von Michael Hollister
Unter Mitwirkung von Patrik Baab, investigativer Journalist und Autor.
Exklusive Veröffentlichung nur bei Michael Hollister am 22.03.2026
4.653 Wörter * 25 Minuten Lesezeit

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Wie Bevölkerungen auf Krieg vorbereitet werden – und warum das Muster erkennbar ist
Der Angriff, der kein Zufall war
Am 28. Februar 2026 haben die Streitkräfte der Vereinigten Staaten und Israels den Iran angegriffen. Für die meisten Europäer kam es wie aus dem Nichts. Für jeden, der die Entwicklung der vergangenen Monate verfolgt hatte – die Sanktionskampagne, die medialen Opferzahlen, die Rhetorik aus Washington – war es das Gegenteil: eine Folge, die sich ankündigte wie ein Gewitter am Sommerhimmel. Am 1. Februar 2026 hatte der Autor dieses Textes in einer Analyse unter dem Titel „Operation Pivot“ die militärische Logik dargelegt, die auf einen US-amerikanischen Angriff hindeutete. Am 27. Februar, einen Tag vor den Einschlägen, erschien „Calculus of Attack“ – eine detaillierte Begründung, warum der Zeitpunkt unmittelbar bevorstehe.
Diese Vorhersagen waren keine Hellseherei. Sie waren das Ergebnis von Mustererkennung.
Kein Krieg beginnt überraschend. Er beginnt immer mit einer Vorbereitung – nicht der militärischen, sondern der mentalen. Bevor die ersten Bomben fallen, müssen die Bevölkerungen auf diese Bomben vorbereitet sein. Sie müssen sie wollen, dulden oder zumindest nicht entschlossen ablehnen. Dieser Artikel zeigt, wie diese Vorbereitung funktioniert, welche psychologischen Mechanismen dabei eingesetzt werden, wie das historische Muster aussieht – und warum es gerade in Deutschland und Europa wieder erkennbar ist.
I. Die Mechanik der Zustimmung
Carl von Clausewitz, preußischer Militärtheoretiker und Autor des Standardwerks „Vom Kriege“ (1832), beschrieb Krieg als ein Phänomen mit drei Triebkräften: der professionellen Armee, der politischen Führung – und dem Volk. Die Trinitätslehre, wie sie in der Militärwissenschaft bis heute diskutiert wird, macht eine entscheidende Aussage: Kein Krieg ist ohne den Willen oder zumindest die Duldung der Bevölkerung dauerhaft führbar. Demokratisch verfasste Gesellschaften verstärken diese Abhängigkeit noch. Wer die Menschen in einen Krieg führen will, muss sie erst in den Krieg hineindenken.
Die Psychologie hat dafür in den vergangenen Jahrzehnten präzise Instrumente beschrieben. Eines der wirkungsmächtigsten ist der sogenannte Illusory Truth Effect – der Effekt der illusorischen Wahrheit. Erstmals systematisch untersucht von Lynn Hasher, David Goldstein und Thomas Toppino im Jahr 1977, in aktuelleren Studien von Lisa Fazio und Kollegen (2015) bestätigt und erweitert: Aussagen, die wiederholt werden, werden als wahrer empfunden – unabhängig davon, ob sie objektiv richtig sind oder nicht. Der Mechanismus ist simpel. Unser Gehirn verwechselt Vertrautheit mit Wahrheit. Was oft gehört wird, fühlt sich wahr an. Die Wiederholung schafft das Gefühl der Bestätigung.
Morgens die Zeitung: Russland greift an. Mittags die Radionachrichten: Russland bedroht Europa. Abends die Tagesschau: Russland rüstet auf. Keine dieser Aussagen muss neu belegt werden. Sie muss nur wiederholt werden – und sie beginnt sich in das Bewusstsein der Rezipienten einzubrennen als etwas, das einfach wahr ist.
Das Prinzip funktioniert nicht nur bei offensichtlicher Falschinformation. Es funktioniert genauso bei selektiv wahren Aussagen. Russland hat tatsächlich Truppen an der ukrainischen Grenze. Das ist wahr. Russland hat tatsächlich Cyberangriffe durchgeführt. Das ist dokumentiert. Aber wenn diese wahren Fakten täglich, ohne Kontext, ohne Vergleich, ohne Einordnung wiederholt werden – während gleichzeitig amerikanische Drohnenangriffe in sieben Ländern, NATO-Manöver direkt an russischen Grenzen oder EU-Geheimdienstoperationen in der Berichterstattung nicht existieren – dann entsteht ein verzerrtes Bild nicht durch Lüge, sondern durch Auswahl. Der Illusory Truth Effect braucht keine Falschinformation. Er braucht nur Wiederholung ohne Kontext.
