Upddate-Meldung * Aktualisiert: 24. Mai 2026 – Aufbauend auf meinem Update vom 20. Mai 2026
von Michael Hollister
Exklusive Veröffentlichung nur bei Michael Hollister am 24.05.2026
2.743 Wörter * 15 Minuten Lesezeit

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TRUMP VERKÜNDET „LARGELY NEGOTIATED“ – TEHERAN WIDERSPRICHT SOFORT
Am Abend des 23. Mai veröffentlichte Trump auf seiner Social-Media-Plattform, ein Abkommen mit Iran sei „weitgehend ausgehandelt“ – ein Memorandum of Understanding als erste Phase, die Straße von Hormuz werde geöffnet. Er habe mit den Führern Saudi-Arabiens, der UAE, Katars, Pakistans, der Türkei, Ägyptens, Jordaniens und Bahrains telefoniert, und separat mit Netanyahu. „Die abschließenden Aspekte und Details des Deals werden derzeit besprochen und werden in Kürze bekanntgegeben“, schrieb Trump. Irans Außenministerium bestätigte ein MoU als ersten Schritt, betonte jedoch, dass innerhalb von 30 bis 60 Tagen breitere Verhandlungen folgen sollen. Die iranische Nachrichtenagentur Fars widersprach umgehend: Die Straße von Hormuz werde unter iranischer Kontrolle bleiben – Trumps Ankündigung einer Öffnung sei „unvollständig und nicht konsistent mit der Realität.“ Das Atomprogramm und das hochangereicherte Uran erwähnte Trump mit keinem Wort.
MUNIR EMPFÄNGT STAATSBESUCH-NIVEAU IN TEHERAN – PEZESHKIAN UND GHALIBAF
Der pakistanische Armeechef Field Marshal Syed Asim Munir traf am 23. Mai in Teheran persönlich mit Präsident Pezeshkian zusammen – das iranische Präsidialamt veröffentlichte ein offizielles Foto. Munir traf darüber hinaus Parlamentspräsident Ghalibaf und Außenminister Araghchi. Gleichzeitig reiste eine katarische Delegation nach Teheran und schloss sich den Vermittlungsbemühungen an. Munir stand gleichzeitig auf der Teilnehmerliste von Trumps Telefonrunde mit regionalen Führern – er ist damit der einzige Akteur, der in dieser Woche mit beiden Seiten auf höchster Ebene gesprochen hat. Pakistan hatte die Islamabad Talks organisiert, den Waffenstillstand vom 08. April vermittelt und Project Freedom auf pakistanische Bitte pausiert. Was in Teheran besprochen wurde, geht nach Einschätzung mehrerer Beobachter über die reine US-Iran-Vermittlung hinaus.
TULSI GABBARD TRITT ALS DNI-DIREKTORIN ZURÜCK
Tulsi Gabbard, US-Direktorin des Nationalen Geheimdienstes, reichte am 23. Mai ihren Rücktritt ein – offiziell wegen der Krebserkrankung ihres Mannes. Gabbard war seit Kriegsbeginn die einzige verbliebene Stimme im Trump-Kabinett mit einer nachweislich zurückhaltenden Iran-Bewertung: Ihr Büro hatte im März eingeschätzt, Iran baue keine Atombombe; Trump nannte sie selbst „softer“ als er in der Nuklearfrage. Ihr Vize Joe Kent war bereits im März mit einer explizit antikriegerischen Begründung zurückgetreten. Die iranische Botschaft in Armenien kommentierte Gabbards Abgang auf Social Media: Sie habe „Wahrheiten über Iran gesprochen, die Trump hasste.“ Gabbards Abgang räumt das letzte institutionelle Gegengewicht im Weißen Haus aus dem Weg – in dem Moment, in dem ein Deal verkündet wird, der Atomfragen ausdrücklich auf eine spätere Verhandlungsphase verschiebt.
SCHÜSSE AM WEISSEN HAUS – SICHERHEITSVORFALL WÄHREND DEAL-VERKÜNDUNG
Unmittelbar während der Ankündigung des Iran-Deals kam es zu einem Sicherheitsvorfall am Weißen Haus: Ein bewaffneter Mann eröffnete das Feuer in Richtung des Gebäudes, wurde vom Secret Service erschossen. Ein Unbeteiligter wurde verletzt. Trump befand sich zum Zeitpunkt des Vorfalls im Weißen Haus und blieb unverletzt. Das Weiße Haus wurde kurzzeitig in den Lockdown versetzt. Mehrere Medien berichteten, die formelle Ankündigung weiterer Deal-Details könnte sich durch den Vorfall verzögert haben.
