
Trigger: Massive europäische Gegenwehr, interne US-Kritik (Senat/Kongress), wirtschaftliche Kosten zu hoch
Ergebnis: NATO überlebt, aber beschädigt. Europa beginnt, strategische Autonomie ernsthaft zu verfolgen.
Szenario 2: NATO-Spaltung und europäische Emanzipation (Wahrscheinlichkeit: 45%)
Was passiert:
- USA nehmen Grönland militärisch oder durch wirtschaftlichen Druck
- Dänemark ruft Bündnisfall aus – wird blockiert
- Frankreich/Deutschland gründen europäische Verteidigungsunion (außerhalb NATO)
- Baltikum/Polen bleiben bei USA, Europa spaltet sich
Trigger: Europa erkennt, dass NATO kein Schutz mehr bietet. Macron/Scholz/Starmer einigen sich auf „Post-NATO-Europa“
Ergebnis: NATO existiert formal, ist aber funktionslos. Europa baut eigene Verteidigung auf, orientiert sich neutral zwischen USA/China/Russland.
Szenario 3: BRICS-Gegenschlag und multipolare Militärallianz (Wahrscheinlichkeit: 35%)
Was passiert:
- USA nehmen Grönland
- China, Russland, Iran interpretieren das als Freigabe für eigene Aktionen
- Koordinierte Eskalation: China blockiert Taiwan, Russland öffnet Kaliningrad-Korridor, Iran greift Israel an
- BRICS wird de-facto Militärallianz (nicht formal, aber koordiniert)
- Dollar verliert Status als Reservewährung (Unit-Einführung, US-Bond-Abstoß)
Trigger: USA zeigen, dass Völkerrecht bedeutungslos ist. BRICS nutzt dasselbe Argument für eigene Expansion
Ergebnis: USA verlieren globale Hegemonie. Multipolare Weltordnung entsteht – nicht durch Verhandlung, sondern durch koordinierte Machtprojektion.
VIII. Schluss – Die Jahrhundertfrage
Venezuela war ein Test. Grönland ist die Entscheidung.
Was auf dem Spiel steht, ist nicht nur eine arktische Insel mit 56.000 Einwohnern. Es ist die Frage, ob die Nachkriegsordnung – basierend auf Völkerrecht, multilateralen Institutionen und kollektiver Sicherheit – noch eine Zukunft hat. Oder ob wir in eine Welt zurückkehren, in der Macht über Recht dominiert, in der Allianzen zerbrechen und in der jeder Staat für sich selbst kämpfen muss.
Die NATO wurde gegründet, um Frieden zu sichern. Doch was, wenn der größte Friedensbrecher das stärkste Mitglied ist?
Grönland wird zeigen, ob Europa den Mut hat, sich zu emanzipieren – oder ob es sich dem US-Diktat beugt. Es wird zeigen, ob Russland und China koordiniert reagieren – oder einzeln untergehen. Und es wird zeigen, ob die Welt bereit ist für eine neue Ordnung – oder ob sie im Chaos versinkt.
Die nächsten zwei Jahre werden entscheiden, welche der drei Szenarien Realität wird.
Und die Antwort wird nicht in Washington oder Brüssel fallen – sondern in Moskau, Peking und den Hauptstädten jener Staaten, die verstanden haben: Neutralität ist keine Option mehr.
Was, wenn Grönland nur der Auslöser ist – für eine koordinierte BRICS-Gegenoffensive?
Was, wenn China, Russland und Iran gleichzeitig zuschlagen – Taiwan, Kaliningrad, Israel?
Was, wenn der Dollar kollabiert – und die USA ihre Hegemonie verlieren?
All das lesen Sie in der exklusiven Vertiefung im Abonnentenbereich.
Diese Analyse ist frei zugänglich – aber gute Recherchen kosten Zeit, Geld, Energie und Nerven. Unterstützen Sie mich, damit diese Arbeit weitergehen kann.
Oder unterstützen Sie mich auf Substack – schon ab 5 USD pro Monat.
Gemeinsam bauen wir eine Gegenöffentlichkeit auf.
Michael Hollister war sechs Jahre Bundeswehrsoldat (SFOR, KFOR) und blickt hinter die Kulissen militärischer Strategien. Nach 14 Jahren im IT-Security-Bereich analysiert er primärquellenbasiert europäische Militarisierung, westliche Interventionspolitik und geopolitische Machtverschiebungen. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf dem asiatischen Raum, insbesondere Südostasien, wo er strategische Abhängigkeiten, Einflusszonen und Sicherheitsarchitekturen untersucht. Hollister verbindet operative Innensicht mit kompromissloser Systemkritik – jenseits des Meinungsjournalismus. Seine Arbeiten erscheinen zweisprachig auf www.michael-hollister.com , bei Substack unter https://michaelhollister.substack.com sowie in kritischen Medien im deutsch- und englischsprachigen Raum.
Quellenliste
Trump & Grönland – Aussagen, Drohungen, politische Reaktionen
1. Time: Trump threatens tariffs against countries opposing Greenland plans
2. AP News: Trump threatens economic consequences over Greenland
3. Reuters: EU Commissioner says US military takeover of Greenland would end NATO
4. The Guardian: US Senator Chris Murphy warns of NATO breach over Greenland
5. VG (Norway): Trump after Greenland meeting: ‚We’ll see what happens‘
NATO & Militärmanöver in der Arktis
6. Wikipedia: Operation Arctic Endurance
Völkerrecht & Beziehungen USA-Grönland
7. Wikipedia: Beziehungen zwischen Grönland und den Vereinigten Staaten
8. Chatham House: US intentions towards Greenland threaten NATO’s future
9. Wikipedia: American hybrid warfare against Greenland
© Michael Hollister — Die Weitergabe, Veröffentlichung oder Nutzung dieses Textes ist ausdrücklich willkommen. Voraussetzung ist lediglich die Angabe der Quelle und ein Link an prominenter Stelle auf www.michael-hollister.com (bzw. bei Druckwerken der Hinweis „Quelle: www.michael-hollister.com“).
Newsletter
🇩🇪 Deutsch: Verstehen Sie geopolitische Zusammenhänge durch Primärquellen, historische Parallelen und dokumentierte Machtstrukturen. Monatlich, zweisprachig (DE/EN).
🇬🇧 English: Understand geopolitical contexts through primary sources, historical patterns, and documented power structures. Monthly, bilingual (DE/EN).