Ein zweiter Mechanismus ist sprachliches Framing. Daniel Kahneman und Amos Tversky zeigten bereits 1981 in klassischen Experimenten, dass identische Fakten zu vollkommen unterschiedlichen Urteilen führen, je nachdem wie sie formuliert werden. „200 Menschen werden gerettet“ versus „400 Menschen werden sterben“ – mathematisch identisch, emotional grundverschieden. Auf die politische Berichterstattung übertragen: „Demokratisch gewählte Regierung“ versus „Regime“. „Sicherheitskräfte“ versus „Schergen“. „Militäroperation“ versus „Invasion“. Die Fakten bleiben dieselben. Diese Spracharbeit ist nicht beiläufig. Sie ist systematisch. Der britische Linguist und Politikwissenschaftler Norman Fairclough hat in seiner Analyse politischer Diskurse gezeigt, wie Sprache Machtverhältnisse nicht nur beschreibt, sondern herstellt. Wenn eine Regierung konsequent als „Regime“ bezeichnet wird, ist das keine deskriptive Entscheidung – es ist eine präskriptive: Sie legt fest, wie der Leser das Objekt der Berichterstattung einzuordnen hat, noch bevor er einen einzigen Fakt kennt. In Redaktionen wird das als Stilfrage behandelt. In der Wirkung ist es Politik. Die emotionale Rahmung ist keine Nebenwirkung der Sprache. Sie ist ihr Zweck.
Ergänzt wird beides durch gezielte Emotionalisierung. Kommunikationswissenschaftliche Forschung belegt: Je stärker negative Emotionen – insbesondere Angst – aktiviert werden, desto weniger kritisch prüfen Menschen Informationen, desto bereitwilliger akzeptieren sie vereinfachte Erklärungen und harte Maßnahmen. Angstappelle funktionieren besonders effektiv, wenn sie mit einer klaren Handlungsoption verbunden sind: Gefahr X – Lösung Y. Aufrüstung als Schutz. Krieg als Verteidigung. Der Feind als Ursache, die eigene Regierung als Retter.
Dazu kommt Agenda-Setting: Wer entscheidet, worüber täglich gesprochen wird, entscheidet, was gesellschaftlich als wichtig gilt. Nicht die Realität bestimmt die Themen der Öffentlichkeit – sondern die Auswahl dessen, was berichtet wird, in welcher Frequenz und mit welcher Gewichtung. Hybride Bedrohung durch Russland – täglich. Völkerrechtsbrüche der USA in Venezuela und Iran – marginal oder gar nicht.
Diese Techniken sind kein Geheimwissen. Sie sind in Fachliteratur beschrieben, in Universitäten gelehrt – und in der politischen Kommu
nikation seit mindestens einem Jahrhundert bewusst eingesetzt.
II. Das Muster in der Geschichte: Amerika 1917
Im November 1916 gewann Woodrow Wilson die US-Präsidentschaftswahl mit einem klaren Versprechen: „He kept us out of war.“ Die amerikanische Bevölkerung war in ihrer Mehrheit gegen einen Eintritt in den Ersten Weltkrieg. Europa blutete sich aus, das war europäische Sache. Weniger als fünf Monate später, im April 1917, erklärten die Vereinigten Staaten Deutschland den Krieg.
Was geschah in diesen Monaten?
Der Stimmungsumschwung vollzog sich nicht zufällig und nicht langsam. Er war das Ergebnis einer koordinierten Medienkampagne, die in Tempo und Systematik ihresgleichen suchte. Zwischen Januar und April 1917 verdoppelte sich die Zahl der pro-interventionistischen Artikel in den großen amerikanischen Tageszeitungen. Die Berichterstattung über deutsche Kriegsführung wurde zunehmend emotionaler, die Sprache drastischer, die Bilder brutaler. Gleichzeitig verschwanden Stimmen, die für Neutralität oder Verhandlung plädierten, aus den Titelseiten – nicht durch Zensur, sondern durch Verdrängung. Was gedruckt wurde, bestimmte, was als diskutierbar galt.
In der amerikanischen Presse erschienen in rascher Folge Berichte über deutsche Kriegsgräuel – brutale Soldaten, getötete Zivilisten, das Bild des „Hunnen“ mit Pickelhaube, der Frauen und Kinder bedroht. Karikaturen zeigten das Deutsche Reich als animalische Bedrohung. Die Zimmermann-Depesche – ein abgefangenes deutsches Telegramm, das Mexiko ein Kriegsbündnis gegen die USA anbot – wurde in allen großen Blättern prominent publiziert. Der uneingeschränkte U-Boot-Krieg hatte amerikanische Schiffe versenkt, was Empörung auslöste.
Im April 1917, unmittelbar nach der Kriegserklärung, gründete Präsident Wilson das Committee on Public Information – die erste staatliche Propagandabehörde der USA. Geleitet von George Creel, beschrieb sie ihre eigene Arbeit später offen: In seinem Buch „How We Advertised America“ (1920) legte Creel dar, wie systematisch öffentliche Meinung geformt wurde – durch Zeitungsinserate, Wanderredner, Filmproduktionen, Plakate, Schulen. 75.000 sogenannte „Four-Minute Men“ hielten landesweit kurze Propagandareden in Kinos, Kirchen und Fabrikhallen. Die Botschaft war stets dieselbe: Deutschland ist eine Bedrohung der Zivilisation. Amerika muss eingreifen.