US BEREITET SCHLÄGE VOR – MILITÄR- UND GEHEIMDIENSTPERSONAL BRICHT URLAUB AB
Die Trump-Regierung bereitete parallel zu den Verhandlungen einen erneuten Militärschlag gegen Iran vor, wie Quellen mit direktem Wissen über die Planung CBS News mitteilten. Keine endgültige Entscheidung war bis Freitagmittag gefallen. Mehrere Mitglieder des US-Militärs und der Geheimdienste brachen ihre Memorial-Day-Urlaubspläne ab – in Erwartung möglicher Schläge. Das Pentagon begann, Rückruflisten für US-Installationen im Ausland zu aktualisieren. Trump selbst sagte, er werde das Wochenende nicht in New Jersey verbringen, sondern ins Weiße Haus zurückkehren – „Umstände betreffend die Regierung“ hinderten ihn an der geplanten Abwesenheit; die Hochzeit seines Sohnes Donald Trump Jr. fand ohne ihn statt.

RUBIO BEI NATO-TREFFEN IN SCHWEDEN: „LEICHTE FORTSCHRITTE“, „PLAN B“ FÜR HORMUZ
US-Außenminister Marco Rubio äußerte sich am 22. Mai am Rande eines NATO-Außenministertreffens in Schweden vorsichtig optimistisch: Es habe „leichte Bewegung“ in den Verhandlungen gegeben – „ich will es nicht übertreiben, aber das ist gut.“ Gleichzeitig machte er deutlich, dass zwei Kernfragen ungelöst blieben: das hochangereicherte Uran und die Straße von Hormuz. Rubio forderte die NATO-Partner auf, einen „Plan B“ zu entwickeln für den Fall, dass Iran die Meerenge nicht öffne. Er sprach davon, dass einzelne Verbündete mit Interessen an der Straße „anfangen müssen nachzudenken“, was dann zu tun sei. Die USA bräuchten keine Hilfe beim Öffnen der Meerenge, seien aber bereit, Verbündete mitzunehmen. Frankreich erarbeitet parallel einen eigenen UN-Resolutionstext – eine internationale Mission zur Wiederherstellung der Bewegungsfreiheit, neutraler formuliert als der US-Bahrain-Entwurf, der an einem erwarteten chinesisch-russischen Veto zu scheitern droht.
IRAN INSTITUTIONALISIERT HORMUZ-KONTROLLE – PERSIAN GULF STRAIT AUTHORITY OFFIZIELL
Am 18. Mai gab Iran die offizielle Gründung der Persian Gulf Strait Authority (PGSA) auf Social Media bekannt – einer staatlichen Behörde zur Regulierung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormuz. Die Behörde fordert von Schiffen eine Voranmeldung per E-Mail unter Offenlegung von Eigentümerschaft, Versicherung, Besatzung und Ladung. Berichten zufolge haben Schiffe bis zu 2 Millionen Dollar pro Durchfahrt gezahlt, Zahlung in chinesischen Yuan oder über IRGC-nahe Bitcoin-Wallets. Offizielle Tarife wurden nicht veröffentlicht. Iran und Oman verhandeln über ein gemeinsames Regulierungssystem. Die PGSA hat auf X eine eigene Karte veröffentlicht, die eine „kontrollierte maritime Zone“ beansprucht, die die gesamte Meerenge umfasst. Rubio nannte das Gebührensystem „inakzeptabel“ und warnte, ein solches Präzedenzfall könnte sich auf fünf weitere Engpässe weltweit ausweiten.
KONGRESS: REPRÄSENTANTENHAUS BRICHT WAR-POWERS-ABSTIMMUNG AB – MEHRHEIT FEHLTE
Die Führung der Republikaner im US-Repräsentantenhaus hat am 22. Mai eine geplante Abstimmung über eine War-Powers-Resolution abgebrochen – weil die Mehrheit für deren Ablehnung nicht gesichert war. Die von Demokraten eingebrachte Resolution hätte Trump angewiesen, die US-Streitkräfte aus den Feindseligkeiten gegen Iran zurückzuziehen. „Wir hatten die Stimmen ohne Frage, und sie wussten es“, erklärte der demokratische Abgeordnete Gregory Meeks, der die Resolution eingebracht hatte. House Speaker Mike Johnson beantwortete keine Reporterfragen. Fraktionschef Steve Scalise behauptete, die Verschiebung diene dazu, abwesenden Abgeordneten die Möglichkeit zur Abstimmung zu geben. Im Senat war eine ähnliche Resolution fünf Tage zuvor mit 50 zu 47 Stimmen aus dem Ausschuss gelöst worden – vier Republikaner hatten mit den Demokraten gestimmt.
