Wenn Regeln keine Rolle mehr spielen
von Michael Hollister
Exklusive Veröffentlichung nur bei Michael Hollister am 18.01.2026
1.853 Wörter * 12 Minuten Lesezeit

Die geopolitischen Folgen des Venezuela-Präzedenzfalls
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I. Venezuela war kein Ausrutscher – sondern ein Testlauf
Die militärische US-Intervention in Venezuela markiert keinen einmaligen Verstoß gegen internationales Recht. Vielmehr ist sie ein strategischer Präzedenzfall, der aufzeigt, wie Großmächte künftig Macht projizieren, ohne sich an die alten institutionellen Grenzen zu halten, die seit 1945 scheinbar unantastbar waren.
Die wichtigsten Signale dieses Testlaufs:
- Rechtswidrigkeit wird akzeptiert, solange sie durch Macht gedeckt ist. Kein UN-Mandat – und dennoch keine bindenden Sanktionen. Verletzung des Gewaltverbots (Art. 2 Abs. 4 UN-Charta) ohne spürbare Konsequenzen.
- Die UNO ist nicht nur schwach – sie ist systematisch umgehbar. Kritische Resolutionen scheitern am Veto. Strukturell starke Staaten können selbst Normen brechen, ohne legitimatorische Einbußen zu erleiden.
- Ressourcen und Machtinteressen dominieren über Recht und institutionelle Ordnung. Venezuela war weniger ein Problem per se – sondern ein Ressourcenknotenpunkt: Öl, Kapitalströme, geopolitische Bindungen an China/Russland, alternative Zahlungssysteme.
Diese drei Aspekte deuten auf einen grundlegenden Wandel: Die internationale Ordnung bewegt sich von einer regelbasierten zu einer machtbasierten Welt.
Venezuela war kein Ausrutscher – es war ein Testlauf.
In diesem exklusiven Add-On wird sichtbar, was nach dem offenen Bruch des Völkerrechts wirklich folgt: Welche Länder als Nächstes unter Druck geraten, welche militärischen und wirtschaftlichen Reaktionen Russland, China und Iran vorbereiten – und warum Neutralität für kleinere Staaten faktisch keine Option mehr ist. Wer verstehen will, wie die Welt nach Venezuela aussieht, liest hier weiter.
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