Was Creel und sein Committee leisteten, war keine Ausnahme, sondern ein Modell. Die Techniken – Wiederholung einer Kernbotschaft über alle verfügbaren Kanäle, emotionale Aufladung durch Feindbilder, soziale Ächtung von Andersdenkenden, Gleichschaltung nicht durch Zwang sondern durch Erwartungsdruck – wurden dokumentiert, analysiert und weitergegeben. Edward Bernays, Neffe Sigmund Freuds und später Begründer der modernen PR-Industrie, arbeitete während des Ersten Weltkriegs für das Committee on Public Information. Was er dort lernte, fasste er 1928 in seinem Buch „Propaganda“ zusammen: Die bewusste und intelligente Manipulation der organisierten Gewohnheiten und Meinungen der Massen sei ein wichtiges Element in der demokratischen Gesellschaft. Er schrieb das nicht als Warnung. Er schrieb es als Handbuch.
Das Handwerk war nicht neu, als Joseph Goebbels es im Dritten Reich perfektionierte – er hatte seine Vorbilder studiert.
Was die historische Forschung für diese Episode belegt, ist das Muster: Eine Bevölkerung, die mehrheitlich gegen Krieg war, wurde innerhalb weniger Monate durch gezielte Medienarbeit, emotionale Aufladung und Wiederholung in eine kriegsbereite Bevölkerung verwandelt. Die militärischen Ereignisse – U-Boot-Krieg, Zimmermann-Depesche – lieferten den Anlass. Die mediale Infrastruktur lieferte die Bedeutung, die diesen Ereignissen zugewiesen wurde.
III. Das Muster aktuell: Iran 2026
Wer die mediale Vorbereitung des Iran-Angriffs verfolgt hat, kennt das Muster wieder.
US-Finanzminister Scott Bessent machte das Ziel der amerikanischen Iran-Politik zu keinem Zeitpunkt zum Geheimnis. Im März 2025 kündigte er vor dem Economic Club of New York an, die Strategie des „maximalen Drucks“ werde die iranische Wirtschaft „zum Zusammenbruch bringen“. Im Januar 2026 erklärte er in einem Interview auf Fox News, genau das sei erreicht: Ölexporte auf nahezu null reduziert, der Zugang zum internationalen Finanzsystem gekappt, die Inflation in die Höhe getrieben. Beide Aussagen fielen öffentlich, vor Publikum, ohne Bedauern. Es handelt sich nicht um geleakte Strategiepapiere oder nachträglich rekonstruierte Absichten – sondern um Selbstauskünfte eines amtierenden Finanzministers, die in deutschen Leitmedien kaum Resonanz fanden.
Die Weltbankdaten sind eindeutig: Iranische Inflation und US-Sanktionswellen korrelieren direkt und nachweisbar. Als Bush 2006 Sanktionen verschärfte, stieg die Inflation auf 25 Prozent. Als Obama 2010 nachlegte, auf über 36 Prozent. Als Trump 2018 aus dem Atomabkommen (JCPOA) ausstieg, auf fast 40 Prozent. Als das Abkommen 2015 in Kraft trat und Sanktionen fielen, sank die Inflation auf historische 7,2 Prozent. Der UN-Sonderberichterstatter für einseitige Zwangsmaßnahmen bezeichnete diese Sanktionspolitik als Verstoß gegen Menschenrechte und Völkerrecht.
In dieser wirtschaftlich zermürbten Bevölkerung entstanden Proteste – oder wurden zumindest verstärkt. Westliche Medien griffen sie auf. Ihre wichtigste Quelle für Opferzahlen: Human Rights Activists in Iran (HRANA), eine NGO mit Sitz in Fairfax, Virginia – wenige Kilometer vom CIA-Hauptquartier in Langley. CNN, NBC, ABC, das Wall Street Journal berichteten von Todeszahlen, die HRANA lieferte. Was keiner dieser Berichte erwähnte: Das National Endowment for Democracy (NED) – eine Organisation, die nach eigener Aussage ihrer Mitgründer viele Aktivitäten übernommen hat, die die CIA früher verdeckt durchführte – hat HRANA allein im Jahr 2024 über 900.000 Dollar finanziert. Belegt durch die öffentlich zugängliche Form 990, aufgedeckt durch den Journalisten Michael Tracey.
Kein Artikel, der HRANA-Zahlen zitierte, nannte diese Finanzierungsstruktur. Kein Redakteur fragte: Wessen Interesse bedient diese Organisation? Wie überprüfbar sind ihre Zahlen? Die Zahlen wurden weitergegeben wie Fakten. Das ist Agenda-Setting in Reinform: nicht Erfindung, sondern Selektion und Weglassung.
Zum Vergleich: Als russische Staatsmedien während des Ukraine-Krieges Zahlen über zivile Opfer veröffentlichten, war die erste Frage westlicher Redaktionen stets: Wessen Interesse bedient diese Quelle? Diese Frage ist legitim. Sie ist journalistisch notwendig. Sie hätte bei HRANA genauso gestellt werden müssen. Wurde sie nicht. Der Unterschied in der Quellenprüfung ist nicht methodisch begründet – er ist politisch.