TAIWAN-WAFFENVERKAUF PAUSIERT – MUNITIONSRESERVEN FÜR EPIC FURY
Der amtierende US-Marineminister Hung Cao bestätigte am 22. Mai vor dem Senatsunterausschuss für Verteidigungsmittel, dass ein geplanter Waffenverkauf an Taiwan im Wert von 14 Milliarden Dollar pausiert worden sei. Begründung: Sicherstellung ausreichender Munitionsreserven für Operation Epic Fury. „Wir haben genug, aber wir stellen sicher, dass wir alles haben“, sagte Cao. Taiwan wurde nach eigenen Angaben nicht vorab informiert. Trump hatte die Waffen zuvor gegenüber Fox News als „guten Verhandlungschip“ mit China bezeichnet – er hatte Xi Jinping am 14. Mai in Peking getroffen, wo Hormuz und Taiwan auf der Agenda standen. Der Vorfall dokumentiert erstmals öffentlich das Ausmaß des Munitionsverbrauchs: Bereits in den ersten zehn Kriegstagen wurden nach Schätzungen des Center for Strategic and International Studies über 2.000 Abfangraketen abgefeuert.
EU BESCHLIESST SANKTIONSERWEITERUNG GEGEN IRAN WEGEN HORMUZ-BLOCKADE
Die Europäische Union erweiterte am 22. Mai ihr Sanktionsregime gegen Iran um Maßnahmen, die sich spezifisch auf die Hormuz-Blockade beziehen – bisher hatten EU-Sanktionen gegen Iran auf die Unterstützung Russlands im Ukraine-Krieg und Menschenrechtsverletzungen gezielt. Die Erweiterung ermöglicht Reiseverbote und Vermögenssperren gegen Personen und Entitäten, die für die Beeinträchtigung der Schifffahrtsfreiheit verantwortlich sind. Konkrete Namen wurden nicht bekanntgegeben. EU-Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis und EZB-Präsidentin Christine Lagarde erklärten am selben Tag, die Energiepreise in Europa würden selbst bei einer Beendigung des Konflikts noch bis Ende 2027 erhöht bleiben. Die EU-Inflationsprognose für 2026 wurde auf 3,1 Prozent nach oben revidiert – gegenüber einer früheren Prognose von 1,9 Prozent.
NPT-KONFERENZ GESCHEITERT – DRITTER FEHLSCHLAG IN FOLGE
Die vierwöchige UN-Überprüfungskonferenz zum Atomwaffensperrvertrag (NPT) endete am 22. Mai ohne Einigung – der dritte Fehlschlag in Folge nach 2015 und 2022. Streitpunkt war eine Formulierung im Abschlussdokument, die besagte, Iran dürfe „niemals eine Atomwaffe anstreben, entwickeln oder erwerben.“ Iran blockierte den Konsens. UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich bestürzt: Das „erhöhte Risiko durch Atomwaffen verlange dringendes Handeln.“ USA und Iran hatten sich seit Konferenzeröffnung am 27. April wiederholt konfrontiert: Washington warf Teheran „Missachtung“ seiner Vertragspflichten vor, Teheran erklärte, US- und israelische Angriffe auf iranische Nuklearanlagen verletzten das Völkerrecht. Iran ist NPT-Mitglied, verweigert der IAEO aber seit Kriegsbeginn den Zugang zu bombardierten Standorten.
LIBANON: ÜBER 3.100 TOTE SEIT 02. MÄRZ – MILITÄRDELEGATION ANS PENTAGON
Israelische Luftangriffe auf den Südlibanon töteten am 22. Mai 10 Menschen, darunter 6 Sanitäter und ein syrisches Kind. Betroffen waren die Ortschaften Hanawieh und Deir Qanoun al-Nahr in der Küstenprovinz Tyrus. Die Weltgesundheitsorganisation zählte seit dem 02. März 169 Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen und medizinisches Personal im Libanon; 116 Sanitäter wurden getötet. Das libanesische Gesundheitsministerium meldete zum Stand 22. Mai insgesamt 3.111 Tote und 9.432 Verletzte seit dem erneuten Kriegsbeginn. Die israelische Armee erklärte, sie ziele ausschließlich auf Hezbollah-Infrastruktur. Libanon formiert derweil eine Militärdelegation für Sicherheitsgespräche mit Israel am Pentagon, angesetzt auf den 29. Mai – eine vierte Verhandlungsrunde soll im Juni in Washington folgen. Hezbollah lehnt die Gespräche ab und verweigert die Entwaffnung.

