Schlagwort NATO

Hollisters Geopolitik-Kompass * Mai 2026

Der Mai 2026 war der Monat, in dem Versorgung selbst zur Waffe wurde. Was in den Schlagzeilen wie getrennte Krisen wirkte - Hormuz, Ukraine, Europa, Sahel, Kuba, Südkaukasus -, folgt in der Tiefe einer gemeinsamen Logik: Energie, Rohstoffe, Seewege und militärische Macht werden wieder als zusammenhängendes Drucksystem eingesetzt. Der Hollisters Geopolitik-Kompass ordnet die Ereignisse nicht nach Lautstärke, sondern nach Wirkung: Wer gewinnt Spielraum, wer verliert ihn, und welche globalen Ketten reißen, wenn Versorgung, Sicherheit und Geopolitik ineinandergreifen.

UPDATE: Russland-Ukraine-Konflikt 06.06.2026

Russland erhöht den Druck aus der Luft, während die Front am Boden kaum Bewegung zeigt. Der Großangriff vom 2. Juni, ukrainische Fernschläge auf St. Petersburg und Kronstadt, ein Drohneneinschlag auf NATO-Gebiet und Selenskyjs offener Brief an Putin markieren eine Woche, in der militärische Eskalation und diplomatische Signale parallel laufen. Dieses Update rekonstruiert die wichtigsten Ereignisse, trennt belegte Fakten von einseitigen Darstellungen und zeigt, warum der Krieg derzeit weniger an der Frontlinie als in Luftabwehr, Logistik, Rüstungsproduktion und politischer Durchhaltefähigkeit entschieden wird.

Das Muster verdichtet sich

Europa bereitet sich nicht mehr nur rhetorisch auf einen möglichen Großkonflikt vor. In den vergangenen sechs Monaten wurden Personalstrukturen reaktiviert, Kommandowege neu geordnet, Verteidigungsausgaben von der Schuldenbremse entkoppelt, Deutschland zur militärischen Drehscheibe ausgebaut, Rüstungsproduktion massiv hochgefahren und zivile Infrastruktur in die Gesamtverteidigungsplanung eingebunden. Diese Analyse zeigt, wie sich aus einzelnen Maßnahmen ein erkennbares Muster formt: eine europäische Sicherheitsarchitektur, die nicht mehr auf abstrakte Abschreckung zielt, sondern auf konkrete Kriegsfähigkeit. Eine Fortsetzung von „Der Krieg vor dem Krieg – Teil 7“.

Das Muster verdichtet sich

Europa bereitet sich nicht mehr nur rhetorisch auf einen möglichen Großkonflikt vor. In den vergangenen sechs Monaten wurden Personalstrukturen reaktiviert, Kommandowege neu geordnet, Verteidigungsausgaben von der Schuldenbremse entkoppelt, Deutschland zur militärischen Drehscheibe ausgebaut, Rüstungsproduktion massiv hochgefahren und zivile Infrastruktur in die Gesamtverteidigungsplanung eingebunden. Diese Analyse zeigt, wie sich aus einzelnen Maßnahmen ein erkennbares Muster formt: eine europäische Sicherheitsarchitektur, die nicht mehr auf abstrakte Abschreckung zielt, sondern auf konkrete Kriegsfähigkeit. Eine Fortsetzung von „Der Krieg vor dem Krieg – Teil 7“.

Die stille Achse – vier Hauptstädte, eine Bewegung, ein Bündnis?

Vier Hauptstädte, eine Bewegung, ein mögliches Bündnis. Während die Weltöffentlichkeit auf den Iran-Krieg blickt, vollzieht sich im Hintergrund eine Architekturverschiebung im sunnitischen Raum: Pakistan, Saudi-Arabien, die Türkei und in Andeutungen auch Katar bewegen sich aufeinander zu. Was Bennett im Februar als Bedrohung beschrieb, beginnt sich zu materialisieren - und niemand sagt offen, was hier entsteht.