Am 28. Februar 2026 folgte der Angriff. Kein UN-Mandat. Iran hatte weder die USA noch Israel angegriffen. Laufende Verhandlungen über das iranische Atomprogramm, vermittelt durch Oman, wurden abgebrochen – durch die Einschläge, nicht durch iranische Weigerung. UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte die Angriffe als Verstoß gegen Artikel 2 der UN-Charta. Führende Völkerrechtler – darunter Experten von Just Security, dem Atlantic Council und The Conversation – kommen einheitlich zum selben Ergebnis: Die Angriffe erfüllten weder die Voraussetzungen für Selbstverteidigung nach Artikel 51 noch lagen ein Sicherheitsratsmandat oder eine glaubhafte unmittelbare Bedrohung vor.
Die deutsche Medienberichterstattung über den Iran-Angriff ist in diesem Zusammenhang aufschlussreich. Während russische Angriffe auf ukrainisches Gebiet regelmäßig mit Begriffen wie „Kriegsverbrechen“, „Barbarei“ oder „Zivilisationsbruch“ versehen werden – und das zu Recht, wenn Beweise vorliegen – dominierte bei Iran sachlichere, distanziertere Sprache. „Militärschläge“, „gezielte Operationen“, „Reaktion auf das Atomprogramm“. Guterres‘ Verurteilung wurde erwähnt, aber nicht in dieselbe moralische Rahmung eingebettet, die bei russischen Angriffen selbstverständlich ist. Derselbe Vorgang, andere Sprache, andere emotionale Temperatur. Das Framing-Prinzip aus Teil I, angewandt in Echtzeit.
Das Muster in dieser Episode: Wirtschaftlicher Druck erzeugt soziale Not. Soziale Not erzeugt Proteste oder verstärkt sie. Finanzierte NGOs liefern die Narrative und Opferzahlen. Medien übernehmen sie ohne Quellenprüfung. Das Feindbild ist gesetzt. Der Angriff folgt.
IV. Das Muster vor unserer Haustür
Wer wissen will, wie Narrative konstruiert werden, muss nicht in Geschichtsbüchern suchen. Er muss die deutschen Nachrichtenmedien der vergangenen zwei Jahre verfolgt haben.
Patrik Baab ist investigativer Journalist und war langjähriger Redakteur beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Im Herbst 2022 reiste er als einer der wenigen westlichen Journalisten in die Referendumsgebiete im Donbass – nicht im Auftrag einer Redaktion, sondern auf eigene Initiative, weil er den Anspruch hatte, sich selbst ein Bild zu machen. Was er dort sah und berichtete, wich erheblich von dem ab, was deutsche Medien als gesicherte Wahrheit präsentierten. Die Folgen waren unmittelbar: Er verlor seine Lehraufträge an der staatlichen Universität Kiel und an der privaten Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft in Berlin.
In einer Demokratie gilt Journalismus als Korrektiv der Macht. Baab hat diesen Anspruch gelebt – und einen institutionellen Preis dafür gezahlt. Was er darüber sagt, gehört in diesen Artikel.
Patrik Baab hat die Ukraine und den Donbass mehrfach bereist – nicht als Tourist, sondern als Journalist mit dem Anspruch, beide Seiten zu sehen. Im Gespräch mit dem Autor beschreibt er einen analytischen Rahmen, den er das 3-I-Konzept nennt: Inkompetenz, Ignoranz, Ideologie. Diese drei Faktoren, so Baab, prägen die deutsche Berichterstattung über den Ukraine-Krieg in ihrer Gesamtheit.
Die handwerkliche Ebene beschreibt Baab im Interview nüchtern: Die grundlegenden journalistischen W-Fragen – wer, wo, was, wann, wie, warum, woher die Meldung – werden nicht vollständig beantwortet. Die Gegenseite wird nicht eingearbeitet. Urteile werden in der, wie Baab es formuliert, „Behaglichkeitszone redaktioneller Schreibtische“ gefällt, ohne Realitätsprobe, ohne Ortskenntnisse.
Besonders schwer wiegt für ihn die Kausalitäts-Blindheit: Dieser Krieg, betont Baab, begann nicht mit dem russischen Einmarsch 2022. Er begann mit dem vom Westen unterstützten Machtwechsel auf dem Maidan 2014, der ultranationalistische Kräfte in die ukrainische Staatsführung brachte, und mit der NATO-Osterweiterung entgegen anderslautender Zusagen. Wer den Krieg erst 2022 beginnen lässt, erklärt ihn falsch – und zieht falsche Schlüsse.
Dazu kommt, was Baab Apokalypse-Blindheit nennt – ein Begriff, den er vom Philosophen Günther Anders entlehnt: die Unfähigkeit und den Unwillen, sich die Folgen eines Atomkrieges konkret vorzustellen. In einem Konflikt, in dem bereits mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht wurde, in dem neue US-Mittelstreckenraketen auf deutschem Boden stationiert werden sollen, sei diese Blindheit keine akademische Schwäche – sie sei gemeingefährlich.
Dass solche Zusammenhänge in deutschen Leitmedien nicht herausgearbeitet werden, hat nach Baabs Einschätzung auch strukturelle Gründe. Er hat sie selbst erlebt. Als er 1999 einen Bericht aus dem Kosovo mitbrachte, in dem ein OSZE-Vertreter die völkerrechtliche Grundlage des KFOR-Einsatzes in Frage stellte, wurde der Film nicht gesendet. Kanzler Schröder hatte den Einsatz befürwortet, der Fernsehchef brauchte eine Vertragsverlängerung. Der Bericht verschwand in der Schublade – nicht durch formelle Zensur, sondern durch vorauseilenden Gehorsam. „So macht man das“, kommentiert Baab trocken.