ANALYSE
I. Das MoU und seine Lücken
Trump verkündete am 23. Mai ein Abkommen, das er selbst als „weitgehend ausgehandelt“ bezeichnete. Irans Außenministerium bestätigte ein MoU als Phase 1. Soweit der Konsens. Dann beginnen die Widersprüche.
Trump erklärte, die Straße von Hormuz werde geöffnet. Fars News, das offizielle iranische Nachrichtenorgan, widersprach innerhalb von Stunden: Hormuz bleibe unter iranischer Kontrolle, Trumps Formulierung sei „unvollständig und nicht konsistent mit der Realität.“ Das ist kein Detailstreit. Das ist der Kernpunkt, um den seit Wochen verhandelt wird.
Trump erwähnte weder das hochangereicherte Uran noch das Atomprogramm – beides hatte er in den Wochen zuvor als nicht verhandelbar bezeichnet. Iran hat seinerseits signalisiert, diese Fragen erst nach einem formellen Kriegsende diskutieren zu wollen. Das MoU schiebt sie in einen zweiten Verhandlungsrahmen, der in 30 bis 60 Tagen beginnen soll – und der noch nicht existiert.
Das ist eine bekannte Verhandlungslogik: Man einigt sich auf das Einigbare und erklärt das Nicht-Einigbare zur Folgefrage. Die härteste Prüfung kommt damit nicht am Tag der Ankündigung, sondern in der zweiten Phase – wenn Chameinis Direktive, das angereicherte Uran nicht außer Landes zu geben, auf US-Forderungen nach Übergabe von 400 Kilogramm HEU trifft.
II. Gabbard: Das Ende der internen Bremse
Tulsi Gabbards Rücktritt am 23. Mai ist kein privates Ereignis, auch wenn er so präsentiert wird. Sie war die letzte Stimme im Trump-Kabinett mit einer dokumentierten Gegenposition zur Iran-Bedrohungsanalyse. Ihr Büro hatte im März festgehalten, Iran baue keine Atombombe. Trump nannte sie in einem seltenen öffentlichen Eingeständnis „softer“ als er in der Nuklearfrage. Ihr Vize Joe Kent war bereits im März zurückgetreten mit der expliziten Begründung, der Krieg sei auf israelischen und lobbyistischen Druck hin begonnen worden.
Mit Gabbards Abgang ist niemand mehr im innersten Entscheidungskreis, der institutionell Gegengewicht bieten könnte zu einer Kriegsfortsetzung oder zu einem Deal, der Atomfragen ausspart. Die iranische Botschaft in Armenien hat das auf Social Media kommentiert – sie habe Wahrheiten gesprochen, die Trump hasste. Das ist eine ungewöhnliche Reaktion einer Botschaft auf den Rücktritt eines ausländischen Geheimdienstchefs. Sie zeigt, wie genau Teheran das Innenleben der Trump-Regierung verfolgt.
Der Zeitpunkt ist nicht trivial: Gabbard geht an dem Tag, an dem Trump einen Deal verkündet, der das Atomprogramm ausklammert. Die Frage, ob das eine Folge oder eine Bedingung ist, stellt sich.
III. Munir als regionaler Architekt
Pakistan tritt in diesem Krieg offiziell als Vermittler auf. Was Munirs Woche in Teheran zeigt, geht darüber hinaus. Er traf Pezeshkian auf Präsidialebene – das iranische Präsidialamt veröffentlichte das Foto. Er traf Ghalibaf, den Parlamentspräsidenten. Er traf Araghchi. Gleichzeitig stand er auf Trumps Telefonliste der regionalen Anführer, die dem MoU zugestimmt haben sollen.
Das ist die Architektur eines Akteurs, der nicht zwischen zwei Parteien vermittelt, sondern einen eigenen Platz am Tisch beansprucht. Pakistan hat in den vergangenen Monaten Gespräche mit Saudi-Arabien geführt, ein Treffen zwischen Munir und dem türkischen Generalstabschef fand statt – bewusst niedrig gehalten, kaum Presseberichterstattung. Katar ist als weiterer Kanal in Teheran präsent. Saudi-Arabien stellt Geld und regionale Legitimität bereit.