Welt in Flammen – Teil 9

Was geschieht, wenn die Welt nicht durch einen großen Krieg zerbricht, sondern durch viele kleinere Brände, die niemand mehr löscht?
Im abschließenden Teil der Serie „Europa bereitet sich auf Krieg vor“ untersucht Michael Hollister ein Szenario, das nicht auf Fantasie beruht, sondern auf bereits existierenden Konfliktlinien: Korea, Taiwan, Indien und Pakistan, Iran und Israel, Türkei und Griechenland, Balkan, Kaukasus, Myanmar, Südchinesisches Meer, Afrika.
Bisher wurden viele dieser Konflikte durch Supermächte eingedämmt - durch Druck, Vermittlung, Abschreckung oder militärische Präsenz. Doch was passiert, wenn USA, China und Russland gleichzeitig durch eigene Großkonflikte gebunden sind? Dann entsteht ein globales Machtvakuum. Und in Machtvakuen handeln Staaten nicht nach Moral, sondern nach Gelegenheit.

INTRO – Der vorbereitete Krieg – Serie

Kriege entstehen nicht aus dem Nichts. Sie werden vorbereitet - in Haushaltsdebatten, Vertragsklauseln, Industriekonferenzen und Rechtsdokumenten, die kaum jemand liest. Michael Hollister hat sie gelesen. In neun Teilen rekonstruiert er, wie Deutschland und Europa systematisch auf Krieg umgestellt werden: die Kriegswirtschaft, die EU-Militärarchitektur, die juristischen Automatismen, die keiner abstimmen muss. Jeder Teil ist ein Stein. Erst wer alle sieht, erkennt das Mosaik - und begreift, was als nächstes kommen könnte.

Grönland – Das arktische Geschäft Teil 2

Wer den GIUK-Gap kontrolliert, kontrolliert den Durchgang zwischen Arktis und Atlantik. Wer Pituffik kontrolliert, kontrolliert den GIUK-Gap. Wer Grönland kontrolliert, hält den Riegel - ohne Fahne, ohne Vertrag, ohne einen Cent eigener Infrastrukturkosten. Cui bono? Die USA bekommen die Kontrolle. Europa zahlt die Rechnung. Grönland wurde nicht gefragt. Das ist keine Allianz. Das ist Arbeitsteilung unter Ungleichen.

Türkei 2026 – Die Macht, die niemand benennen will

Eine abgefangene Rakete über der Türkei wirkt zunächst wie ein weiteres Randereignis des eskalierenden Iran-Krieges. Doch hinter dem Vorfall verbirgt sich möglicherweise eine weit größere geopolitische Verschiebung. Während westliche Medien auf Teheran blicken, entsteht im Hintergrund ein neues Narrativ: Die Türkei werde zum nächsten strategischen Gegner des Westens. Dieser Artikel untersucht, wer dieses Narrativ formt, welche Interessen dahinterstehen - und warum Ankara heute zu den wenigen Staaten gehört, die gleichzeitig mit NATO, Russland, China und dem globalen Süden operieren können. Die eigentliche Frage lautet nicht, ob die Türkei eine Bedrohung ist. Sondern welche geopolitische Ordnung nach dem Iran-Krieg entstehen soll - und wer davon profitiert, Ankara aus ihr herauszudrängen.

Grönland – Das arktische Geschäft Teil 1

Kein Vertrag. Kein Kaufpreis. Keine Unterzeichnung. Und dennoch hat Donald Trump in Davos in zwanzig Minuten erreicht, wofür andere Präsidenten Jahrzehnte gebraucht hätten: strategische Kontrolle über die rohstoffreichste und militärisch bedeutsamste Insel der Nordhalbkugel. Das Grönland-Framework ist kein Immobiliengeschäft. Es ist ein Lehrstück in geopolitischer Methodik — und Europa zahlt die Rechnung, ohne Mitsprache gehabt zu haben.