Baabs Fall ist kein Einzelfall – er ist symptomatisch. In einer funktionierenden Pressefreiheit ist die Sanktionierung eines Journalisten für seine Berichterstattung ein Skandal, der öffentliche Debatte auslöst. In Deutschland 2022 löste er eine kurze Nachrichtenmeldung aus. Die Reaktion der journalistischen Zunft – Schweigen, vereinzelte Distanzierung, keine Solidarisierung – sagt mehr über den Zustand des deutschen Mediensystems als jede Medienstudie. Wer die Grenzen des Sagbaren testen will, muss nur beobachten, was mit denen passiert, die sie überschreiten.
Sprache als Waffe
Die erste und zugänglichste Ebene des Musters ist sprachlich. Deutsche Leitmedien sprechen nicht von der russischen Regierung, sondern vom „Putin-Regime“. Nicht vom russischen Präsidenten, sondern von „Putler“ – eine Wortkombination aus Putin und Hitler, die jeden inhaltlichen Vergleich bereits in der Bezeichnung vorwegnimmt. Nicht von Moskau, sondern vom „Kreml“. Diese Begriffe sind nicht neutral. Sie sind Frames – sprachliche Rahmungen, die eine emotionale Haltung transportieren, bevor der erste Satz des Artikels gelesen ist.
Wer Zweifel hat, ob das einen Unterschied macht, sollte das Kahneman-Tversky-Experiment im Geiste durchführen: Lesen Sie denselben Artikel einmal mit „Moskauer Regierung“ statt „Putin-Regime“ – und beobachten Sie, ob Ihre emotionale Reaktion auf den Text dieselbe bleibt.
Das Framing beschränkt sich nicht auf Einzelbegriffe. Es durchzieht die gesamte Satzstruktur. „Russland greift an“ ist ein anderer Satz als „Russland reagiert auf NATO-Osterweiterung“ – auch wenn beide Aussagen gleichzeitig wahr sein können. „Putin befiehlt Angriff“ personalisiert und moralisiert anders als „Moskauer Regierung eskaliert Konflikt“. Die Wahl des Subjekts, des Verbs, des Kontextrahmens – all das ist redaktionelle Entscheidung, die als neutrales Handwerk erscheint, aber politische Wirkung entfaltet. Medienanalysen der Berichterstattung großer deutscher Tageszeitungen seit Februar 2022 zeigen eine auffällige Konsistenz dieser Sprachentscheidungen – quer durch Redaktionen, die sich als unabhängig voneinander betrachten.
Drohnen ohne Beweis, Schlagzeilen mit Russland
Am 3. und 4. Oktober 2025 wurden über dem Münchner Flughafen Drohnen gesichtet. Der Flughafenbetrieb wurde zweimal eingestellt, rund 6.500 Passagiere strandeten. Das ist dokumentiert und real. Was ebenfalls dokumentiert ist: Die Drohnen entfernten sich laut Bundespolizei, bevor sie identifiziert werden konnten. Hintergründe zu möglichen Piloten oder Motiven waren – in den Worten von Bundesinnenminister Dobrindt – „bislang unklar“.
Die Medien warteten diese Klarheit nicht ab. Die Süddeutsche Zeitung fragte: „Hat Putins hybrider Krieg München erreicht?“ Bundeskanzler Friedrich Merz „vermutete Russland“ hinter den Vorfällen – ohne Belege zu nennen. NRW-Innenminister Herbert Reul gab der Stimmung eine Formel, die ihren eigenen Widerspruch enthielt: „Ich bin sicher: Nicht jede Drohne steuert der Kreml – aber jede einzelne spielt Putin in die Karten.“ Das ist keine Nachricht. Das ist Framing: Egal, wer die Drohne flog – das Narrativ gehört Russland.
Ein Hobbydrohnenpilot, der sich über Sperrgebiete hinwegsetzte, hätte denselben Effekt erzielt. Wir wissen es nicht. Aber das Narrativ weiß es bereits.
Der General und die Schlagzeile
Im November 2025 gab Generalleutnant Alexander Sollfrank, Chef des Operativen Führungskommandos der Bundeswehr, ein Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Was er sagte, war militärfachlich differenziert: Russland besitze aktuell die Kapazität, „in kleinerem Maßstab“ gegen NATO-Gebiet vorzugehen. Ob ein Angriff stattfinde, hänge „sehr stark vom Verhalten des Westens ab“. Bei weiterer Aufrüstung sei bis 2029 auch ein großangelegter Angriff „denkbar“.
Was die Medien daraus machten: „Bundeswehr-General: Russland könnte bereits morgen angreifen“ (Bild, n-tv). Die Einschränkungen – „kleinerem Maßstab“, „hänge vom Verhalten des Westens ab“, Zeithorizont 2029 – verschwanden. Aus einer Fähigkeitseinschätzung wurde eine Bedrohungsankündigung. Aus einem konditionalen militärischen Urteil wurde eine alarmierende Schlagzeile. Der Mechanismus ist präzise: Niemand hat gelogen. Der General hat gesagt, was er gesagt hat. Nur wurde selektiv zitiert, was maximale Angst erzeugt – und der Rest weggelassen.