Was sich abzeichnet, ist eine informelle Koalition von Ländern, die alle ein gemeinsames strategisches Interesse teilen: Sie wollen keinen weiteren US-Schlag auf Iran, weil ihre eigene Sicherheits- und Wirtschaftslage davon direkt abhängt. Pakistan liefert den nuklearen Schutzschirm als implizite Abschreckung, die Türkei Kampferfahrung und autonome Drohnentechnologie, Saudi-Arabien Kapital, Katar diplomatische Infrastruktur. Ob Iran dieser Konstellation zugerechnet werden kann, bleibt offen – die Rivalitäten sind zu tief. Aber Zweckkonvergenz ohne formelle Partnerschaft reicht für koordinierte Diplomatie.
IV. Was der Deal nicht löst
Iran hat am 23. Mai folgendes nicht aufgegeben: 440 Kilogramm hochangereichertes Uran in Tiefbunkern, ein Raketenprogramm, das nach eigenen Angaben wieder aufgebaut wird, aktive Proxies im Irak und im Libanon, und einen neuen Obersten Führer, der seit Kriegsbeginn nicht ein einziges Mal öffentlich aufgetreten ist. Mojtaba Chamenei hat laut Berichten eine interne Direktive herausgegeben: Das angereicherte Uran darf Iran nicht verlassen.
Das iranische Volk hat nicht revoltiert, wie Trump und Netanyahu vorhergesagt hatten. Die Proteste zu Jahresbeginn wurden unterdrückt. Die IRGC-Führung ist intakt. Die Fähigkeit zur maritimen Kontrolle – der PGSA-Apparat, die Tollbooth-Infrastruktur, die IRGC-Eskortroutinen – wurde in drei Monaten institutionalisiert und wird nicht durch eine Ankündigung auf Social Media verschwinden.
Das MoU ist, wenn es hält, eine Atempause. Es schiebt die härtesten Fragen – Uran, Raketen, Proxies, Hormuz-Souveränität – in eine zweite Verhandlungsphase, die unter ungleich schwierigeren Bedingungen beginnt: Iran verhandelt aus einer Position, in der es drei Monate Krieg überlebt hat und seinen Anspruch auf Hormuz institutionalisiert hat. Washington verhandelt mit einem Kongress, der zunehmend die Kriegsermächtigung in Frage stellt, und ohne die letzte interne Stimme, die vor Überdehnung warnte.
STRATEGISCHE EINORDNUNG
Tag 85. Trump verkündete am 23. Mai ein MoU, das Teheran sofort in zentralen Punkten widersprach. Gabbard trat zurück, das letzte institutionelle Gegengewicht im Weißen Haus ist weg. Munir führte in Teheran Gespräche auf Staatsbesuchs-Niveau. Die Straße von Hormuz hat eine neue Verwaltungsbehörde, die in keinem der bekannten Vertragstexte vorkommt. Die härtesten Fragen – Uran, Raketen, Hormuz-Souveränität – sind in eine zweite Phase verschoben, die noch kein Datum hat. Was als Befund bleibt: Ein Deal wurde verkündet, aber nicht von beiden Seiten gleich beschrieben. Das Schweigen Teherans in den Stunden nach Trumps Ankündigung war lauter als jede Gegenerklärung.


Michael Hollister war sechs Jahre Bundeswehrsoldat (SFOR, KFOR) und blickt hinter die Kulissen militärischer Strategien. Nach 14 Jahren im IT-Security-Bereich analysiert er primärquellenbasiert europäische Militarisierung, westliche Interventionspolitik und geopolitische Machtverschiebungen. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf dem asiatischen Raum, insbesondere Südostasien, wo er strategische Abhängigkeiten, Einflusszonen und Sicherheitsarchitekturen untersucht. Hollister verbindet operative Innensicht mit kompromissloser Systemkritik – jenseits des Meinungsjournalismus. Seine Arbeiten erscheinen zweisprachig auf www.michael-hollister.com , bei Substack sowie in kritischen Medien im deutsch- und englischsprachigen Raum.