Die Asymmetrie der Standards
Am 3. Januar 2026 griffen US-Spezialkräfte in der venezolanischen Hauptstadt Caracas an. Delta Force und das 160th Special Operations Aviation Regiment führten die Operation ‚Absolute Resolve‘ durch. Nach Angaben venezolanischer und kubanischer Behörden wurden dabei mehr als 80 Personen getötet – darunter 32 kubanische Militärangehörige und mindestens 24 venezolanische Sicherheitskräfte. Die Washington Post bezifferte die Opferzahl unter Berufung auf US-Regierungskreise auf rund 75. Innenminister Diosdado Cabello sprach am 7. Januar von 100 Toten. Die unabhängige britische Monitoringorganisation Airwars bestätigte unabhängig mindestens zwei zivile Todesopfer mit namentlicher Identifizierung. Das amtierende Staatsoberhaupt Nicolás Maduro wurde entführt und in die USA verbracht. Kein UN-Mandat. Keine Kriegserklärung. Ein souveräner Staat wurde angegriffen.
Am 28. Februar 2026 griffen US-amerikanische und israelische Streitkräfte den Iran an. Der UN-Generalsekretär verurteilte die Angriffe als Verletzung von Artikel 2 der UN-Charta. Die Angriffe erfolgten während laufender Diplomatie, ohne Mandat, ohne dass Iran einen bewaffneten Angriff auf die USA oder Israel durchgeführt hatte.
Russlands Einmarsch in die Ukraine wird in deutschen Medien täglich als „brutaler völkerrechtswidriger Angriffskrieg“ bezeichnet. Ob diese völkerrechtliche Einordnung abschließend ist, darüber streiten Juristen in verschiedenen Ländern – mit unterschiedlichen Ergebnissen. Das ist keine Randmeinung, sondern eine offene Debatte, die in deutschen Leitmedien schlicht nicht stattfindet. Die Frage, die hier gestellt werden muss, ist keine Relativierung dieses Urteils. Sie ist eine Frage nach dem Standard: Warum gilt derselbe Maßstab, dieselbe moralische Empörung nicht gleichermaßen für Venezuela und Iran? Warum berichtet dieselbe Tagesschau über den russischen Angriff mit systematisch anderen Begriffen und anderer Gewichtung als über amerikanische Angriffe auf souveräne Staaten?
Das ist nicht Außenpolitik. Das ist Framing.
Wer nicht ins Narrativ passt, wird entfernt
Eine Besonderheit der aktuellen Situation ist, wie konsequent abweichende Stimmen aus dem öffentlichen Diskurs gedrängt werden – und wie wenig Aufmerksamkeit dieser Vorgang erzeugt.
RT Deutsch und Sputnik wurden im März 2022 durch EU-Ratsbeschluss gesperrt. Kein Gerichtsverfahren, kein individueller Nachweis journalistischen Fehlverhaltens, kein rechtsstaatliches Verfahren – ein Verwaltungsakt. Man kann über die redaktionelle Unabhängigkeit dieser Sender streiten und zu dem Ergebnis kommen, dass sie staatsnah berichten. Aber in einer Demokratie, die Pressefreiheit als Grundrecht definiert, ist die Abschaltung von Medienkanälen durch Exekutivbeschluss ein Vorgang mit Präzedenzcharakter. Die Frage, die sich anschließt, ist nicht: Waren RT und Sputnik gute Journalisten? Die Frage ist: Wer entscheidet in Zukunft, welche Medien noch senden dürfen – und nach welchen Kriterien?
Alina Lipp berichtete aus dem Donbass aus der Perspektive der betroffenen Menschen. Ihr deutsches Bankkonto wurde gesperrt, ein Strafverfahren eingeleitet. Thomas Röper, der auf seinem Blog Anti-Spiegel russische Positionen zum Ukraine-Krieg referiert und kommentiert, wurde ebenfalls mit rechtlichen Mitteln konfrontiert. Beide sind keine neutralen Journalisten – aber Neutralität war auch nie Voraussetzung für Pressefreiheit. Die Freiheit der Presse gilt ausdrücklich auch für unbequeme, einseitige, falsch liegende Journalisten. Ihre Grenze ist das Strafrecht – nicht die politische Linie.
Jacques Baud ist ein anderer Fall, der besondere Aufmerksamkeit verdient. Der ehemalige Schweizer Geheimdienstoffizier und NATO-Berater hat seine Ukraine-Analysen explizit auf westliche und ukrainische Quellen gestützt – nicht auf russische. Seine Schlussfolgerungen wichen dennoch erheblich vom westlichen Mainstream ab. Er wurde sanktioniert. Nicht wegen seiner Methoden. Nicht wegen nachweislicher Fehler. Sondern weil seine Ergebnisse nicht ins Narrativ passten. Das ist eine Qualität von Meinungsunterdrückung, die subtiler und in gewisser Weise beunruhigender ist als offene Zensur: Nicht die Methode wird bestraft, sondern das Ergebnis.
Und Patrik Baab verlor seinen Lehrauftrag – weil er als Journalist getan hatte, was Journalisten tun sollen: hinsehen, hinfahren, berichten.
Was den Chilling Effect betrifft – jene Selbstzensur, die entsteht, weil andere sehen, was mit abweichenden Journalisten passiert – bestätigt Baab dessen Wirkung aus eigener Erfahrung, ohne Umschweife. Die wenigen Kollegen aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk, mit denen er noch in Kontakt steht, treffe er, wie er berichtet, „in Hinterzimmern von Kneipen, weil sie Nachteile befürchten, wenn sie mit mir gesehen werden.“ Er fügt hinzu: „So tief ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk gesunken.“
Den Mechanismus hinter seinem eigenen Fall beschreibt Baab präzise. Auslöser war ein Artikel des Portals t-online – nach Baabs Einschätzung ein Propagandaportal im Besitz des Werbekonzerns Ströer, dessen größter Kunde der Staat ist. Das Portal insinuierte wahrheitswidrig, Baab sei als Wahlbeobachter der Russischen Föderation bei den Referenden im Donbass aufgetreten. Tatsächlich war er als Journalist ordnungsgemäß akkreditiert – und stand auf keiner Wahlbeobachterliste, was eine einfache Recherche hätte ergeben können. Kurz nach Erscheinen des Artikels meldeten sich die Universitäten. Der Kanzler der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft in Berlin rief an, während Baab sich noch im Kriegsgebiet befand und gerade Beschuss entgangen war. Die Christian-Albrechts-Universität Kiel vertrat die Auffassung, Baab rechtfertige Putins Angriffskrieg – allein durch seine Anwesenheit vor Ort. Das Verwaltungsgericht Schleswig-Holstein stellte später klar, dass Baabs Arbeit durch Artikel 5 des Grundgesetzes gedeckt war und erklärte die fristlose Kündigung für rechtswidrig. Das Universitätspräsidium übt dennoch weiter Druck auf Studierende und Mitarbeiter aus, nicht nach Russland zu reisen.
Baab sieht in diesen Fällen – RT Deutsch, Sputnik, Lipp, Röper, Baud, sein eigener – kein zufälliges Muster. Er spricht von einer gefestigten Zensurglocke in Deutschland und der EU, dokumentiert unter anderem in einem Bericht des US-Kongresses. Die strafrechtliche Verfolgung politischer Gegner sei ein klassisches Merkmal autoritärer Systeme. Sein Urteil über die EU ist in diesem Zusammenhang unmissverständlich: kein Demokratie- und Friedensprojekt, sondern „eine antidemokratische Despotie“.
Was diese Fälle gemeinsam haben, ist nicht die politische Ausrichtung der Betroffenen. Was sie gemeinsam haben, ist die Wirkung: Wer sieht, was mit Baab, Lipp, Röper und Baud passiert ist, denkt zweimal nach, bevor er eine abweichende Analyse veröffentlicht. Das ist die eigentliche Funktion dieser Maßnahmen – nicht die Bestrafung der Betroffenen, sondern die Disziplinierung aller anderen. In der Kommunikationswissenschaft heißt das Chilling Effect: die Selbstzensur, die entsteht, nicht weil Verbote ausgesprochen werden, sondern weil die Kosten des Abweichens sichtbar gemacht werden.
V. Mustererkennung als Bürgerkompetenz
Der Titel dieses Artikels stammt aus einer Beobachtung, die älter ist als das 20. Jahrhundert: Kriege brechen nicht aus – sie werden vorbereitet. Die Überraschung, die Bevölkerungen empfinden, wenn Bomben fallen, ist das Produkt einer Vorbereitung, die sie nicht als solche erkannt haben.
Was dieser Artikel zeigen wollte, ist kein Zynismus und kein Fatalismus. Es ist das Gegenteil: Das Muster ist erkennbar. Es war erkennbar beim US-Kriegseintritt 1917 – im Nachhinein. Es war erkennbar beim Iran 2026 – vorher, weil jemand das Muster kannte. Es ist erkennbar in Deutschland heute – für jeden, der bereit ist, die richtigen Fragen zu stellen.
Diese Fragen lauten nicht: Ist Russland harmlos? Ist hybride Kriegsführung eine Erfindung? Ist jeder Journalist, der kritisch über Russland berichtet, ein Propagandist? Nein. Hybride Kriegsführung existiert. Russland führt sie durch, wie es andere Staaten tun. Die USA tun es, Deutschland tut es, die EU tut es.
Die Fragen lauten: Wo ist der Beweis für diese konkrete Behauptung? Welche Informationen werden weggelassen? Wessen Interessen bedient diese Darstellung? Was wird als Fakt präsentiert, was ist Vermutung? Welche Stimmen wurden aus diesem Diskurs entfernt – und warum?
Das ist keine abstrakte Forderung. Es ist eine konkrete Übung, die jeder Leser an jedem Artikel durchführen kann. Nimm die nächste Schlagzeile über russische Bedrohung. Frage: Wird ein Beweis genannt, oder eine Vermutung als Tatsache präsentiert? Nimm das nächste Zitat eines Generals oder Politikers über Aufrüstung. Frage: Was hat er tatsächlich gesagt – und was wurde weggelassen? Nimm die nächste Meldung über eine NGO, die Opferzahlen aus einem Konfliktgebiet liefert. Frage: Wer finanziert diese Organisation, und welches Interesse könnte diese Finanzierung erzeugen? Diese Fragen machen niemanden zum Verschwörungstheoretiker. Sie machen ihn zum mündigen Rezipienten – zu dem, was eine funktionierende Demokratie von ihren Bürgern verlangt und was Schulen und Universitäten als Medienkompetenz lehren sollten, es aber zunehmend unterlassen.