Quellenverzeichnis
- Al Jazeera, 23. Mai 2026 – Trump says Iran agreement has been largely negotiated: https://www.aljazeera.com/news/liveblog/2026/5/23/iran-war-live-tehran-says-diplomacy-continues-but-no-deal-yet-with-us
- CNBC, 23. Mai 2026 – Trump says Iran deal reopening Strait of Hormuz largely negotiated: https://www.cnbc.com/2026/05/23/us-iran-war-talks.html
- NPR / AP, 23. Mai 2026 – Trump says deal with Iran and opening of Strait of Hormuz are largely negotiated: https://www.npr.org/2026/05/23/g-s1-124145/trump-iran-deal-strait-of-hormuz
- PBS NewsHour / AP, 23. Mai 2026 – Trump says deal with Iran including opening Strait of Hormuz is largely negotiated: https://www.pbs.org/newshour/world/trump-says-deal-with-iran-including-opening-strait-of-hormuz-is-largely-negotiated
- Times of Israel, 23. Mai 2026 – Contradicting Trump, Iranian media says Strait of Hormuz will stay under Iran’s management: https://www.timesofisrael.com/liveblog-may-23-2026/
- Washington Post / AP, 23. Mai 2026 – Trump says a deal with Iran and opening of Strait of Hormuz are largely negotiated: https://www.washingtonpost.com/world/2026/05/23/iran-united-states-war-ceasefire-negotiations-hormuz/8444a3ee-56b5-11f1-9c40-7a0a12d9e745_story.html
- The Hill, 23. Mai 2026 – Loomer celebrates Gabbard resignation: https://thehill.com/homenews/administration/5892884-laura-loomer-cheers-gabbard-resignation/
- CBS News Live, 22. Mai 2026 – US prepares for new military strikes against Iran: https://www.cbsnews.com/live-updates/iran-war-trump-us-peace-talks-strait-of-hormuz-control/
- CBS News, 22. Mai 2026 – US prepares new military strikes against Iran: https://www.cbsnews.com/news/us-prepares-new-military-strikes-against-iran/
- Al Jazeera, 22. Mai 2026 – US pausing 14bn arms sale to Taiwan due to Iran war: https://www.aljazeera.com/news/2026/5/22/us-pausing-14bn-arms-sale-to-taiwan-due-to-iran-war-navy-chief-says
- Euronews, 22. Mai 2026 – Taiwan says it has received no notification from US of any pause to planned arms sale: https://www.euronews.com/2026/05/22/taiwan-says-it-has-received-no-notification-from-us-of-any-pause-to-planned-12bn-arms-sale
- Arab News / Reuters, 22. Mai 2026 – France readies UN resolution on Hormuz as vote on US text stalls: https://www.arabnews.com/node/2644643/middle-east
- Windward AI, 18. Mai 2026 – Iran’s Hormuz Transit Toll Mechanism and What It Means at Sea: https://windward.ai/blog/irans-hormuz-transit-toll-mechanism-and-what-it-means/
- CBS News Live, 22. Mai 2026 – EU moves to sanction Iran over Strait of Hormuz blockade: https://www.cbsnews.com/live-updates/iran-war-trump-us-peace-talks-strait-of-hormuz-control/#post-update-5e9b53be
- NBC News, 19. Mai 2026 – Senate advances resolution to end Iran war as GOP Sen. Bill Cassidy flips: https://www.nbcnews.com/politics/congress/senate-advances-resolution-end-iran-war-trump-bill-cassidy-rcna346001
- CBS News Live, 22. Mai 2026 – House Republicans call off vote on Iran war resolution: https://www.cbsnews.com/live-updates/iran-war-trump-us-peace-talks-strait-of-hormuz-control/#post-update-3ba13878
- CBS News Live, 22. Mai 2026 – UN conference to review nuclear proliferation treaty ends without deal: https://www.cbsnews.com/live-updates/iran-war-trump-us-peace-talks-strait-of-hormuz-control/#post-update-c9e3daad
- CBS News Live, 22. Mai 2026 – Death toll from Israeli attacks in Lebanon tops 3100: https://www.cbsnews.com/live-updates/iran-war-trump-us-peace-talks-strait-of-hormuz-control/#post-update-2033467b
- CBS News Live, 22. Mai 2026 – Lebanon says Israeli strikes kill 10: https://www.cbsnews.com/live-updates/iran-war-trump-us-peace-talks-strait-of-hormuz-control/#post-update-717606aa
- Long War Journal, 20. Mai 2026 – Saudi Arabia and UAE say drone attacks were launched from Iraq: https://www.longwarjournal.org/archives/2026/05/saudi-arabia-and-uae-say-drone-attacks-were-launched-from-iraq.php
- Euronews, 19. Mai 2026 – UAE says mystery drones targeting nuclear plant came from Iraq: https://www.euronews.com/2026/05/19/uae-says-mystery-drones-targeting-nuclear-plant-came-from-iraq
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