Wer diese Fragen stellt, betreibt keine Russland-Propaganda.
Wer diese Fragen stellt, betreibt Demokratie.
In einer Gesellschaft, in der öffentlich-rechtliche Medien – finanziert durch Zwangsabgaben aller Bürger und im Rundfunkstaatsvertrag zur Überparteilichkeit verpflichtet – täglich dasselbe Feindbild wiederholen, in der Journalisten für abweichende Berichterstattung Hausdurchsuchungen erleben, in der Medienkanäle per Verwaltungsakt abgeschaltet werden und Analytiker sanktioniert werden, weil ihre Schlussfolgerungen nicht ins Narrativ passen – in einer solchen Gesellschaft ist kritische Medienkompetenz keine akademische Übung. Sie ist eine Notwendigkeit.
Der Erste Weltkrieg endete mit 17 Millionen Toten. Die Bevölkerungen, die ihn ermöglicht hatten, hatten ihn nicht gewollt – bis sie es taten. Was sie dazu gebracht hatte, es zu wollen, war nicht Vernunft. Es war Wiederholung, Angst, Feindbilder und das Schweigen derer, die es besser wussten oder besser hätten wissen können.
Das Muster wiederholt sich nicht, weil Menschen dumm sind. Es wiederholt sich, weil es funktioniert – solange es nicht erkannt wird.
Erkennen ist der erste Schritt. Der Rest folgt daraus.
Diese Analyse ist frei zugänglich – aber gute Recherchen kosten Zeit, Geld, Energie und Nerven. Unterstützen Sie mich, damit diese Arbeit weitergehen kann.
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Patrik Baab – Journalist, Autor, Reporter und Politikwissenschaftler
Patrik Baabist ein deutscher Journalist und Autor. Er recherchierte u. a. zu Geheimdiensten und politischen Morden, zum Krieg in der Ukraine, über Russland und zu geopolitischen Fragen.
Er hat u. a. in Osteuropa und Russland, Skandinavien, in der Ukraine, auf dem Balkan und im Vereinigten Königreich gearbeitet. Seine Arbeiten erscheinen auf www.patrikbaab.de, bei Substack unter https://patrikbaab.substack.comund auf Telegram unter https://t.me/patrik_baab
Michael Hollister war sechs Jahre Bundeswehrsoldat (SFOR, KFOR) und blickt hinter die Kulissen militärischer Strategien. Nach 14 Jahren im IT-Security-Bereich analysiert er primärquellenbasiert europäische Militarisierung, westliche Interventionspolitik und geopolitische Machtverschiebungen. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf dem asiatischen Raum, insbesondere Südostasien, wo er strategische Abhängigkeiten, Einflusszonen und Sicherheitsarchitekturen untersucht. Hollister verbindet operative Innensicht mit kompromissloser Systemkritik – jenseits des Meinungsjournalismus. Seine Arbeiten erscheinen zweisprachig auf www.michael-hollister.com , bei Substack unter https://michaelhollister.substack.com sowie in kritischen Medien im deutsch- und englischsprachigen Raum.
Quellen
Wissenschaftliche Grundlagen
Hasher, L., Goldstein, D. & Toppino, T. (1977): Frequency and the Conference of Referential Validity – ScienceDirect
Fazio et al. (2015): Illusory Truth Effect – Übersicht und Metaanalyse – PMC / National Library of Medicine
Primärquellen Historisch
Carl von Clausewitz: Vom Kriege (1832) – Volltext online – clausewitzstudies.org
George Creel: How We Advertised America (1920) – Volltext via Library of Congress – loc.gov
George Creel: How We Advertised America – Leseauszug MIT – web.mit.edu
Edward Bernays: Propaganda (1928) – Volltext via Internet Archive – archive.org
Iran: Wirtschaftskrieg und Sanktionen
Scott Bessent, Rede Economic Club of New York (März 2025) + Fox News Interview (Januar 2026) – dokumentiert via Geopolitical Economy Report – geopoliticaleconomy.com
Scott Bessent, Aussage vor dem Senate Banking Committee (5. Februar 2026) – dokumentiert via PolitiFact – politifact.com
Scott Bessent, Aussage zu Iran-Sanktionen – US Treasury (offizielle Quelle) – home.treasury.gov
NPR: Trump’s sanctions on Iran have dramatically affected its economy – npr.org
Iran: HRANA / NED-Finanzierung
Alan MacLeod / MintPress News: The CIA-Linked NGOs Driving Iran Protest Coverage – mintpressnews.com
National Endowment for Democracy – Form 990 / Finanzdaten – ProPublica Nonprofit Explorer
Patrik Baab
Patrik Baab: Propaganda-Presse. Wie uns Medien und Lohnschreiber in Kriege treiben – patrikbaab.de

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